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Antirassismus

Antirassismus bezeichnet alle Ansätze, die zur Bekämpfung, Überwindung oder Dekonstruktion von Rassismus beitragen. Seine Ziele sind die Freiheit und Gleichberechtigung aller Menschen, und das Verhindern jeder Diskriminierung und Apartheid.

Formen

Es lassen sich viele verschiedene Argumentationslinien im Antirassismus unterscheiden:

Dabei sind diese Formen keineswegs getrennt zu verstehen, häufig ergänzen sie sich auch gegenseitig, wobei sie sich auch teilweise entschieden widersprechen.

Geschichte

Widerspruch und Widerstand gegen Rassismus gab es schon immer, z.B. in der Anti-Sklaverei-Bewegung, dem Schutz vor Vertreibung von Minderheiten oder der anti-antisemitischen Bewegung im späten 19. Jahrhundert.

Als Begriff tauchte Antirassismus erstmals nach der Befreiung Europas vom Faschismus auf, genauer in Sartres Vorwort Schwarzer Orpheus zu einer Anthologie von Leopold Senghor 1948. 1969 verabschiedete der Ökumenische Rat der Kirchen ein Antirassismus-Programm gegen die Unterdrückung von Minderheiten und vor allem die Apartheid in Südafrika.

Ein Widerspruch zwischen Antirassismus und Anti-Antisemitismus ist spätestens seit 1975 offenkundig, als arabische Staaten in der UN-Resolution 3379 versuchten, den Zionismus als Rassismus verurteilen zu lassen. Ähnliche Bestrebungen haben die Durchführung der Anti-Rassismus-Konferenz in Durban gefährdet. Dort konnten sich auch die vor allem afrikanischen und afro-amerikanischen Gruppierungen nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, den Kolonialismus und die Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschheit zu verurteilen.

Bedingt durch die Empörung über einige rechtsextremistisch und ausländerfeindlich motivierte Pogrome wie etwa in Rostock (Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen), oder Mordanschläge wie in Solingen (Mordanschlag von Solingen) und Mölln (Brandanschlag von Mölln) Anfang der 1990er erhielt die antirassistische Bewegung in Deutschland Zulauf. Die Initiative kein mensch ist illegal ist daraus erwachsen. Von 1998 bis 2003 fanden jährlich antirassistische Grenzcamps statt, die staatlichen Rassismus zum Thema zahlreicher Aktivitäten an der deutschen Ostgrenze, an Flughäfen und im Hamburger Hafen machten.

Literatur