Alberta
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Alberta

Dieser Artikel beschreibt die kanadische Provinz; weitere Bedeutungen siehe Alberta (Begriffsklärung).
Alberta
Wappen Flagge

(Details)

(Details)
Wahlspruch: Fortis et Liber
„Stark und frei“
Lage
Basisdaten
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Edmonton
Größte Stadt Calgary
Fläche 661.848 km² (6.)
Einwohner (2006) 3.290.350 (4.)
Bevölkerungsdichte 5,1 Ew./km²
BIP in CAD (2006) Gesamt: 235,593 Mia. (3.)
Pro Kopf: 69.789 (2.)
Zeitzone UTC -7
ISO 3166-2 CA-AB
Postalische Abkürzung AB
Website www.gov.ab.ca
Politik
Beitritt Konföderation 1. September 1905
Vizegouverneur Norman Kwong
Premierminister Ed Stelmach
Sitze im Unterhaus 28
Sitze im Senat 6

Alberta [ælˈbɝtə] ist die westlichste der Prärieprovinzen Kanadas. Die Hauptstadt ist Edmonton, die größte Stadt Calgary. Benannt ist sie nach Louise Caroline Alberta, Herzogin von Argyll, der vierten Tochter von Königin Victoria.

Albertas Landschaft wird von der Prärie dominiert, die sich im Osten bis nach Manitoba ausdehnt. An der Westgrenze der Provinz dominieren hingegen die Ausläufer der Rocky Mountains. Alberta besitzt umfangreiche Ölvorkommen und ist die reichste Provinz Kanadas. Weitere Wirtschaftsfaktoren sind Getreideanbau und Rinderzucht.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Alberta bedeckt eine Fläche von 661.848 km², davon sind 642.317 km² Land- und 19.531 km² sind Wasseroberfläche.

Lage

Im Süden grenzt Alberta an den US Bundesstaat Montana, im Osten an die Provinz Saskatchewan, im Norden an die Northwest Territories und im Westen an British Columbia.

Gewässer

Mit Ausnahme des südwestlichen Teils ist Alberta sehr wasserreich. Es gibt Dutzende von Flüssen und Seen. Die drei größten Seen sind: der Lake Athabasca (0000000000078987.898 km²) ein Teil dessen in der Provinz Saskatchewan liegt, der Lake Claire (0000000000014361.436 km²) unmittelbar westlich des Lake Athabasca im Wood Buffalo Nationalpark und der Lesser Slave Lake (0000000000011681.168 km²) nordwestlich von Edmonton.

Landschaften

Albertas Hauptstadt, Edmonton, liegt beinahe im geographischen Zentrum der Provinz und der Großteil von Albertas Öl wird hier raffiniert. Das südliche Alberta, wo Calgary liegt, ist bekannt für sein Ranching. Ein Großteil des unbewaldeten Alberta wird zum Getreideanbau oder die Milchwirtschaft verwendet, wobei Ranching und Grünland im Süden dominieren. Das Ödland Albertas liegt im Südosten, wo der Red Deer River die flache Prärie und das Farmland kreuzt und tiefe Schluchten und beeindruckende Landschaften zu sehen sind. Der Dinosaurier-Provinzpark, nahe Brooks, Alberta, Schauplatz für das Terrain des Ödlands, der Flora der Wüste und Überbleibsel von Albertas Vergangenheit, als Dinosaurier die Landschaft durchstreiften.

Gliederung

Alberta wird in sechs Regionen aufgeteilt:

Klima

Da sich Alberta 0000000000012001.200 km in Nord-Süd-Richtung (und etwa 600 km in Ost-West-Richtung) ausdehnt, ist nicht erstaunlich, dass sich das Klima zwischen dem 49. und 60. Breitengrad beträchtlich unterscheidet. Es wird auch durch die Höhe ü. M. beeinflusst: sie reicht von etwa 0000000000010001.000 Meter im Süden (Calgary ist etwa 0000000000010001.000–0000000000012001.200 Meter und Red Deer ist etwa 850 m hoch) bis zu 650 Meter im Norden. Die Präsenz der Rocky Mountains im Westen und offener Prärie im Osten beeinflusst das Wetter ebenfalls. Der Norden Albertas ist meistens von Taiga bedeckt und hat weniger frostfreie Tage als der Süden, welcher ein semiarides Klima hat. Die südöstliche Ecke Albertas erfährt größere Hitze im Sommer und weniger Niederschläge als der Rest der Provinz. der Westen Albertas ist geschützt durch die Berge, und erfreut sich milder Temperaturen im Winter Chinook, während das südöstliche Alberta allgemein aus flacher, trockener Prärie mit ein paar Hügeln besteht mit höchst extremen Temperaturen. Diese liegen im Bereich von sehr kalt (−35 °C oder tiefer im Winter) bis sehr heiß (38 °C oder mehr im Sommer). Das zentrale und Teile des nordwestlichen Alberta im Bereich des Peace River sind zum großen Teil Espen Parkland, ein Uebergangs-Biom zwischen der Prärie im Süden und der Taiga im Norden. Nach dem südlichen Ontario ist das zentrale Alberta diejenige Region Kanadas mit der größten Wahrscheinlichkeit für Tornados. Gewitter sind häufig im Sommer speziell im zentralen und südlichen Alberta. Die Region um den Calgary-Edmonton Corridor ist berüchtigt für die höchste Häufigkeit für Hagel in Kanada.

Generell hat Alberta kalte Winter mit Durchschnittstemperaturen zwischen −10 °C im Süden bis zu −24 °C im Norden. Im Süden entlang den Ausläufern der Rockies wird der Winter manchmal durch den Chinook (Wind) unterbrochen, der die Temperaturen in kurzer Zeit auf bis zu 20 °C und mehr steigen lässt. Dies geschieht meist im Februar oder März. Im Sommer reicht die durchschnittliche Tagestemperatur von etwa 21 °C in den Tälern der Rocky Mountains und im hohen Norden bis zu 30 °C in der trockenen Prärie des Südwestens. In den Nördlichen und westlichen Teilen der Provinz fällt mehr Regen und die Verdampfungsraten sind wegen der kühleren Sommertemperaturen niedriger. Südliche und östlich-zentrale Gebiete sind anfällig für dürreähnliche Bedingungen zum Teil über Jahre hinweg, obwohl es auch in diesen Gebieten heftige Niederschläge geben kann. Die nördlichen Teile Albertas erhalten wegen des recht trockenen Klimas recht viel Sonnenschein; der östlich-zentrale an Saskatchewan grenzende Teil der Provinz ist der sonnigste Platz Kanadas mit einem Durchschnitt von über 0000000000025002.500 Sonnenstunden jährlich.

Fauna

Die drei klimatischen Regionen Albertas (alpin, Wald und Prärie) beheimaten viele verschiedene Tierarten. Die südliche und zentrale Prärie war das Land der Bisons. Das Gras lieferte Futter für Millionen von Büffeln. Seit der ersten Besiedlung wurde die Büffel-Population dezimiert, aber die Büffel haben sich wieder stark vermehrt und gedeihen in Farmen und in Parks überall in Alberta.

Alberta ist die Heimat vieler großer Carnivoren. Darunter sind der Grizzly und der Schwarzbär, die man in den Berg- und Waldregionen findet. Kleinere Vertreter der Fleischfresser der Hunde- und Katzen-Familien sind der Koyote, der Wolf, der Fuchs, der Kanadische Luchs, der Rotluchs und der Berglöwe (Puma).

Herbivoren findet man überall in der Provinz. Elch und Hirsch (sowohl Maultierhirsch und Weißwedelhirsch) findet man in bewaldeten Regionen, und den Gabelbock in den Prärien des südlichen Alberta. Dickhornschafe und Bergziegen leben in den Rocky Mountains. Kaninchen, Stachelschweine, Skunks, Eichhörnchen, und viele Arten von Nagetieren und Reptilien leben in jeder Ecke der Provinz. In Alberta ist nur eine einzige Giftschlangenart, die Prärieklapperschlange, beheimatet.

Das zentrale und nördliche Alberta ist ein Brutgebiet für viele Zugvögel. Eine große Menge Enten, Gänse, Schwäne und Pelikane kommen jedes Frühjahr in Alberta an und nisten an oder in der Nähe der Hunderten kleinen Seen im nördlichen Alberta. Adler, Falken, Eulen und Krähen sind sehr häufig, und eine große Anzahl kleinerer Samen- und insektenfressender Vögel lebt hier. In Alberta gibt es Mücken, Fliegen, Wespen und Bienen. Flüsse und Seen sind reichlich bevölkert mit Hechten, Walleye (Verwandter des europäischen Zanders, Weißfische, Regenbogenforellen, Bachsaiblingen und Bachforellen und sogar Stören. Schildkröten findet man in einigen Gewässern im Süden der Provinz. Frösche und Salamander leben neben anderen Amphibien in Alberta.

Bevölkerung

Alberta hat 3.290.350 Einwohner (2006).[1] Die Bevölkerung wächst wegen anhaltender Einwanderung rasant. Die Bevölkerungsdichte liegt bei etwa vier Einwohnern pro Quadratkilometer. Ca. 85 % der Bevölkerung sprechen Englisch als Muttersprache, ca. 5 % Französisch.

Etwa 70.000 Bürger Albertas sind Indianer. Mehrheitlich sind dies Cree und Blackfoot (Siksika). Dazu kommt eine größere Anzahl Métis. Ihnen wurde 1990 vom obersten Gerichtshof Kanadas ein in acht Siedlungen aufgeteiltes Schutzgebiet von 500.000 Hektar Land zugesprochen. Die Provinz ist eines der Zentren der Hutterer in Kanada.

Größte Städte

Die größten Ballungszentren sind Calgary (mit Airdrie), Edmonton (mit Sherwood Park, Spruce Grove und St. Albert), Red Deer, Lethbridge und Medicine Hat.

Stadt (Municipality) Einwohner [1]
2001 2006
Calgary 879.003 988.193
Edmonton 666.104 730.372
Red Deer 67.829 82.772
Strathcona County (Sherwood Park) 71.986 82.511
Lethbridge 67.374 74.637
St. Albert 53.081 57.719
Medicine Hat 51.249 56.997
Wood Buffalo (Fort McMurray) 41.445 51.496
Grande Prairie 36.983 47.076
Rocky View 29.925 34.171
Parkland County (Stony Plain) 27.217 29.265
Airdrie 20.407 28.927
Foothills 16.602 19.736
Spruce Grove 15.983 19.496

Geschichte

Siehe auch Hauptartikel Geschichte Albertas.

Alberta wurde nach Prinzessin Louise Caroline Alberta benannt.

Das südliche Teil der Provinz Alberta war seit Gründung der Hudson’s Bay Company (HBC) 1670 ein Teil von Ruperts Land und unterstand damit der Verwaltung der HBC. Der nördliche Teil des Gebiets wurde erst noch von der North West Company administriert, die aber 1821 in der HBC aufging (s. Pemmikan-Krieg).

Um circa 1731 erreichten die Franzosen das Gebiet der westlichen kanadischen Prärie. Sie gründeten später Gemeinden wie Lac La Biche und Bonnyville. Fort La Jonquière wurde 1752 in der Nähe des heutigen Calgary erbaut. Der erste Erforscher der Region Athabasca war Peter Pond, der im Namen der North West Company 1778 das Fort Athabasca am Lac La Biche baute. 1788 gründete Roderick Mackenzie Fort Chipewyan, die älteste europäische Siedlung in Alberta, an der Nordwestspitze des Athabascasees.

Alexander Mackenzie, der Cousin Roderick Mackenzies, folgte dem North Saskatchewan River zu seinem nördlichsten Punkt in der Nähe von Edmonton, setzte dann zu Fuß nach Norden und folgte dann dem Fluss Athabasca zum Athabascasee. Dort entdeckte er einen Ausfluss, den Mackenzie River, diesem folgte er bis zur Mündung in den Arktischen Ozean. Er kam zum Athabascasee zurück und folgte dem Peace River stromaufwärts und erreichte den Pazifik. Mackenzie ist somit der erste Europäer, der den amerikanischen Doppelkontinent nördlich Mexikos durchquerte. [2]

1882 wurde Alberta ein separater Distrikt der Nordwest-Territorien, 1905 wurde sein Gebiet nach einer langen Kampagne für Autonomie vergrößert und zu einer Provinz. Alexander Cameron Rutherford wurde der erste Premierminister.

Politik

Das politische System Albertas basiert auf dem Westminster-System mit einem Einkammernparlament. Die Legislativversammlung besteht aus 83 Mitgliedern, die in ebenso vielen Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt werden. Der Vizegouverneur kann in Absprache mit dem Premierminister innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens (spätestens nach fünf Jahren) das Parlament vorzeitig auflösen und Neuwahlen ansetzen, der britischen Parlamentstradition entsprechend. Premierminister ist stets der Vorsitzende jener Partei, welche die meisten Sitze errungen hat. Dieses Amt hat zurzeit Ed Stelmach inne, Vizegouverneur ist Norman Kwong.

Politisch ist Alberta die konservativste aller Provinzen. Alle 28 Repräsentanten Albertas im kanadischen Unterhaus gehören der Konservativen Partei Kanadas an. Auf Provinzebene stellt die Progressive Conservative Association of Alberta seit 1971 ununterbrochen die Regierung. Alberta wird aus diesem Grund gelegentlich als „Texas North“ bezeichnet. Gemäß der kanadischen Verfassung stehen Alberta sechs Sitze im Senat zu, die derzeit allesamt von konservativen Senatoren gehalten werden.

Siehe auch: Liste der Premierminister von Alberta, Liste der Vizegouverneure von Alberta

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Alberta wird auch das Land der Cowboys genannt. Nirgends in Kanada gibt es so viele Working und Guest Ranches wie hier. Jährlich findet auch die Calgary Stampede statt, es ist das größte Rodeo weltweit seiner Art.

Naturdenkmäler

Alberta besitzt eine Reihe von Nationalparks und Provinzparks. Im Westen liegt der Jasper-Nationalpark und der Banff-Nationalpark, im Norden der Wood-Buffalo-Nationalpark, im Osten der Elk-Island-Nationalpark, im Südosten der Dinosaurier-Provinzpark und im Süden der Waterton-Lakes-Nationalpark.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ölvorkommen

Alberta besitzt reiche Ölvorkommen, hauptsächlich nahe Fort McMurray. Die Ölsandvorkommen, die Kanada nach Saudi-Arabien zum Land mit den weltweit zweitgrößten Ölreserven machen, begründen den Reichtum der Provinz. Der Abbau ist jedoch mit Umweltproblemen verbunden[3]. Die Gewinnung von Öl aus Ölsand wurde erst in letzter Zeit durch neue Technologien und einen anhaltend hohen Ölpreis wirtschaftlich. Es wird prognostiziert, dass sich der Abbau in den nächsten 25 Jahren vervierfachen wird. Da er sehr energieintensiv ist, birgt er die Gefahr, dass Kanada seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll nicht erfüllt [4]. (Stand: 2006)

Agrarwirtschaft

Nach der Ölindustrie ist die Agrarwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Diese besteht hauptsächlich aus Getreideanbau und Rinderzucht für den Export in die USA. Der Rinderexport wurde 2003 empfindlich beeinträchtigt, als Fälle von BSE auftraten und die USA vorübergehend ihre Grenze für den Import schloss.

Quellen

  1. a b Statistics Canada: Census 2006
  2. Dictionary von kanadischem Biography. Alexander Mackenzie Biography. Gefunden am 2006-01-05.
  3. AG Friedensforschung Uni Kassel: Das neue Ölscheichtum Kanada. 8. Jul. 2006
  4. CBC/Radio-Canada: Alberta's oilsands. 14. Mär. 2005
 Commons: Alberta – Bilder, Videos und Audiodateien