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Tempelname

Mit Tempelnamen (chin. 廟號 / 庙号, miàohào) werden chinesische und einige koreanische Herrscher in China bzw. Korea bezeichnet. Wie auch der postume Name wurden die Tempelnamen nach dem Tod des Kaisers bzw. Königs verliehen. Der Tempelname ist exklusiver, besteht aber im Gegensatz zu den ausgefeilten postumen Namen nur aus zwei Zeichen:

  1. ein Adjektiv, das die Umstände der Regierungszeit des Herrschers umschreibt. Die Bedeutung deckt sich häufig mit dem postumen Namen, jedoch kommt es in der Regel nicht vor, dass der postume Name das Adjektiv-Zeichen aus dem Tempelnamen enthält. Die Gründer von Dynastien werden dagegen gewöhnlich hoch () oder groß () genannt.
  2. „Kaiser“: entweder () oder zōng ().

Der Name Tempel bezieht sich auf den großen Tempel (太廟 oder 大廟) oder Tempel der Vorfahren (祖廟), wo Kronprinzen und andere Adelige zusammenkamen, um ihre Vorfahren zu verehren. Auf den Tafeln, die in dem Tempel für jeden der Vorfahren angebracht waren, stand der Tempelname des jeweiligen Herrschers.

Tempelnamen wurden sporadisch seit der Han-Dynastie vergeben; seit der Tang-Dynastie wurde dies regelmäßig gemacht. Einigen der Han-Kaiser wurden die Tempelnamen von ihren Nachfolgern im Jahre 190 sogar wieder weggenommen. Im Chinesischen wird für die Kaiser der Han- bis einschließlich der Yuan-Zeit der Tempelname zur Unterscheidung verwendet. Für die Kaiser der Ming- und Qing-Zeit werden die Regierungsdevisen verwendet. Die Devisen der Kaiser werden auch als Äranamen bezeichnet, Chinesisch niánhào (年號 / 年号).

In Korea werden die Tempelnamen verwendet, um die Könige von der frühen Goryeo-Dynastie (bis 1274) und die Könige und Kaiser der Joseon-Dynastie zu bezeichnen. Für das Koreanische Kaiserreich (1897-1910) sollten Herrschernamen verwendet werden, aber anstatt dessen werden häufig Tempelnamen verwendet.