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Agnes von der Vierbecke

Agnes von der Vierbecke, auch Agneta, (* um 1341 in Hengsen (heute Holzwickede); † 4. Oktober 1378 in Dortmund) ist eine Person der Holzwickeder und Dortmunder Historie.

Agnes (auch Nyse genannt) wurde auf dem Hengser Adelshof Haus Vierbecke geboren und wuchs dort auf. Sie heiratete - vermutlich um 1360 - den Dortmunder Patrizier Sudermann und hatte mit ihm zusammen einen Sohn, Arnold (oder Arnt) Sudermann.

Zur Person der Geschichte wurde sie durch eine Fehde der Dortmunder mit dem Grafen Dietrich von Dinslaken, einem Bruder des Grafen von der Mark. Die verwitwete Agnes war mit Dietrich befreundet. Am 3. Oktober 1378, dem Sonntag nach Michaelis, sollte sie Bewaffneten des Grafen Zugang zur stark befestigten Stadt verschaffen. Zu diesem Zweck versteckte sich ein Trupp märkischer Soldaten in einem Heuwagen, den Agnes - zusammen mit einer Fuhre Holz - zu einem Dortmunder Stadttor lenkte. Gegenüber den Torwachen behauptete sie, das Heu und das Holz seien für sie selbst, um auf diese Weise die Bewaffneten in die Stadt zu schmuggeln. Die Torwache lenkte sie ab, indem sie bat, ihr einen Topf Pfefferpotthast von den Fleischbänken zu holen. Diese von den Dortmundern als Verrat gebranntmarkte List wurde jedoch entdeckt. Agnes und zwei ihrer Helfer, ihr Sohn Arnold und der junge Graf Conrad von Dortmund, wurden auf dem Wißstraßentorturm festgenommen. Sie wurden angeklagt, verurteilt und in Dortmund auf dem Alten Markt hingerichtet. Arnold und Conrad wurden enthauptet, Agnes angeblich auf dem für die List benutzten Holzwagen verbrannt.

Graf Dietrich und die mit ihm in der Fehde Verbündeten beschworen Agnes' Unschuld. Ihr Bruder Johann von Wickede und der Graf von Dortmund bezichtigten den Rat der Reichsstadt einer Unrechtstat und verbreiteten dies gegenüber anderen Stadträten. Diesen Schluss lässt jedenfalls ein Schreiben der Dortmunder an den Rat von Danzig zu, worin noch einmal die Rechtmäßigkeit der Verurteilung dargestellt wird. Zehn Jahre später nahm Graf Engelbert III. von der Mark die, wie er erklärte, ungerechtfertigte Hinrichtung als Anlass für die Große Dortmunder Fehde. Erst mit dem Friedensschluss der Großen Fehde söhnten sich Agnes' Familie und der Dortmunder Rat 1392 aus.

Die Erinnerung an den Sieg über den listigen Grafen Dietrich von Dinslaken und den „Verrat“ der Agnes von der Vierbecke ist bis heute in Dortmund lebendig. Alljährlich Ende September, Anfang Oktober, lebt das Gedenken beim Pfefferpotthastfest auf dem Alten Markt wieder auf.

Literatur

Personendaten
Vierbecke, Agnes von der
Nyse; Neise; Agnes Sudermann; Witwe Sudermann
Heimatkämpferin
um 1341
Hengsen
4. Oktober 1378
Dortmund