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Maulesel

Der Maulesel (lat.: mulus „Maultier“) ist das Kreuzungsprodukt eines Pferdehengstes (Vater) und einer Eselstute (Mutter). Das Wort Maul ist dabei über viele Sprachen (aus dem lat. über germ., schwed., niederl., mhd./ahd.) dem lateinischen mulus für Maultier bzw. Mischtier/Mischung (vgl. auch Muli oder Mulatte) entliehen. Als Hybride sind Maulesel untereinander nicht fortpflanzungsfähig. Maulesel sind weitaus schwieriger zu züchten als Maultiere und werden aufgrund ihrer nur geringen Vorteile gegenüber dem Esel nur selten gezüchtet. Sie werden aber vereinzelt noch als Zug- und/oder Tragtiere verwendet und eignen sich auch gut als Reittiere.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Ein Maulesel ist kein Maultier (Mutter: Pferd, Vater: Esel), sondern stellt vielmehr dessen Gegenstück als Kreuzungsprodukt dar. Er unterscheidet sich auch äußerlich nur wenig von einem Hausesel, allein seine Stimme klingt ein wenig anders. Maulesel gelten vom Charakter her als in der Regel gutmütig, wenn auch nicht in dem Maße wie ein Maultier. Ihr Wesen entspricht eher dem eines Esels und sie sind ebenfalls weniger scheu als Pferde. Der Maulesel behält, wohl als dominantes Erbmerkmal der Esel, die an selbigen erinnernden längeren Ohren.

Zucht

Gezüchtet wird der Maulesel besonders in Mittelmeerländern und Asien, doch da er in seiner Leistung, Haltung oder in der Zucht keine wesentlichen Vorteile gegenüber einem Esel bietet, werden Maulesel im Gegensatz zum deutlich leistungsfähigeren und robusten Maultier nur selten gezüchtet.

Bei der Vermischung des Erbgutes von Eselstute und Pferdehengst entsteht ein ungerader Chromosomensatz, welcher eine Geschlechtszellenbildung unmöglich macht. Gleichwohl können Maulesel den Geschlechtsakt ausführen. Hengste sind stets unfruchtbar, gelegentlich kommen jedoch fruchtbare Stuten vor. Die größere Ähnlichkeit des Maulesels mit dem Muttertier (Esel) beruht auf nichtchromosomaler Vererbung. Dabei bringt die mütterliche Eizelle den Hauptteil der Zellorganellen in die Zygote ein, sodass in der Filialgeneration mütterliche Merkmale vorherrschen. Maulesel und Maultier sind ein Paradebeispiel für das Imprinting.

Maulesel sind in jedem Fall schwieriger zu züchten als Maultiere, da es weniger leicht ist eine Eselstute von einem Pferdehengst trächtig werden zu lassen als im umgekehrten Fall eine Pferdestute von einem Eselhengst.

Verwendung

Am häufigsten wurden Maulesel als Zugtiere eingesetzt, unter anderem in Bergwerken Nordamerikas.

Siehe auch