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Geviert (Typografie)

Das Geviert (engl. quad) ist eine typografische Maßeinheit aus der Zeit des Bleisatzes mit beweglichen Lettern, die auch im modernen Satz am Rechner noch verwendet wird.

Das Geviert entspricht einer quadratischen (daher der Name „Geviert“, eine veraltete Form für Quadrat) nicht druckenden Fläche, deren Seitenlänge gleich der Höhe des Schriftkegels (der Kegelstärke) ist. Demzufolge definiert das Geviert in der Senkrechten den Mindestzeilenabstand einer Schrift (Kompress-Satz); in der Waagrechten ist es – in verschiedenen Unterteilungen bis zu einem 24stel – die Maßgrundlage für den Abstand zwischen Wörtern und Satzzeichen, und die Länge der Geviertstriche.

Halbgeviert ist die Hälfte dieser Breite, verwendet etwa beim Halbgeviertstrich. Der übliche Wortabstand (das Leerzeichen) etwa beträgt ein Viertelgeviert.

In guten Schriften beträgt die Breite aller Ziffern einheitlich ein Halbgeviert, um einen sauberen Tabellensatz zu ermöglichen. Das führt aber dazu, dass im Lauftext die Eins mit zu viel Weißraum umgeben ist. Für einen hochwertigen Satz sollte das durch Unterschneiden korrigiert werden. Ausgebaute Schriften stellen für diesen Zweck Mediävalziffern zur Verfügung, welche wie Kleinbuchstaben in der Breite variieren.

Die im Englischen verwendeten Bezeichnungen Em für „Geviert“ und En für „Halbgeviert“ sollten nur als Näherung verstanden werden, denn die Breite der Buchstaben M und N ist für die Definition von Geviert und Halbgeviert nicht maßgeblich. Außerdem ist das Geviert im klassischen Letternsatz aufgrund des Fleisches (in der Grafik 3) etwas größer als der größte Buchstabe.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Christoph Päper: Typographie für Webautoren → »Geviert«. 2005-06-16 (Stand: 22. Juni 2008).