Heim

Team Coast

Team Coast ist ein ehemaliges deutsches Radsportteam, das von dem Bekleidungs-Unternehmen von Günther Dahms gesponsert wurde. Es wurde 1999 gegründet und seit dem Jahr 2002 galt es als eines der kommenden großen Teams des internationalen Radsports, was mit der Verpflichtung von Jan Ullrich 2003 unterstrichen wurde. Allerdings übernahm man sich finanziell und das Team endete in der Umbenennung zum Team Bianchi, das nur ein halbes Jahr existierte.

Inhaltsverzeichnis

Aufstieg und Fall

Das Team Coast wurde 1999 gegründet und stieg 2001 in die Gruppe der weltbesten Teams auf. Damals verpflichtete man die Radsport-Veteranen Alex Zülle und Fernando Escartín, beides Fahrer, die schon bei der Tour de France auf dem Podium standen. Das erste Jahr als GS-I-Team verlief sportlich enttäuschend. Nach einem Etappensieg bei der Frühjahrsfahrt Paris–Nizza durch Zülle gelang nicht ein einziger weiterer Sieg. So wurden weitere Fahrer verpflichtet.

2002 stieß mit Ángel Casero der Vuelta-Sieger von 2001 zum Team. In dem Jahr kam der sportliche Durchbruch. Schon im Spätwinter wurden Siege bei einem Etappenrennen in Dubai errungen, Alex Zülle gewann die Tour de Suisse, Aitor Garmendia wurde Zweiter der Deutschland Tour und der Katalonien-Rundfahrt und Ángel Casero wurde Sechster der Vuelta a Espana. Der Lohn war eine Einladung zur Tour de France 2003.

Anfang 2003 bekam das Team mit Jan Ullrich endlich einen richtigen Star. Ullrich musste wegen einer Dopingsperre das Team Telekom verlassen, ihm folgte Rudy Pevenage als sportlicher Leiter. Doch mit Ullrich kamen auch die Probleme. Sponsor Coast hatte sich mit der Verpflichtung des Tour-Siegers von 1997 übernommen und hatte Probleme, die Gehälter der Radprofis zu zahlen. Die Fahrer mussten manchmal die Kosten für Unterbringung während mehrtägiger Rennen selbst bezahlen. Das erste Mal wurde das Team deshalb durch den Radsport-Weltverband UCI Anfang März gesperrt. Alex Zülle und Niki Aebersold nutzten die Chance und wechselten in ihre Heimat zum Schweizer Team Phonak. Einige Zeit später konnte das Team wieder starten, aber der einzige sportliche Erfolg in der Zeit war das Comeback von Jan Ullrich mit seinem Sieg bei Rund um Köln. Im Mai 2003 schaltete sich die UCI erneut ein und sperrte das Team wegen ausbleibender Gehälter erneut. Laut den UCI-Regularien konnten Fahrer sofort das Team wechseln, wenn Gehaltszahlungen ausbleiben. Der Spanier Manuel Beltrán nutzte die Möglichkeit und ging zum Team US Postal und war im Juli 2003 einer der wichtigsten Helfer bei Lance Armstrongs fünften Tour-Sieg. Luis Pérez Rodríguez nutzte auch die Chance und wechselte zur Équipe Cofidis.

Der Nachfolger

Parallel zum Team Coast wurde unter dem Namen Team Bianchi ein neuer Radsportrennstall unter der Leitung von Rudy Pevenage aufgebaut. Nachdem sich Coast und dessen Eigentümer Günther Dahms anfangs noch wehrten, konnten Ende Mai alle Fahrer wechseln, fast alle gingen zum neuen Team Bianchi, so auch Jan Ullrich. Das Team bekam von Anfang an Unterstützung durch den Radsport-Weltverband und die Tour-Organisation, die den durch die Auflösung des Teams Coast frei gewordenen Tour-Startplatz an das Team Bianchi vergab. Die Tour de France verlief sehr positiv. Ullrich konnte im ersten Einzelzeitfahren triumphieren und lieferte sich mit dem Amerikaner Lance Armstrong einen packenden Kampf um den Toursieg. Das Team Bianchi wollte besonders die Tour nutzen, um weitere Sponsoren zu finden und so den Fortbestand des Teams zu sichern. Doch im Herbst 2003 deutete sich bereits an, dass Ullrich zum T-Mobile-Team zurückkehren würde. Dem Team Bianchi fehlte somit ein Aushängeschild, womit die Suche nach neuen Sponsoren und das Überleben des Teams unmöglich wurde. Das Team wurde Ende 2003 aufgelöst.

Erfolge

Bekannte ehemalige Fahrer