Heim

Nachtsheim

Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort Nachtsheim in Rheinland-Pfalz. Für weitere Bedeutungen siehe Nachtsheim (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 19′ N, 7° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Vordereifel
Höhe: 490 m ü. NN
Fläche: 7,2146 km²
Einwohner: 586 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 81 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56729 (alt: 5441)
Vorwahl: 02656
Kfz-Kennzeichen: MYK
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 079
Adresse der Verbandsverwaltung: Kelberger Straße 26
56727 Mayen
Webpräsenz:
nachtsheim.info
Ortsbürgermeister: Hermann-Josef Kugel (CDU)
Lage der Gemeinde Nachtsheim im Landkreis Mayen-Koblenz

Nachtsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz (Eifel) in Rheinland-Pfalz und gehört zur Verbandsgemeinde Vordereifel. In der Verbandsgemeinde Vordereifel zählt Nachtsheim zu den ältesten Orten. Von den Einwohnern Nachtsheims und der Umgebung wird es als Noahshem bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Nachtsheim liegt in der Vulkaneifel.

Die durchschnittliche Höhe liegt bei 490 m über NN. Der höchste außerörtliche Punkt liegt bei etwa 506 m, der niedrigste bei etwa 390 m über NN. Auf dem höchsten Punkt wird auch jedes Jahr das Martinsfeuer errichtet und verbrannt. Innerörtlich sind der höchste und niedrigste Punkt bei 494 m und bei 469 m über NN. Die durchschnittliche Höhe fällt von Nordosten in Richtung Westen ab.

Um Nachtsheim gibt es hauptsächlich Weiden und Wiesen. Richtung Münk und Anschau gibt es große Wälder. Durch diese Wälder fließt ein kleiner Bach mit dem Namen Mimbach. Er ist der einzige Bach, der durch das Gebiet von Nachtsheim fließt. Der Ort breitet sich auf den 7,21 km² mit etwas weniger als 1 km² aus.

Nachbargemeinden

Nitz Virneburg Hirten
Lind/
Boos
Luxem
Münk Ditscheid Anschau

Anschau, Boos, Ditscheid, Hirten, Lind, Luxem, Münk Nitz und Virneburg sind die neun angrenzenden Nachbarorte Nachtsheims. Im Umkreis von 20 km liegen die Städte Mayen, Daun und Adenau. Koblenz liegt etwa 50 km entfernt.

Klima

Nachtsheim befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 8,9 °C, bei einer mittleren Niederschlagsmenge von 628 mm. Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 17,3 bis 19,1 °C und die kältesten sind die Monate Dezember, Januar und Februar mit -0,3 bis 1,1 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt von Juni bis August mit durchschnittlich 70 bis 78 mm, der geringste von Februar bis April mit 32 bis 40 mm im Mittel.

Geschichte

Erste Belege bis 10. Jahrhundert

Die Geschichte von Nachtsheim beginnt vor mehr als 1000 Jahren. Bereits zur Zeit des Erzbischofes Hetti (814-847) verfügte Nachtsheim über eine Pfarrkirche. Als Folge der hochmittelalterlichen Rodungsperiode der Waldgebiete westlich von Mayen entstanden im Rahmen der Besiedlung Dörfer, der neue Lebensraum füllte sich mit Menschen. In diesem Raum entstand zwischen Elz und der Hohen Acht als erste Pfarrei Nachtsheim. Die sogenannte Pfarrtermination des Trierer Erzbischofs Ruotbert (931-956) für die Kirche von Nachtsheim gilt als frühester schriftlicher Beleg für die Besiedlung dieses Raumes.

11. bis 16. Jahrhundert

Die Urkunde wurde zunächst fälschlicherweise auf die Zeit um 950 n.Chr. datiert. Als Fälschung entlarvt, wird sie von der Forschung als Dokument des ausgehenden 11. Jahrhunderts anerkannt. Aus dieser Urkunde geht hervor, das die Kirche in Welcherath der Stephanskirche in Nachtsheim unterstellt wurde.

Deren Pfarrsprengel sei bereits von Ruotberts Vorgänger, dem oben bereits erwähnten Erzbischof Hetti, abgegrenzt worden. Die Nutzung des Nachtsheimer Pfarrsprengels wurde den Brüdern des Münstermaifelder Stiftes überlassen. Der Nachtsheimer Pfarrsprengel (das territorial begrenzte Gebiet einer Pfarrei oder Gemeinde in den christlichen Kirchen) umfasste folgenden, sich an natürlichen Grenzen wie Wasserläufe und Berge, sowie an vom Mensch geschaffene Wege und Straße orientierenden Bereich: den Karbach bis zur Mündung in die Elz, den Elzbach aufwärts bis zum Hochkelberg, vom Hochkelberg zur Nürburg über die Hohe Acht entlang des Achterbachs bis zur Nitz durch die Wälder, von dort nach Hirten bis zur Quelle des Karbaches.

17. bis 19. Jahrhundert

Für diesen Bereich bleibt Nachtsheim die "Mutterkirche", auch bei weiteren Kirchengründungen in diesem Bereich erhalten die neuen Kirchen den Status einer Filialkirche. Im 12. Jahrhundert bilden sich die Pfarrbezirke Weiler und Wanderath, zwar mit eigenen Geistlichen, aber noch abhängig von Nachtsheim. Die Ablösung von Nachtsheim geht langsam und schrittweise. Die erben der Grafschaft Virneburg, die evangelischen Grafen von Wertheim, wollen im 16. und 17. Jahrhundert in Weiler und Wanderath die Reformation einführen und betrachten daher beide Pfarreien als selbstständig. Der Erzbischof von Trier will das natürlich verhindern und stärkt die Superiorität von Nachtsheim, das damals zum katholischen Kurtrierer Oberamt Mayen gehörte.

Erst die Statuten des großen Landkapitels (Dekanat) Ochtendung im Jahre 1655 nennen Welcherath, Weiler und Wanderath selbstständige Pfarreien. In Welcherath behält der Pastor von Nachtsheim bis 1800 das recht der Präsentation, d.h. er bestimmt den Pastor, den der Bischof in Welcherath einsetzt. Um 1800 annektiert Frankreich das linke Rheinufer und ordnet die Bistumsgrenzen neu. Nachtsheim kommt zum neugeschaffenen Bistum Aachen, bei dieser Umorganisation wird auch Boos selbständig.

1824 kommt Nachtsheim wieder zum neuen Bistum Trier, es ist seitdem im Dekanat Mayen. Ein weiterer Hinweis auf die sehr frühe Besiedlung und Ortsgründung von Nachtsheim ist die Schreibweise -heim am Ende des Ortsnamens. Ein weiterer Hinweis für eine sehr frühe Kirchengründung ist das St. Stephanus - Patronat der Pfarrei Nachtsheim.

20. Jahrhundert bis heute

An den Fronten des Ersten Weltkrieges sind zwölf Soldaten aus Nachtsheim gefallen oder blieben vermisst. Im zweiten Weltkrieg sind an den Fronten 20 Nachtsheimer Soldaten gefallen oder vermisst. Im Silvester 1944 blieb Nachtsheim von den schweren Bombenangriffen verschont, weshalb seit dem am 1. Mai eine Wallfahrt nach Maria Martental organisiert wird.

Nach dem zweiten Weltkrieg schloss sich Nachtsheim der Verbandsgemeinde Mayen-Land an, die heute Verbandsgemeinde Vordereifel heißt. Bei der Aktion Unser Dorf hat Zukunft belegte Nachtsheim beim Kreiswettbewerb im Jahre 1999 den 2. Platz hinter Monreal.

Religionen

Der Hauptteil der Einwohner von Nachtsheim sind Christen. Der größte Anteil davon katholisch.

Im Jahre 831 wurde das erste Mal eine St.-Stephanus-Kirche geweiht, 1210 wurde ein neuer Altar durch Brunward, dem damaligen Bischof von Schwerin genehmigt. Vier Glocken wurden 1266 auf die Namen der Evangelisten geweiht. 1471 wurde ein Altar zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit gestiftet. 1488 stifteten Graf Philipp und seine Frau Walpurgis von Solms einen neuen Altar. Eine Taufstein aus Tufflava mit dem Wappen der Virneburger Grafen erhielt Nachtsheim 1557. Der Sebastianusaltar wurde 1588 errichtet. 1680 wurde eine neue Glocke angeschafft. Die Kirche wurde 1721 renoviert. Am 9. Juli 1780 wurde die Glocke mit dem Namen „Carolus“ geweiht. Baumeister Michael Alken aus Mayen war 1849 der Erbauer eines Pfarrhauses. 1858 wurden erste Pläne für einen Kirchenneubau erarbeitet. 1870 wurde die alte Kirche abgerissen und durch den 1875 durch Weihbischof Johann Jakob Krafft geweihten Neubau ersetzt. Dazwischen wurde 1873 eine Glocke umgegossen, zu der Kaiser Wilhelm I. drei Zentner Geschützbronze bereitstellte. In diesem Jahre wurde die Orgel der St.-Clemens-Kirche in Mayen für 800 Taler erworben.

St.-Stephanus-Kirche

Ein neuer Friedhof wurde 1899 im Hambusch (heute Greimerstälchen) angelegt. 1909 und 1910 wurde die Kirche renoviert. 1927 wurden drei neue Glocken hergestellt. Für 1200 Reichsmark wurde 1934 eine Kirchenheizung eingebaut und 1935 der Stephanussaal gebaut, ein Jahr später das Innere der Kirche restauriert. Am 10. August 1942 musste Nachtsheim aus Kriegsgründen zwei Glocken abgeben. Auf dem Kirchenplatz wurde die Mariensäule im Jahre 1944 eingeweiht. Zum Dank, dass das Dorf von den schweren Bombenabwürfen an Silvester 1944 verschont geblieben war, gelobten die Bürger eine Wallfahrt nach Maria Martental. 1949 erhielt die Kirche zwei neue Glocken, 1960 kam eine weitere dazu. Die Reliquien des Heiligen Stephanus wurden in Rom erworben und am 11. August 1957 nach Nachtsheim überführt. Wegen eindringender Feuchtigkeit wurde seit 1963 ernsthaft über einen Neubau der Kirche nachgedacht und 1967 damit begonnen.

Die katholische Pfarrkirche St. Stephanus ist die jetzige Kirche. Sie wurde oft wegen ihrer Form kritisiert. Sie ersetzte die alte baufällige Kirche und wurde am 13. Juni 1971 durch Carl Schmitt eingeweiht. Die Bauzeit betrug fast vier Jahre. In ihr befindet sich noch der Taufbrunnen aus dem Jahre 1557 mit dem Virneburger Wappen. Aus einem unbekannten Grund sind dort aber oben drei und unten vier Rauten abgebildet, also umgekehrt wie im offiziellen Virneburger Wappen. Die Kirche wurde 1984 und 1994 aufwändig renoviert.

Man erzählt heute noch, dass die St.-Stephanus-Kirche nicht dort hätte gebaut werden sollen, wo sie heute steht, sondern an der Verbindungsstraße zwischen Nachtsheim und dem Nachbarort Anschau. Somit hätten beide Orte nur eine Kirche benötigt. Das Baumaterial wurde am vorgesehenen Bauplatz abgelegt. Doch am nächsten Tag war das Material verschwunden. Es lag am heutigen Standort der Kirche. Man transportierte das Material wieder mühsam an den vorgesehenen Platz. Doch am nächsten Tag war es wieder am heutigen Kirchenplatz. Irgendwann entschloss man sich die Kirche dort zu bauen und nicht zwischen Nachtsheim und Anschau. Am vorgesehenen Standort wurde ein Kreuz errichtet.

Zu den Filialkirchen gehören in Anschau St. Ägidius, in Ditscheid St. Apollonia und in Münk St. Hubertus. Derzeitiger Pfarrer ist Michael Frevel, der seit dem Jahre 2000 im Amt ist.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahl von Nachtsheim ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Im Jahre 2000 waren es 603 Einwohner 2006 waren es 590 gemeldete Personen. Ebenso lag die Einwohnerdichte pro km² in den letzten sechs Jahren konstant zwischen 80 und 84. Der Anteil von Männern und Frauen liegt um die 50 zu 50%.

Jahr Einwohner je km²
2000 603 84
2004 579 80
2005 602 83
2006 590 82

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 13 Ratsmitgliedern die bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden. Dies sind der Ortsbürgermeister, der Erste Beigeordnete, der Zweite Beigeordnete und zehn Ratsmitglieder.

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird normalerweise alle fünf Jahre gewählt. Der aktuelle Bürgermeister Hermann Josef Kugel wurde zuletzt im Juni 2004 mit 84 % Ja- und 16 % Neinstimmen in seinem Amt als Ortsbürgermeister bestätigt.

Wappen

Die amtliche Wappenbeschreibung in der Genehmigungsurkunde lautet wie folgt: Gespalten durch eine eingeschweifte gestürzte goldene Spitze, darin 7 rote Rauten (4:3), links in rot ein goldener Palmzweig, rechts in grün drei goldene Ähren.

Die roten Rauten stammen aus dem Wappen der Grafen zu Virneburg. Diese stritten an der Seite von Kaiser Otto I. (936-973) gegen die Ungarn. Sie wählten die sieben Rauten, die aussahen wie die Schilder der besiegten Ungarn.

Bundestagswahlen

Partei Bundestagswahl 1994 Bundestagswahl 1998 Bundestagswahl 2002 Bundestagswahl 2005
Erststimme Zweitstimme Erststimme Zweitstimme Erststimme Zweitstimme Erststimme Zweitstimme
SPD 20,5 % 21,6 % 31,9 % 25,7 % 30,7 % 23,3 % 27,4 % 24,0 %
CDU 72,0 % 68,4 % 62,6 % 61,8 % 60,3 % 62,3 % 61,5 % 53,8 %
FDP 2,3 % 6,0 % 2,9 % 5,2 % 9,0 % 8,4 % 7,3 % 14,3 %
Grüne 4,6 % 3,7 % 2,0 % 5,2 % - 4,1 % 1,5 % 4,1 %
Sonstige 0,6 % 0,3 % 0,6 % 2,1 % - 3,9 % 1,5 % 3,8 %

Die Wahlbeteiligung lag im Jahre 1994 bei 82,2 % 1998 bei 79,9 %, 2002 bei 79,3 % und 2005 bei 72,7 %.

Landtagswahlen

Partei Landtagswahl 2001 Landtagswahl 2006
Wahlkreisstimmen Landesstimmen Wahlkreisstimmen Landesstimmen
SPD 26,9 % 30,2 % 30,2 % 38,7 %
CDU 63,2 % 60,0 % 58,9 % 49,8 %
FDP 5,6 % 4,9 % 6,9 % 6,2 %
Grüne 3,1 % 2,8 % 2,8% 2,5 %
Sonstige 1,2 % 2,1 % 1,2 % 2,8 %

Die Wahlbeteiligung lag im Jahre 2001 bei 75,1 % und im Jahre 2006 bei 70,0 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Ein Taufbrunnen in der Kirche aus dem Jahre 1557 trägt die 7 Rauten der Virneburger Grafen. In ihm wurden schon mehrere hundert wenn nicht sogar Tausend Babys getauft. Außerhalb der St.-Staphanus-Kirche auf der anderen Straßenseite ist der Dorfplatz auf dem ein etwa 2 m hoher Brunnen steht. Auf ihm ist eine Kugel die aus Fischen gebildet ist, Wie in fast jedem Dorf gibt es auch in Nachtsheim ein Denkmal das an die Gefallen und Vermissten des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnert. Dieses befindet sich an der alten Schule. Es wurde vor einigen Jahren vom JGV restauriert. In der Kirche ist zusätzlich eine Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten aus Nachtsheim, Anschau, Ditscheid und Münk. Insgesamt gibt es drei Heiligenhäuschen in und um Nachtsheim. Eines am Ortsende Richtung Anschau. Ein weiteres kurz vor der Einmündung der K 9 in die B 410. Und das letzte außerhalb Nachtsheims an einem Feldweg Richtung Luxem.

Musik

In Nachtsheim gibt es den Musikverein Waldecho Nachtsheim e. V. Dieser wurde 1975 gegründet und zählte Anfangs 27 Mitglieder. Heute sind es 26 aktive Mitglieder. Ebenfalls sind eine regional bekannte Coverband und eine Newcomerband die sich ein Tonstudio sowie einen Proberaum teilen in Nachtsheim beheimatet. Ein Kirchenchor besteht bereits seit einigen 100 Jahren.

Sport

Im Jahre 1931 als DJK Nachtsheim gegründet, nutzte der heutige SG Nachtsheim, der zwischenzeitlich auch Fortuna Nachtsheim hieß, den Schulhof der alten Schule als Sportplatz, bis er in der Nazizeit einer neuen Schule weichen musste. Der Verein musste dann im Pambüsch spielen oder an der Straße am Köppchen. Wenn es dort zu nass war, wurde auf dem Rüsselsberg gespielt. Die Plätze waren, außer Pambüsch alle privat und wenn ein Platz durch weidende Kühe besetzt war, wurde auf eine andere Wiese ausgewichen. Die Tore wurden jeweils wieder herausgenommen. Nach dem Krieg gab es noch einige Probleme mit den Sportplätzen, bis 1976 ein Sportplatz neben der Schule gebaut wurde. Seither spielt der SG Nachtsheim auf diesem Ascheplatz. Er ist Eigentum des Schulverbandes.

Auf diesem Sportplatz spielt ebenfalls der Fußballverein AH (Alte Herren) Nachtsheim. Er wurde 1975 gegründet. Der Vorstand des SG Nachtsheim besteht fast ausschließlich aus Spielern des AH Nachtsheims. Die Alten Herren spielen in den Vereinsfarben Blau/Weiß auf. Jedes Jahr veranstaltet der Verein verschiedene Feiern (z. B. Pfingstfest und Weihnachtsfeier).

Vor einigen Monaten wurde eine weitere Fußballmannschaft ins Leben berufen. Es ist die Freizeitmannschaft „Aggregat“ Nachtsheim die ausschließlich aus Nachtsheimern besteht.

Weiter besteht ein Tischtennisclub und der Verein für Sport, Freizeit und Gesundheit (SFG).Der SFG ist ein Fitnessverein, der in den Orten Nachtsheim, Anschau und Münk tätig ist. In den verschiedenen Gruppen sind nur Frauen zugelassen, die Ausnahme ist ein Programm welches nur für Männer ist.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Nachtsheim verfügt über eine für einen kleinen Ort gute Infrastruktur. Von den vielen Bauern sind heute nicht mehr viele übrig geblieben. Das einzige Gasthaus Tannengrün im Ort bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. Am Dorfrand Richtung Anschau befindet sich das Sägewerk, das früher 14 Arbeiter beschäftigte und der größte Arbeitgeber Nachtsheims war. Jedoch mussten einige Stellen abgebaut werden. Früher waren in Nachtsheim zwei Banken ansässig, je eine Filiale der Volksbank und der Sparkasse. Vor einigen Jahren wurde die Sparkasse in Nachtsheim geschlossen; die Nachtsheimer Konten werden jetzt an der Sparkasse in Boos verwaltet. Im Gegenzug wurde die Volksbank in Boos geschlossen und die Konten der Booser nach Nachtsheim verlegt. In Nachtsheim gibt es den einzigen Arzt in der Umgebung. Die Freiwillige Feuerwehr zählt rund 40 Mitglieder und ist im Besitz von drei Fahrzeugen. Seit längerer Zeit wird in Nachtsheim ein Reiterhof mit Pferdepension betrieben. Die Pferde werden von einem mobilen Hufschmied betreut, der auch in anderen Dorfern arbeitet. Ebenso gibt es einen Telekom-Partner mit einer Zweigstelle im Ort. Die meisten Arbeitnehmer aus dem Dorf sind in Mayen oder in Koblenz beschäftigt.

Verkehr

Nachtsheim liegt an der Kreisstraße K 9, die in die B 410 mündet. An dieser Mündung gab es bereits einige schwere Unfälle, auch mit Toten. Trotz einiger Entschärfungsversuche gibt es immer wieder Unfälle. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Laubach an der B 48. Die nächstgelegene Bahnstation liegt in Monreal.

Öffentliche Einrichtungen

Die Gemeindehalle liegt wie auch die Schule und der Friedhof im Greimerstälchen und wird von der Regionalen Schule, vom JGV, für Karnevals- und für private Veranstaltungen genutzt. Die Halle liegt auf einem großen Gelände, wo jedes Jahr auch die Kirmesbuden errichtet werden. Die Halle verfügt über zwei Säle, einen großen und einen kleinen. Im großen Saal befindet sich zusätzlich eine Bühne.

Die Nachtsheimer Schutzhütte liegt etwas abgelegen unterhalb des Sportplatzes. Sie ist jederzeit benutzbar und wurde am 30./31. August 1997 eingeweiht. Im Rahmen der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“ hat der Musikverein die alte Hütte instand gesetzt und einen neuen Teil mit offenem Grill angebaut.

Tourismus

Rund um Nachtsheim gibt es ausgeschilderte Wanderwege die auch für eine Radtour genutzt werden können. In einer kleinen Felsengrotte mit dem Namen Kesselchen befindet sich ein Abbild der Mutter Gottes. Es wurde im Zweiten Weltkrieg errichtet und im Jahre 2002 restauriert. In der Nähe liegt der Nürburgring, der besonders durch die Nordschleife (auch „die Grüne Hölle“ genannt) bekannt ist. Weitere bekannte und beliebte Touristenziele in der Umgebung sind Burg Eltz, Schloss Bürresheim und die Genovevaburg.

Bildung

Für Kinder von drei bis sechs Jahren (bei genügend freien Plätzen auch für jüngere Kinder) gibt es in Nachtsheim einen Kindergarten. Er wurde am 1. Oktober 1976 eröffnet und kann von den Kindern aus den Ortschaften Nachtsheim, Anschau, Münk und Ditscheid besucht werden. Seine Kapazität liegt bei rund 50 Kindern. In der KiTa Nachtsheim gibt es zwei Gruppen, eine für die Kinder aus Nachtsheim und eine weitere für die Kinder aus den anderen Orten. Zusätzlich verfügt der Kindergarten über einen kleinen Spielplatz. Außerdem befindet sich neben dem Kindergarten der Dorfspielplatz.

Regionale Schule Nachtsheim

Nach dem Kindergarten besuchen Nachtsheimer Schüler zwischen sechs und zehn Jahren die Grundschule in Boos. In Nachtsheim gibt es eine weiterführende Schule. Dies ist eine Regionale Schule. Sie wurde am 8. November 1968 nach knapp zweijähriger Bauzeit feierlich eingeweiht. Zunächst war es eine Hauptschule, die erst später zu einer Regionalen Schule umgestaltet wurde. Erster Schuldirektor war Kurt Theisen. Am 18. Juni 1986 legte Kurt Theisen sein Amt nieder und am 1. August übernahm Werner Lutz die Leitung der Schule. Er leitet die Schule noch heute und ist auch Bürgermeister des Ortes Kaisersesch. Die Schule wurde in den letzten Jahren mehrmals ausgebaut, da es immer mehr Schüler - sogar aus Mayen - nach Nachtsheim zog. Dies geschah in den Jahren 1998, 2000 und 2002. In den nächsten Jahren wird die Schule um eine zusätzliche Sporthalle erweitert. Des Weiteren verfügt die Schule über eine eigene Wetterstation, zwei EDV-Räume, einen Sportplatz sowie eine Sporthalle. Im Jahre 2008 sollen die Bauarbeiten für eine weitere, bereits genehmigte Turnhalle gestartet werden.

Wer eine andere Schule oder Schulform besuchen will kann in Mayen noch die St.-Elisabeth-Sonderschule, die Hauptschulen Hinter Burg und St. Veit, die Albert-Schweitzer-Realschule, das Megina-Gymnasium und die Carl-Burger-Berufsschule besuchen.

Trivia

Literatur

Wolfgang Segschneider: Zwischen Nürburgring und Laacher See: Die Eifellandschaft um Mayen. Ahrtal-Verlag, 1981, ISBN 3-88201-010-X