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Transzendenz

Transzendenz (von lat. transcendere „übersteigen“) bedeutet Überschreiten von Grenzen des Verhaltens, Erlebens und Bewusstseins, sowie das Sichbefinden jenseits dieser Grenzen.

Inhaltsverzeichnis

Transzendenz in der Mathematik

In der Mathematik wird das Attribut transzendent in folgenden Bedeutungen verwendet:

Transzendenz in der Religion

Christentum

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In der christlichen Religion gibt es ein irdisches und ein himmlisches Leben (z. B. Matthäus 22, 1 Korinther 15). Das Überschreiten dieser Grenze, Kontakte der einen Welt zu der anderen, wird als Transzendenz bezeichnet. Dazu gehören z. B. der 'Heilige Geist' als Gottes immanente Gegenwart, das Jüngste Gericht als Ausscheidung alles Bösen (vgl. 1. Kor 3,10–15, Mt 25,31ff), die Auferstehung als innerweltlicher Akt der Transzendierung des Christlichen in der Welt (1. Kor. 15,42ff).

Evangelikale sehen diese Transzendenz in der Bibel, die vom Menschen geschrieben, aber von Gottes Geist inspiriert wurde. Zudem glauben Evangelikale auch an Transzendenz in der heutigen Zeit. So sind nach deren Überzeugung auch heute noch übernatürliche Dinge wie prophetische Rede, Krankenheilung, Wunder und ähnliches möglich. So wird z. B. an die Existenz und auch die Erscheinung von Engeln und sogar von Christus selbst geglaubt.

In der Römisch-katholischen Kirche und auch in der Griechisch-orthodoxen Kirche glaubt man an eine Transzendenz in der heutigen Zeit. Man sucht nach Heiligen, die als Gesandte Gottes, von Gott begnadet und von Gott geleitet gesehen werden, als Zeichen für die glaubenden Menschen. Auch für Teilgruppen dieser Konfessionen gehören Kontakte zum Jenseits fest zum Glaubensgut, etwa die Marienerscheinungen in Lourdes, Fatima oder Medjugorje. Die Anerkennung durch die jeweilige Kirchenleitung erfolgt von Fall zu Fall. Papstbesuche an den zuerst genannten Orten unterstreichen ihre Bedeutung für die katholischen Kirchen. Heilungen von Menschen, wie dies von Jesus, später von Mitgliedern der christlichen Urgemeinde (z. B. Paulus) praktiziert wurde, werden durch Gott bewirkt und sind – im Verständnis dieses Glaubens – auch heute möglich.

Oftmals wird das Wort jedoch dann verwendet, wenn man sich für zu vornehm und gebildet hält, ebenso naiv wie konkret von Gott zu reden. Nehmen wir an ich hätte transzendiert und sei jener letzten umgreifenden Instanz begegnet, die sich in der Welt überall dort offenbart, wo der Mensch nach dem bleibenden Sinn seines Daseins sucht, ist eine solche Redewendung. Dieses transzendierende Reden ist aber meist ein trauriges Zwiegespräch mit dem Nichts, das sich selbst Mut zuspricht und solches Tun Beten nennt. Dieser Gott, den es vielleicht geben könnte, ist durch eine unüberbrückbare Kluft vom Menschen getrennt. Die Fleischwerdung Gottes in Jesus Christus, das Pfingsterlebnis mit dem Heiligen Geist ein Mythos. Der Monotheismus, den die Aufklärung zurückgelassen hat, ruft wieder diese alten antiken Götter herbei. Die Religiosität des Transzendierens ist eine Vorstufe zum gänzlichen Verzicht auf den Gottesgedanken. Gott verblasst zur Transzendenz.[1]

Buddhismus

Im Buddhismus tritt das Transzendenz-Prinzip in der Darlegung von relativer und absoluter Wirklichkeit auf. Die relative Wirklichkeit bezeichnet dabei die Welt so, wie sie von unerleuchteten Wesen wahrgenommen wird. Die Erfahrung absoluter Wirklichkeit manifestiert sich in Nirvana und wird mit Eintritt der Erleuchtung dauerhaft. Das buddhistische Transzendenzprinzip leitet sich von tranzendieren – über einen Bereich (den der relativen Wirklichkeit) hinaus in einen anderen (die absolute Wirklichkeit) übergehend – ab und darf nicht mit der klassischen philosophischen Transzendenz verwechselt werden. Philosophisch handelt es sich eher um eine transzendentale Erfahrung nach Kant, welche die (subjektive) Bedingtheit aller Gegenständlichenerkenntnis und damit ihre Fehler- bzw. Leidhaftigkeit direkt erkennt. Es handelt sich auch nicht um Hinüberwechseln oder Hereinschauen in eine andere (jenseitige) Welt wie z. B. bei der christlichen Transzendenz. Dies wäre ein Austausch einer relativen Wirklichkeit gegen eine andere.

Ikonographisch werden transzendente Bereiche als bildlicher Ausdruck absoluter Wirklichkeit dargestellt. Es finden sich verschiedene Buddha-Formen und verschiedene Buddhabereiche (Reine Länder) wie z. B. das reine Land von Dewachen. Es gibt im Mahayana-Buddhismus darüber hinaus eine klar definierte Strukturierung der Ikonographie transzendenter Buddhas, sog. Adibuddhas, und auch die Lehre von den „drei Buddhakörpern“ (Trikaya), in der sich die transzendente Manifestation Buddhas wiederfindet.

Islam

Im Islam steht der Mensch Gott direkt und unmittelbar gegenüber, ohne Mittler oder Heilige. Gott ist nicht, wie im Christentum, Mensch geworden, sondern steht himmelweit über dem Menschen, der sich ihm "unterwerfen" muss. Das arabische Wort "Islam" bedeutet "Unterwerfung" oder auch "Hingabe an Gott". In seinem Buch Die unerbittlichen Erlöser.Vom Kampf des Islam gegen die moderne Welt schreibt Barreau: „Der Islam erhebt sich über den Menschen. Er ist mehr noch als das Judentum eine Religion der Transzendenz... Der Gott des Islam ist ein Herrscher, dem es sich zu "unterwerfen" gilt... Allah ist der "Allerhöchste"...“ (Quelle: Die unerbittlichen Erlöser.Vom Kampf des Islam gegen die moderne Welt, Jean-Claude Barreau)

Transzendenz in der Philosophie

Die Transzendenz ist bei Jean-Paul Sartre ein grundlegendes Merkmal des Menschen. Das Überschreiten des Egos, in dem der Mensch nicht in sich selbst eingeschlossen, sondern dauernd gegenwärtig in einem menschlichen All ist. In Anlehnung an den griechischen Philosophen Platon und seiner Ideenlehre erdenken wir die Existenz des „Guten an sich“, das sich uns als unbeschreibliche und über die Wege und Mittel der Transzendenz erfassbare Einsicht offenbart.

Quellen

  1. Josef Ratzinger: Das Fest des Glaubens. Versuche zur Theologie des Gottesdienstes, 2. Aufl., Einsiedeln 1981, ISBN 3-89411-199-2

Siehe auch

Literatur