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4. documenta

Die 4. documenta. Internationale Ausstellung fand vom 27. Juni bis 8. Oktober 1968 in Kassel, letztmalig unter der Leitung Arnold Bodes statt. Die Organisationsform war gegenüber den vorhergehenden documenten grundlegend geändert worden. Ein 23köpfiger documenta-Rat stimmte, nach Vorentscheid durch Arbeitsausschüsse, über die endgültige Teilnahme von Künstlern ab. Arnold Bode war Mitglied in allen Arbeitsausschüssen. Das Auswahlverfahren war erstmalig weitgehend demokratisch strukturiert.

Im Aufbruchs- und Unruhe-Jahr 1968 blieb auch die IV. documenta nicht von den gesellschaftlichen Ereignissen und kontroversen Debatten verschont. Die Pressekonferenz der Eröffnungsveranstaltung wurde massiv gestört. An dieser Protest-Veranstaltung nahmen unter anderem Künstler wie Wolf Vostell und Jörg Immendorff teil, die Kunstrichtungen wie Fluxus, Happening, Aktionskunst und politisch-kritische Beiträge im Ausstellungskonzept vermissten.

Die gefällige Pop-art und Op-Art dominierten die IV. documenta. Diese, im damaligen Zeitgeschmack liegenden Stilrichtungen trugen stark zur Popularisierung der Ausstellung bei, was sich auch durch einen erneuten Besucherrekord von 207.000 interessierten Menschen dokumentierte.

Bazon Brock organisierte zum ersten Mal seine Besucherschule, die die Interessierten an Kunstbetrachtung und Kunstrezeption heranführen sollte. Die Besucherschule wurde noch zwei weitere Male auf der documenta 5 und der documenta 6 offiziell veranstaltet.

Inhaltsverzeichnis

Ausstellungsorte

Wiederum fand die Ausstellung in den Räumen des Museum Fridericianums der Ruine der Orangerie mit Freigelände (Karlswiese der Karlsaue) und in der Galerie an der Schönen Aussicht, der heutigen Neuen Galerie statt.

Die Kunstwerke

Prägend für die IV. documenta waren die bunten Beiträge der POP-Art, vor allem der US-amerikanischen Künstler, die die Ausstellung dominierten. Andy Warhols populäre „Marilyn“, nach Marilyn Monroes Tod entstanden, prangte 10-teilig und unvergessen in der Ausstellung. Hier wurde gleichzeitig die Verehrung von Idolen als auch die Reproduzierbarkeit von Kunst thematisiert.

Heimliches Wahrzeichen der IV. documenta war jedoch zweifelsohne das “5600 Kubikmeter Paket“ von Christo und Jeanne-Claude - ein 85 Meter hohes (von den Kasselern „Riesenwurst“ getauftes) zylindrisches, luftgefülltes Paket, das erst im vierten Anlauf, und einem Materialwechsel (von Polyäthylen zu Trevira) aufgerichtet werden konnte. Noch heute ist umstritten, ob die Aufrichtungs-Fehlversuche oder das dann sicher verankert aufgerichtete Luftpaket mehr Aufmerksamkeit erregten.

Weitere auf der IV. documenta vertretene Kunstrichtungen und Ausdrucksformen waren die Op-Art, die Kinetische Kunst, das Environment und der Minimalismus.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler

Quellen und Literatur