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Stuttgarter Kammerorchester

Das Stuttgarter Kammerorchester ist ein Kammerorchester in Stuttgart, das 1945 von Karl Münchinger gegründet wurde; es ist das älteste Ensemble seiner Art. Kleine Besetzung, reduzierte Tempi, klangliche Homogenität und ausgeglichene Dynamik bei höchster Qualität der Aufführungen waren die Ideale Münchingers, der sich damit bewusst von der spät- und nachromantischen Interpretationspraxis auch barocker und klassischer Werke abgrenzte.

Sein erstes Konzert gab das Ensemble am 18. September 1945 im Saal des Furtbachhauses in Stuttgart. Von Anfang an unternahm es zahlreiche Reisen, in der unmittelbaren Nachkriegszeit zunächst innerhalb von Deutschland, später weltweit. Mit seinem neuen Interpretationsstil und seiner Perfektion erwarb es sich Weltruf, der erst nachließ mit dem Aufkommen von Ensembles, die sich intensiver mit historischer Aufführungspraxis einschließlich der Verwendung „authentischer“ Instrumente befassten.

Karl Münchinger leitete das Orchester bis 1987. Ihm folgte von 1990 bis 1995 Martin Sieghart. Von 1995 bis August 2006 war Dennis Russell Davies Chefdirigent. Unter seiner Leitung wurde das Repertoire wesentlich erweitert. Neben Aufführungen zahlreicher zeitgenössischer Werke, die teilweise vom Orchester in Auftrag gegeben oder ihm gewidmet waren, wurden auch Crossover-Projekte, z.B. mit Keith Jarrett, durchgeführt. Nachfolger von Davies ist Michael Hofstetter. Seit einiger Zeit gibt das Orchester auch Konzerte unter Leitung seines Ersten Konzertmeisters Benjamin Hudson, vorzugsweise mit barocken Werken und kammermusikalischem Repertoire. Unter diesen beiden Künstlern nahm das Orchester wesentliche Elemente der historischen Aufführungspraxis in seine Interpretationen auf.

Neben seiner Konzerttätigkeit engagiert sich das Orchester beim Dirigierpodium Baden-Württemberg, einer Projekt-Förderung für junge Dirigenten, und in Verbindung mit der Dirigierklasse der Stuttgarter Musikhochschule.

Literatur