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Amden

Amden
Basisdaten
Kanton: St. Gallen
Wahlkreis: Wahlkreis See-Gaster
BFS-Nr.: 3311Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 8873
Koordinaten: (729100 / 223400)Koordinaten: 47° 8′ 56″ N, 9° 8′ 27″ O; CH1903: (729100 / 223400)
Höhe: 903 m ü. M.
Fläche: 43.48 km²
Einwohner: 1594

(31. Dezember 2006)

Website: www.amden.ch
Karte

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Amden ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen in der Schweiz mit rund 1600 Einwohnern. Bewohner von Amden werden Ammler genannt. Amden gehört zur Ferienregion Heidiland.

Die Herkunft des Namens Amden wird mit Amoenus mons, dem lieblichen Berg, als An-dem-End oder einfach ad montes (auf dem Berg) gedeutet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Amden wird auch als Sonnenterrasse über dem Walensee bezeichnet. Es hat eine Gesamtfläche von 43.48 km², wovon 12.09 km² Wald sind. Der höchste Punkt Amdens liegt auf 2101 m ü.M. (Leistchamm) und der tiefste Punkt 421 m ü.M. (Walensee).

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Amden ist in vier Gemeindeteile aufgeteilt: Dorf (900 m ü.M.), Arvenbüel (1250 m ü.M.), sowie am Ufer des Walensees Fli oder Fly (430 m ü.M.) und Betlis (430 m ü.M.) mit den Teilen Ober- und Unterbetlis.

Einwohnerzahl

Die Einwohnerzahl in den vier Teilen beträgt: (Stand 2000)

Betlis 34 Personen
Fli 257 Personen
Amden/Arvenbüel 1'248 Personen
Total Einwohner: 1'539 Personen
davon sind:
katholisch 1'075 Personen
protestantisch 328 Personen
Orthodox 27
andere oder ohne Konfession 104 Personen

Naturschönheiten

Tourismusangebote in Amden

Wichtigste Arbeitgeber

Die meisten Ammler haben ihren Arbeitsplatz in den Kantonen St. Gallen, Glarus und Zürich.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Vor 50'000 Jahren soll es gewesen sein, als sich im Churfirstengebiet, wohl nur vorübergehend, die ersten Bewohner in dieser Gegend niederliessen. Es waren die Höhlenbewohner oder wie man früher sagte, die Alpenjäger.

Unklar ist jedoch die Besiedlung Amdens durch die Räter in der Zeit vor Christi Geburt. Man weiss, dass dieses Volk seinen Wohnraum vom Walensee hinaus bis nach hinten ins Glarnerland belegten. Bei einigen Überlegungen könnte man aber zur Einsicht gelangen, dass die berggewohnten Menschen die Höhen Amdens dem „versumpften∑ Talgebiet vorzogen und sich hier niederliessen.

1. Jahrhundert vor Christus bis 5. Jahrhundert

Eine Besiedlung in Amden durch die Rätoromanen kann nicht 100% nachgewiesen werden, es gibt allerdings einige Anhaltspunkte die beweisen könnten, dass sich Romanen hier niederliessen; Es gibt Orte und Berge die nach rätoromanischen Wörter abgeleitet wurden, so zum Beispiel: Furggeln (furca, die Gabel), Tschingel (cingulum, vorspringendes Felsband) oder Gulmen (cuolm, der Berg). Es könnten also Rätoromanen hier gelebt haben, die ihre Heimat benannten.

Einen Beweis römischer Besiedlung zur dieser Zeit finden wir in Betlis, wenn auch nur zu militärischen Zwecken: Die Ruine Strahlegg.

Intensive Nachforschungen haben ergeben, dass die Ruine im 1. Jahrhundert v. Chr. von den Römern erstellt wurde. Man vermutet, das die Rätoromanen von den Römern vertrieben wurden, und somit der Besitzer unseres Gebietes erneut wechselte.

6. bis 12. Jahrhundert

Nach dem Zerfall des römischen Reiches wechselten die Herren in rascher Folge. Zuerst die Ostgoten, dann Karl der Grosse und über die Schwaben gelangte Amden (das Walenseegebiet) an die Lenzburger und Kyburger. Das Kloster Schänis erworb zu diesem Zeitpunkt auch grosse Flächen.

Im 8. Jahrhundert soll dann auch ein kleiner Teil von Alemannen in Amden ihren Wohnsitz gefunden haben.

13. bis 18. Jahrhundert

Als dann die Toggenburger das Land am Walensee erhandelt hatten, entbrannte zwischen den Zürchern, den Schwyzern und Glarnern ein Streit. Zürich hätte das wichtige Durchgangsgebiet gerne für sich beansprucht, wobei Glarus und Schwyz die Rechte auf ihre Seite sahen.

1438 wurde dann der ganze Bezirk Gaster für 3000 Gulden an Glarus und Schwyz verpfändet. Das Pfand wurde aber nie eingelöst und so blieb Amden bis 1798 Untertanengebiet der Eidgenossen.

1798–1815

Die Französische Revolution bedeutete dann die Entlassung aus dem Untertanenverhältnis. Nun wurde Amden wieder von einem Kanton in den anderen geschoben. Zuerst zum Kanton Linth, dann „nochmals“, auch wenn nur auf dem Papier, zum Kanton Glarus und schliesslich zum heutigen Kanton St. Gallen.

Das Hin und Her der Kantonszugehörigkeit wurde dann 1815 endgültig geregelt.

Die wichtigsten Ereignisse von 1815 bis 1980

Strassenbau – Verkehr – Bergsturz

1882 konnte die Strasse eröffnet werden. Zehn Jahre später verkehrte zweimal pro Tag eine Postkutsche, bis 1918 die Ortsgemeinde den Transportbetrieb übernahm. Sie kaufte zwei alte Armeelastwagen und baute diese zu siebzehnplätzigen Autobussen um. Der Autobetrieb Amden war gegründet. Das Unternehmen, das maßgeblich zur Entwicklung des Ferienortes beitrug, brachte auch Arbeit und Verdienst in die Gemeinde.

1950 wurde der grosse Garagen- und Werkstattbau erstellt. Heute verfügt der Betrieb über 14 Fahrzeuge, nebst dem Kursbetrieb (etwa 200'000 Fahrgäste pro Jahr) organisiert er lohnende Ausflugsfahrten, unterhält einen Lastwagen- und Taxibetrieb und besorgt im Winter die Schneeräumung. Auch wenn das ortseigene Unternehmen gegenwärtig keinen Einnahmenüberschuss aufweisen kann, ist es für den Kurort lebenswichtig.

1874 war das Fehlen der Strasse Anlass, dass unter den Ammlern recht harte Worte fielen; der Zufall wollte es, dass genau 100 Jahre später erneut alles von dieser Strasse sprach, nun in der Gemeinde selbst, sogar über die Landesgrenzen hinaus gelangte das Werk zur traurigen Berühmtheit. Es war die Bergsturzzeit.

Seit 1972 konnte im Gebiet Schwarzberg-Schafbett eine Kippbewegung der obersten Felsmassen beobachtet werden. Die Masse, die über die Strasse Weesen–Amden in den Walensee abzustürzen drohte, wurde auf ½ Mio. Kubikmeter geschätzt. Die anfängliche Rutschgeschwindigkeit von 5 cm pro Monat steigerte sich in bedrohendem Masse. Durch ungeschickte Zeitungsberichte verbreitete sich der Glaube, das Dorf selbst wäre in Gefahr. Für den Kurort waren die aufgebauschten Meldungen von grossem Schaden. Der Passantenverkehr ging auf ein Minimum zurück, Hotels, Pensionen und das Liftunternehmen mussten zünftige finanzielle Einbussen in Kauf nehmen. Und der Schrattenkalk am Schwarzberg rutschte immer schneller.

Im Herbst 1973 wurde unter Mithilfe des Militärs (Sap Kp II/8 und Sap Kp I/35) innert kürzester Zeit die Notstraße ins Toggenburg gebaut. Dafür verwendet wurde ein bereits ausgearbeitetes Strassenprojekt Amden–Nesslau aus dem Jahr 1906, dessen Ausführung 710'000 Franken gekostet hätte und deshalb nicht ausgeführt wurde. Die Notstrasse konnte allerdings im folgenden Winter wegen Lawinengefahr nicht benutzt werden. Nachdem sich der Schwarzberg bedrohlich neigte, begann man die lockeren Felsmassen rund um die Uhr zu beobachten und nachts mit Scheinwerfern zu beleuchten.

Mitte Januar 1974 musste die Strasse gesperrt werden. Helikopter der Armee, der Rega und der Heliswiss übernahmen die Versorgung der Gemeinde. An Nebeltagen, wenn der Flugbetrieb eingestellt werden musste, war es in Amden wie ausgestorben. In der Nacht auf den 21. Januar 1974 löste sich ein grosser Teil der Felsmasse (etwa 50'000 m³) und stürzte in den Steinbruch. Die Strasse wurde nur leicht beschädigt. Tage später wurden die noch absturzgefährdeten Parteien abgesprengt (40'000 m³). Mitte Februar konnte die Strasse für den Verkehr wieder freigegeben werden. In der Folge legte man das kostspielige Tunnelprojekt auf die Seite. Gebaut wurden dann 1981 die Steinschlaggalerien zur Sicherung der Strasse Weesen–Amden.

Familien

Die Familiennamen wie Thoma, Gmür, Boos, Jöhl oder Böni (Böni: von Bonifacius, der Gutes Tuende, boni der Gute) sind in Amden sehr verbreitet. Zum Beispiel die Nachkommen von: