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Digital Object Identifier

Ein Digital Object Identifier (abgekürzt DOI, übersetzt etwa „Bezeichner für digitale Objekte“) ist ein eindeutiger und dauerhafter Identifikator für digitale Objekte. Er wird vor allem für Online-Artikel von wissenschaftlichen Fachzeitschriften verwendet. Das DOI-System baut auf dem Handle-System auf[1][2][3] und ist vereinfacht ausgedrückt mit ISBN und ISSN vergleichbar, geht jedoch durch seine integrierte Lokalisierungsfunktion darüber hinaus.

Inhaltsverzeichnis

Identifikation und Lokalisierung digitaler Objekte

Digitale Objekte lassen sich im Internet über die Adresse, unter der sie abgelegt wurden, ansprechen. Eine Möglichkeit dazu stellt der Uniform Resource Identifier (URI) dar, unter der Voraussetzung, dass die Adresse dauerhaft erhalten bleibt. Im Allgemeinen sind Adressen im Internet jedoch mehr oder weniger kurzlebig (siehe auch Error 404).

DOI schafft ein System, das ein Objekt selbst identifiziert – nicht den Ort oder die Ressource, unter der es (momentan) abgelegt ist. Allerdings wäre eine Objektidentifizierung allein ungenügend, um den Zugriff auf ein bestimmtes Objekt zu ermöglichen (was nützt es, ein Objekt zwar eindeutig zu identifizieren, ohne zu wissen, wo man es bekommen kann).

Um den Zugriff auf identifizierte Objekte zu ermöglichen, stellt die International DOI Foundation (IDF) als Betreiber des DOI-Systems ein System zur Verfügung, das dem DOI den (oder die) aktuellen Standort(e) des Dokuments zuordnet. D. h. es kann über den DOI jedem digitalen Objekt ein URI zugeordnet werden. Wenn sich der Standort (also der URI) eines digitalen Objektes ändert (z. B. weil der Inhalte-Anbieter seinen Server umstrukturiert), so hat dies keinen Einfluss auf den DOI, es muss lediglich die Zuordnung in der DOI-Datenbank aktualisiert werden. Bei der Adressierung eines Dokuments über den DOI erfolgt eine Weiterleitung zu der URI, unter der das Objekt aktuell verfügbar ist, oder, wenn das Objekt an mehreren Orten abgelegt ist, zu einer Übersicht der zugehörigen URIs.

Beispiele

Das Objekt mit DOI:10.1007/s003390201377 wird gefunden, indem man entweder den DOI in die dafür vorgesehene Eingabemaske (DOI Resolver) der DOI-Stiftung einträgt, oder indem man direkt zur URI

http://dx.doi.org/10.1007/s003390201377

geht, das heißt, indem man dem DOI die URI des DOI-Proxyservers http://dx.doi.org/ voranstellt.

Beispiel: doi:10.1000/182 (DOI-Handbuch)

In einer Publikation, die durch einen DOI identifiziert ist (z. B. doi:10.1371/journal.pbio.0020449), können weitere DOI wiederum Teile identifizieren; so ist im angegebenen Beispiel eine Abbildung zu finden mit doi:10.1371/journal.pbio.0020449.g001.

Datenschutz

Die DOI Foundation speichert laut eigener "Privacy Information" folgende Punkte: "Our logs collect and store only domain names or IP addresses, dates and times of visits, and the pages visited." Kritiker bemängeln, dass das Speichern der IP-Adressen überflüssig und daher aus Gründen des Datenschutzes abzulehnen sei.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Sam Sun, Larry Lannom, Brian Boesch: Handle System Overview. RFC 3650, November 2003.
  2. Sam Sun, Sean Reilly, Larry Lannom: Handle System Namespace and Service Definition. RFC 3651, November 2003
  3. Sam Sun, Sean Reilly, Larry Lannom, Jason Petrone: Handle System Protocol (ver 2.1) Specification. RFC 3652, November 2003