Podgorica
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Podgorica

Podgorica
Подгорица

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DMS
Basisdaten
Staat: Montenegro
Koordinaten: 42° 26′ N, 19° 16′ OKoordinaten: 42° 26′ 23″ N, 19° 15′ 58″ O
Höhe: 45 m ü. A.
Einwohner: 139.724 (2004)
Telefonvorwahl: (+382) 081
Postleitzahl: 81000
Kfz-Kennzeichen: PG
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Miomir Mugoša (DPS)
Webpräsenz:
www.podgorica.cg.yu

Podgorica (kyrillisch Подгорица; Aussprache [ˈpɔdgɔˌriʦa]) ist die Hauptstadt Montenegros. Mit Ausnahme des Staatspräsidenten, der in Cetinje residiert, haben hier alle wichtigen Institutionen der Republik ihren Sitz. Podgorica hat 139.724 Einwohner (2004), eine Universität, mehrere Theater und ist Sitz der Montenegrinischen Akademie der Wissenschaften. Von 1946 bis 1992 hieß die Stadt Titograd. Der Name Podgorica bedeutet auf deutsch ungefähr unterhalb des Berges.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die montenegrinische Hauptstadt liegt in einer weiten Ebene an der Mündung der Zeta in die Morača, wobei letztere Podgorica in nord-südlicher Richtung durchfließt. Bis zum Skutarisee im Süden sind es von Podgorica etwa 15 Kilometer.

Podgorica hat ein typisches mediterranes Klima, mit heißen und trockenen Sommern und milden Wintern. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwa 1544 mm und die Durchschnittstemperatur 16,4 °C.

Politik und Verwaltung

Die Großgemeinde Podgorica ist die einwohnerstärkste Kommune Montenegros. Außer der Hauptstadt selbst gehören die Kleinstädte Golubovci und Tuzi sowie insgesamt 57 Dörfer und Siedlungen zur Gemeinde.

Geschichte

1326 wurde Podgorica erstmals erwähnt. Es gehörte Mitte des 14. Jahrhunderts zum serbischen Reich des Zaren Stefan Dušan, danach zu den Fürstentümern der Balšići (bis 1421) und der Crnojevići (bis 1466); kurzzeitig stand die Stadt auch unter venezianischer Herrschaft. Von 1466 an war Podgorica Teil des Osmanischen Reiches. Die Türken erbauten hier eine große Festung, um sich gegen die Angriffe der freien montenegrinischen Stämme aus den Bergen zu schützen. Auf dem Berliner Kongress (1878) wurde Podgorica Montenegro zugesprochen, dessen Hauptstadt zu dieser Zeit Cetinje war. Die Ergebnisse des Kongresses bedeuteten das Ende von vier Jahrhunderten osmanischer Herrschaft. Podgorica ist seit dieser Zeit die größte Stadt des Landes und der wichtigste Handelsplatz. 1904 wurde hier die erste Bank des Landes gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die Stadt 13.000 Einwohner. Anders als im rein orthodox und slawisch geprägten montenegrinischen Kernland um Cetinje lebten in Podgorica damals viele muslimische Slawen und auch Albaner.

Im Ersten Weltkrieg stand Podgorica von 1916 bis 1918 unter österreichischer Besatzung. 1918 kam die Stadt mit Montenegro zu Jugoslawien. Im Zweiten Weltkrieg folgten den italienischen Besatzern (1941-1943) die Deutschen (1943/44). Die Stadt war während des Krieges etwa 70 Luftangiffen ausgesetzt, welche sie fast ganz zerstörten. Im Dezember 1944 erfolgte die Befreiung durch die jugoslawischen Partisanen. 1946 wurde die Stadt zu Ehren des jugoslawischen Ministerpräsidenten Josip Broz Tito in Titograd umbenannt und gleichzeitig zur Hauptstadt der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro erklärt. Seit dem 2. April 1992 heißt die Stadt wieder Podgorica. Nach dem Unabhängigkeitsreferendum 2006 wurde Podgorica die Hauptstadt des neuen Staates Montenegro.

Verkehr

ÖPNV

Der öffentliche Nahverkehr basiert ausschließlich auf Stadtbussen und wurde bis zur Jahrtausendwende von der stadteigenen Gesellschaft Gradsko saobraćajno preduzeće durchgeführt. Nach dem Bankrott dieser Gesellschaft wird der Nahverkehr von zwei privaten Gesellschaften betrieben.

Eisenbahn

Podgorica liegt an der Bahnstrecke Belgrad–Bar. Abzweige führen von hier nach Nikšić (zurzeit wegen Modernisierungs- und Elektrifizierungsarbeiten außer Betrieb) und nach Albanien (zurzeit nur Güterverkehr, Wiederaufnahme des Personenverkehrs vorgesehen).

Flugverkehr

Podgorica hat einen Flughafen, der 12 km südöstlich des Stadtzentrums liegt.

Wirtschaft

Podgorica ist das wichtigste Zentrum der montenegrinischen Industrie. Es gibt in der Stadt eine Aluminiumhütte, das Kombinat Aluminijuma Podgorica (KAP), auf das 45 Prozent der Exportleistung des Landes fallen. Weiterhin gibt es Textilbetriebe sowie Betriebe zur Verarbeitung von Erzeugnissen der Landwirtschaft, insbesondere Tabak. Die meisten Menschen sind jedoch nicht mehr in der Industrie, sondern im Dienstleistungssektor und bei den staatlichen Behörden beschäftigt.

Kultur

Podgorica ist das kulturelle Zentrum von Montenegro. Das Montenegrinische Nationaltheater, das Stadttheater, das Kindertheater, das Puppentheater und viele kleinere Theater sind hier beheimatet. Das Stadtmuseum, das Naturhistorische Museum und die Galerien Dvorac Petrovića und Perjanički dom sind die bekanntesten Ausstellungsorte.

Bildung

Die meisten Bildungseinrichtungen Montenegros haben ihren Sitz in Podgorica. Hier befinden sich die Universität von Montenegro und die Akademie für Wissenschaft und Kunst. In den letzten Jahren stieg die Anzahl der privaten Lehrinstitute. Der Bezirk Podgorica beinhaltet 34 Grundschulen und 10 weiterführende, inklusive einem Gymnasium. Die Nationalbibliothek Radosav Ljumović ist die größte in Montenegro.

Medien

Podgorica ist das Medienzentrum Montenegros. Hier sind der staatliche Fernsehsender RTCG und weitere private Stationen wie TV IN, NTV Montena, Elmag RTV, RTV Atlas und MBC angesiedelt. Die Tageszeitungen Vijesti, DAN und Pobjeda werden in Podgorica herausgegeben. Das renommierte Wochenmagazin Monitor stammt auch aus der Stadt.

Architektur

Die Architektur der Stadt besteht wegen ihrer bewegten Vergangenheit unter verschiedenen Besetzern aus einer Mischung verschiedener Stilrichtungen. Auf Grund der Jahrhunderte währenden Herrschaft der Osmanen ist der türkische Einfluss prägend für die Stadt, wie man an den Moscheen in den Stadtteilen Stara Varoš und Drač erkennt. Der Wiederaufbau nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg orientierte sich stärker an europäischen Einflüssen. In der Zeit des sozialistischen Jugoslawiens wurden große Wohnblöcke erbaut. Erst in den späten 1990ern begann eine modernere Architektur in Podgorica Fuß zu fassen. Verglaste Appartementhäuser und Bürogebäude wurden erbaut. Es begann ein Bauboom, der seit der Unabhängigkeit 2006 noch zugenommen hat.

Heute sind die Wahrzeichen der Stadt die orthodoxe Kirche Hristovog Vaskrsenja (Auferstehungskirche) und die Millennium-Brücke über den Fluss Morača, die am 13. Juli 2005 eröffnet wurde.

Sehenswürdigkeiten

Sport

Die beliebtesten Sportarten in Podgorica sind Fußball und Basketball. Der Basketballverein Budućnost hat in den 1990er und 2000er Jahren in vielen internationalen Turnieren Erfolge errungen. Die bekannten Fußballspieler Predrag Mijatović und Dejan Savićević sind in der Stadt geboren und haben beim Klub FK Budućnost Podgorica ihre Anfänge bestritten.

Auch die Volleyball- und Handball-Mannschaften der Stadt waren in der Vergangenheit erfolgreich in europäischen Wettbewerben.

Zur Zeit wird das Stadion der Stadt umgebaut und soll nach der Fertigstellung 24.000 Zuschauern Platz bieten. Das Sportzentrum Morača hat eine Kapazität von 4.200 Sitzen und war einer der Veranstaltungsorte der Basketball-Europameisterschaft 2005, welche in Serbien und Montenegro stattfand.

Städtepartnerschaften