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Foxconn

Foxconn ist der Name, unter dem das taiwanische Unternehmen Hon Hai Precision Industry Co., Ltd. (chin. 富士康國際控股有限公司, kurz chin. 富士康, Fù Shì Kāng) auf dem Markt auftritt. Das Unternehmen wurde 1974 von Terry Gou als Hersteller von Kunststoffprodukten gegründet. Seit 1991 ist das Unternehmen an der Taiwanesischen Börse notiert.

Foxconn ist mit über 350.000 Mitarbeitern einer der größten Hersteller von Elektronik und Computer-Teilen weltweit. Foxconn produziert als Auftragshersteller u. a. den Mac mini für Apple und Rechner für den amerikanischen Computerversand Dell. Weitere Produkte sind die Sony-Playstation und Mobiltelefone namhafter Anbieter.

Seit 2005 versucht Foxconn mit Angeboten für den Privatanwender auch im Heimbereich Fuß zu fassen. Zu den Produkten für den Heimanwender zählen z.B. Mainboards, Barebones, Grafikkarten, Netzteile und Lüfter. In Europa werden diese unter der Marke Foxconn angeboten, in Asien als WinFast. Die Modellbezeichnungen und Ausführungen sind in der Regel jedoch identisch.

Foxconn gilt als Haus-und-Hof-Lieferant für Intel. Etwa 75% der unter dem Namen Intel verkauften Mainboards werden von Foxconn gefertigt. Mit 42 Millionen verkauften Mainboards im Jahr 2005 ist man Marktführer im Bereich Mainboards. Zudem wurden 2005 mehr als 52 Millionen PC-Gehäuse verkauft. Auch damit ist man Marktführer. Weltweit ist Foxconn Nr. 1 Hersteller von PC-Sockeln, Nr. 5 Hersteller von Konnektoren und Nr. 2 Hersteller von Kühlkörpern mit 25% Marktanteil. 2005 erzielte Foxconn 26 Milliarden US-Dollar Umsatz. Damit ist es das größte privat geführte produzierende Unternehmen aus Taiwan und zugleich der größte Exporteur aus China, wo das Meiste produziert wird.

Foxconn besitzt 21.000 angemeldete Patente. Über 15.000 Ingenieure in den USA, China und Taiwan arbeiten an der Entwicklung neuer Produkte.

Seit 1993 besitzt das Unternehmen Produktionsstätten auf dem chinesischen Festland. Zum Unternehmen gehören seit 1994 Entwicklungszentren in den USA und Japan. 1998 und 1999 kamen Produktionsstätten in Großbritannien und den USA hinzu.

2006 wurden von der englischen Zeitung Mail on Sunday schwere Vorwürfe gegenüber Foxconn erhoben. So sollen bei der Fertigung des iPod unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen. Es wird von 15-stündigen Arbeitstagen und Monatslöhnen von 40 Euro berichtet, die deutlich unterhalb des Mindestlohns von 80 Euro in der Provinz Shenzhen liegen. Bemängelt wurden unter anderem auch die unfaire Behandlung der Arbeiter und der Zustand der Unterkünfte. Dies wurde aber durch eine Besichtigung einer Delegation von Apple (augenscheinlich) widerlegt.[1]

Eine weitere Marke des Konzerns ist Leadtek, ein Hersteller von Grafikkarten.

Einzelnachweise

  1. Produktionsbedingungen von Apples iPod in der Kritik, Heise.de, 15.06.2006