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Online-Forschung

Online-Forschung bezeichnet empirische Sozialforschung, Markt- und Mediaforschung mit Hilfe oder über Online-Medien, vorrangig mit dem Internet. Das Internet weist dabei drei Hauptbezüge auf:

Dieses Fachgebiet ist in Deutschland etwa 1995 entstanden und in seinen Grenzen noch nicht stringent abgegrenzt. In den vergangenen Jahren hat sich das Gebiet jedoch stark ausdifferenziert.

Inhaltsverzeichnis

Kernbereiche

Einen Kernbereich der Online-Forschung bildet die Online-Marktforschung. Beispiele hierfür sind Online-Umfragen, Online-Gruppeninterviews oder Logdateianalysen. Schwerpunkt der Online-Marktforschung liegt dabei auf der Online-Datenerhebung. Die Methode der Datenerhebung Online ersetzt dabei zunehmend andere traditionelle Formen der Datenerhebung, wie z.B. Face-to-Face-Interviews und Telefonbefragungen.

Ebenfalls Gegenstand von Online-Marktforschung sind jedoch auch Website-Evaluationen und Usability-Studien. Hier ist das Internet nicht nur Medium der Datenerhebung, sondern das Internetangebot selbst steht im Fokus der Untersuchung. Insbesondere Usability-Studien werden häufig gar nicht online durchgeführt, sondern in Form von Einzelexplorationen unter Anwendung der Technik des lauten Denkens. Auch verschiedene Blickaufzeichnungsverfahren kommen hier zum Einsatz.

Ebenso wie die kommerzielle Online-Marktforschung nutzt auch die wissenschaftsbezogene Online-Forschung das Internet (oder andere Online-Medien) zum Zweck der Datenerhebung und als Ersatz für traditionelle Datenerhebungsverfahren. Darüber hinaus stehen aber auch insbesondere soziale Implikationen der zunehmenden Digitalisierung im Mittelpunkt der Forschung. Zu unterscheiden sind hier mikro-soziologische Themen, wie z.B. die Erforschung sozialer Netzwerke, und makro-soziologische Themen, wie die digitale Spaltung der Gesellschaft.

Vorteile

Der bedeutsamste Vorteil von Onlineforschung, bzw. im Internet durchgeführten Umfragen ist wohl die weite Erreichbarkeit und somit die Chance auf große heterogene Stichproben. Dabei sind die Kosten im Gegensatz zu herkömmlichen papiergebundenen Umfragen sehr gering.

Nachteile

Große und heterogene Stichproben können vor allem in wissenschaftsbezogener Onlineforschung nur theoretisch erreicht werden. Die Veröffentlichung eines Links zur Umfrage gestaltet sich durch die Struktur des Internets als schwierig. Durch die Kurzlebigkeit einer Umfrage ist die Indizierung einer Studie in Suchmaschinen oft nicht effektiv. Wird der Link in themenbezogenen Portalen veröffentlicht, so werden meist keine fachfremden Versuchsteilnehmer erreicht. In allen anderen Foren, Portalen, Communities o.ä. gelten Hinweise auf Umfragen als SPAM und stoßen auf Kritik.

Zudem haben wissenschaftliche Institutionen das Problem, dass kommerzielle Werbung für Forschungszwecke auf Skepsis stößt. Von einer Umfrage, welche mit Gewinnspielen o.ä. lockt, wird somit der wissenschaftliche Charakter in Frage gestellt. Zudem Werden durch solche Aktionen persönliche Kontaktdaten der Teilnehmer nötig, was wiederum der Anonymität der Teilnehmer entgegenspricht.

Ein weiteres Problem wissenschaftlicher Onlineforschung ist, dass eine Umfrage - anders als bei einer papiergebundenen Form - durch einen Techniker erstellt werden muss. Dabei können durch Kommunikationsprobleme zwischen Forscher und Techniker Schwierigkeiten bei der Erstellung der Umfragen wie z.B. für Statistikprogrammen inkompatible Daten o.ä. entstehen.

Lösungsansätze

Eine Lösung dieser Probleme könnte in einem vertrauenswürdigen Service bestehen, welcher alle Versuchsteilnehmer gleichermaßen vergütet und gegenüber der versuchsdurchführenden Institution anonymisiert. Für die Veröffentlichung von Umfragen sollte ebenfalls ein vertrauenswürdiges Portal dienen, welches durch verschiedenste Themenbereiche und gute Indizierung die Gewinnung von heterogenen Stichproben unterstützt.

Siehe auch