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International Electrotechnical Commission

Die Internationale elektrotechnische Kommission (engl. International Electrotechnical Commission [ˌɪntəˈnæʃənəl ɪˌlɛktɹəˈtɛknɪkəl kəˈmɪʃən], kurz: IEC) ist ein internationales Normierungsgremium mit Sitz in Genf für Normen im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik. Einige Normen werden gemeinsam mit ISO entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die IEC wurde 1906 gegründet. Ursprünglich in London beheimatet, bezog sie 1948 ihr Hauptquartier in Genf. Die IEC war wesentlich daran beteiligt, Normen für Maßeinheiten zu vereinheitlichen, insbesondere Gauß, Hertz und Weber. Man schlug auch als erste ein System von Standards vor, das Giovani-Giorgi-System, das letztlich zum SI, dem Internationalen Einheitensystem, wurde. 1938 veröffentlichte man ein mehrsprachiges internationales Wörterbuch, um die elektrotechnischen Begriffe zu vereinheitlichen. Die Arbeit wird fortgesetzt, das International Electrotechnical Vocabulary[1] bleibt eine wichtige Aufgabe in der Elektro- und Elektronikindustrie.

Aufgabe

Die IEC-Satzung schließt die gesamte Elektrotechnik ein, einschließlich Erzeugung und Verteilung von Energie, Elektronik, Magnetismus und Elektromagnetismus, Elektroakustik, Multimedia und Telekommunikation, als auch allgemeine Disziplinen wie Fachwortschatz und Symbole, elektromagnetische Verträglichkeit, Messtechnik und Betriebsverhalten, Zuverlässigkeit, Design und Entwicklung, Sicherheit und Umwelt.

Organisation

IEC-Normen haben Nummern zwischen 60000 und 79999. Ihre Titel lauten zum Beispiel IEC 60417: Graphical Symbols for use on Equipment. Die Nummern von älteren IEC-Normen wurden 1997 umgestellt indem man 60000 hinzuaddierte, zum Beispiel wurde aus der IEC 27 die IEC 60027.

Normen, die gemeinsam mit ISO entwickelt werden, erhalten die Präfixe beider Organisationen wie zum Beispiel in „ISO/IEC 7498-1: 1994, Open Systems Interconnection: Basic Reference Model“. Die Ergebnisse der Arbeiten aus dem ISO/IEC Joint Technical Comitee 1 (ISO/IEC JTC1) [2], welches sich mit Normen des Bereichs Informationstechnik beschäftigt, werden unter dem gemeinsamen Präfix beider Organisationen veröffentlicht. Ansonsten werden gemeinsam entwickelte Normen beider Organisationen in einem Nummernband beginnend mit 80000 veröffentlicht. Hier gilt jedoch, dass für jeden Teil einer Normenreihe jeweils nur eine der beiden Organisationen verantwortlich ist, zum Beispiel in ISO 81714-1, IEC 81714-2, IEC 82045-1, IEC 82045-2.

Im Jahre 2003 wurden 491 neue Richtlinien und Normen veröffentlicht. Unter anderem das CISPR (Comite International Special des Perturbations Radioelectriques) ist aus dem IEC entstanden.

Mitgliedschaft

Die IEC besteht aus Mitgliedern, genannt nationale Komitees (NC). Jedes NC repräsentiert die nationalen elektrotechnischen Interessen in der IEC. Dies schließt Hersteller, Versorger, Verteiler und Anbieter, Verbraucher und Nutzer, alle Ebenen von Regierungsstellen, Berufsverbände und Handelsvereinigungen als auch Entwickler nationaler Normenstellen ein. Nationale Komitees sind unterschiedlich organisiert. Einige NC vertreten nur den öffentlichen Sektor, einige vertreten den öffentlichen und privaten Sektor und einige vertreten nur den privaten. Etwa 90 % der Mitarbeiter, welche IEC Standards vorbereiten, arbeiten in der Industrie.

In der IEC sind 62 Länder vertreten in 174 technischen Kommissionen und 532 Arbeitsgruppen (Stand 2003).

Die vergleichbare europäische Organisation ist das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC).