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Gottfried II. (Anjou)

Gottfried II. († 1060), genannt der Hammer (Geoffrey II Martel), aus dem Ersten Haus Anjou war Graf von Anjou von 1040 bis 1060. Er war der Sohn von Fulko III. Nerra. Er war ein kriegerischer Adliger, der gegen Herzog Wilhelm VII. von Aquitanien ebenso kämpfte wie gegen Theobald I., Graf von Blois und Wilhelm II. Herzog von Normandie. Während seiner 20jährigen Herrschaft sah er sich darüber hinaus den Ansprüchen von Gervais von Château-du-Loir, Bischof von Le Mans ausgesetzt, doch konnte er seine Autorität in der Grafschaft Maine aufrechterhalten. Bereits vor dem Tod seines Vaters hatte er seine Macht auf die Saintonge ausgedehnt, wo er die Abbaye aux Dames gründete.

Die erste Erwähnung Gottfrieds stammt aus den Gesta Normannorum Ducum: "Gottfried, Graf der Angeviner, genannt Martel, ein heimtückischer Mann in jeder Beziehung, der seinen Nachbarn oft Übergriffe und unerträglichen Druck zufügte."

"In Allianz mit Heinrich I. von Frankreich, belagerte Graf Gottfried im Winter 1042/43 Tours. Nach der Schlacht von Nouy am 21. August 1044 wurde Graf Theobald I. von Blois-Chartres [von Graf Gottfried] gefangen genommen, dem er Tours mit Chinon und Langeais auslieferte, jedoch ohne das Kloster von Marmoutier." (ibid)

Heinrich und Gottfried waren danach verfeindet und versöhnten sich erst wieder um 1052, als beider Name in einem Dokument von August des Jahres genannt wird, im Zusammenhang mit dem Aufstand Wilhelm von Talous gegen den Herzog der Normandie und Gottfrieds Besetzung der Stadt Le Mans kurz nach dem 26. März 1051.

Mit dem Bündnis mit Heinrich im Rücken, griff Gottfried die Normandie an und besetzte die Städte Domfront und Alençon, offensichtlich durch Verrat aus den beiden Orten heraus. Herzog Wilhelm II. wandte sich gegen Domfront, das der Rückeroberung den Winter 1052 über widerstand. Zu diesem Zeitpunkt zog sich Wilhelm von Talou von der Belagerung zurück und begann seinen Aufstand. Herzog Wilhelms schnelle Eroberung von Alençon und danach Domfront vertrieb Gottfried aus der Normandie zurück nach Maine.

Ende Januar, Anfang Februar 1054 griffen Gottfried und Heinrich die Normandie an und zogen gemeinsam die Seine hinunter Richtung Rouen. Als ein Armeekorps, das unter dem Kommando von Heinrichs Bruder Odo stand, in einer Schlacht bei Mortemer geschlagen wurde, woraufhin Heinrich den Feldzug abbrach.

In den nächsten Jahren verlagerte sich die Auseinandersetzung mit einem offensiven Herzog Wilhelm nach Maine.

1057 beauftragte König Heinrich, "brennend auf Rache wegen der Beleidigung, die ihm der Herzog zugefügt hatte, ... Gottfried, Graf von Anjou, damit, eine große Arme für einen erneuten Feldzug in die Normandie vorzubereiten" (Gesta). Die gemeinsamen Anstrengungen drängten Herzog Wilgelm in die Defensive; er zog sich zurück, die Invasoren drangen tief in die Normandie ein. Im Mündungsgebiet des Flusses Dives kam es zur Schlacht, als Heinrich und Gottfried während des Übersetzens von der Flut überrascht wurden. Der Angriff auf die geteilte Armee brachte Wilhelm einen Sieg, nach dem Heinrich und Gottfried sich endgültig aus der Normandie zurückzogen.

Eine ungewöhnliche Notiz im Kartular von Ronceray beschreibt eine Auseinandersetzung über einen Weinberg, den Gottfried beschlagnahmt und seinen Frauen, oder besser Konkubinen, Agnes, Grécie, Adele und Adelaide gegeben hatte. Die erste, Agnes von Burgund, war die Witwe von Wilhelm V., Herzog von Aquitanien; er hatte sie 1032 geheiratet und sich um 1050 von ihr scheiden lassen. Die zweite war Grécie von Langeais, die er verließ, um Adele, Tochter von "Graf Odo", vermutlich Odo II. von Blois, zu heiraten. Später ließ er sich auch von Adele scheiden, um Grécie erneut zur Frau zu nehmen. Seine letzte Frau war eine Deutsche mit Namen Adelheid.

Trotz dieser ehelichen Eskapaden starb Gottfried kinderlos, nachdem er 1060 ins Kloster Saint-Nicolas in Angers eingetreten war. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Gottfried III..

Literatur


Personendaten
Gottfried II.
Geoffrey II Martel
Graf von Anjou
1060