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Monschau

Dieser Artikel behandelt die Stadt Monschau im Kreis Aachen in Nordrhein-Westfalen.
Für den ehemaligen Landkreis siehe Kreis Monschau.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 33′ N, 6° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Aachen
Höhe: 517 m ü. NN
Fläche: 94,62 km²
Einwohner: 12.876 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52156
Vorwahl: 02472
Kfz-Kennzeichen: AC
Gemeindeschlüssel: 05 3 54 020
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Laufenstraße 84
52156 Monschau
Webpräsenz:
www.monschau.de
Bürgermeister: Theo Steinröx (CDU)

Monschau ['mɔn.dʒaʊ̯], bis 1918: Montjoie, am 9. August 1918 Änderung des Namens durch kaiserlichen Erlass Wilhelms II. in Monschau) ist eine Stadt an der Rur in der Eifel. Sie liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Bundesrepublik Deutschland, und gehört zum Kreis Aachen. Die Stadt liegt zwischen den Berghängen des Naturparks Hohes Venn – Eifel in der Rureifel, die ihren Namen von dem Flüsschen Rur trägt. Sehenswert ist vor allem das „Rote Haus“, der ehemalige Stammsitz der Textilindustriellen-Familie Scheibler (vergleiche Łódź, dort Carl Wilhelm Scheibler).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Nachbarorte sind Simmerath, Schleiden, Hellenthal, Roetgen und die belgischen Orte Eupen, Weismes, Bütgenbach, Büllingen.

Geschichte

1198 wird der Name Monschau (Mons Ioci) zum ersten Mal erwähnt. Die genaue Herkunft des Namens ist nicht feststellbar. Urkundlich werden über die Jahre unterschiedliche Namen, bzw Schreibweisen erwähnt, Beispielsweise: 1225 de Munioy, 1226 Monjoje, 1248 de Monsyoge, 1251 de Můns Yoia, 1279 de Munzoyge, 1338 de Muynzie, 1354 de Monyou, 1364 zu Moynschawe, 1384 Monzwauwe, 1429 zu Monschauwe. Vor der Umbenennung durch kaiserlichen Erlass 1918 in Monschau hieß der Ort Montjoie.

Vermutlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die Monschauer Burg auf die Castrum in Munioie durch die Herzöge von Limburg errichtet und im 14. Jahrhundert weiter ausgebaut. Sie liegt über dem Rurtal, dort wo der Laufenbach in die Rur mündet. Heute befindet sich in der renovierten Burg die ältere der beiden Jugendherbergen Monschaus.

1352 bekam Montjoie Stadtrechte. Die Herrschaft Montjoie ging nach dem Tode Johann III. von Schönforst-Montjoie 1433 an das Herzogtum Jülich über.

Die Stadtbevölkerung vergrößerte sich im Dreißigjährigen Krieg durch eine Flut von protestantischen deutschsprachigen Flüchtlingen und Tuchmachern auf der Suche nach Religionsfreiheit.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein dominierte hier die Textilindustrie, deren Anfänge bis in das 16. Jahrhundert zurückgehen und die ihre Blütezeit im 18. Jahrhundert erlebte. Die letzte Textilfabrik in Monschau war die Streichgarnspinnerei „Rheinische Wollwerke Monschau“, die 1982 den Betrieb einstellte. In deren Gebäuden am „Burgau“ sind heute der Monschauer Handwerkermarkt, eine römische Glashütte und das Monschauer Stadttheater untergebracht.

Von 1815 bis 1972 war Monschau Kreisstadt des aufgelösten Kreises Monschau und dieser gehörte zum ebenfalls aufgelösten Regierungsbezirk Aachen (siehe Aachen-Gesetz).

Politik

Bürgermeister des Stadt Monschau ist Theo Steinröx (CDU). Die CDU hat seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die absolute Mehrheit im Stadtrat. Des Weiteren sind die SPD, die Grünen, die FDP und das Bürgerforum im Rat vertreten.

Monschau ist Mitglied in der Städteregion Aachen.

Städtepartnerschaft

Monschau unterhält seit 1975 eine Städtepartnerschaft mit Bourg St. Andréol (Frankreich).

Touristik

Monschau, das sich seit 1996 Luftkurort nennen darf, zieht mit seiner pittoresken Verwickeltheit vor allem in den warmen Monaten Touristenströme an. Inmitten der mittelalterlichen Stadtanlage, die vom Flüsschen Rur durchzogen wird, dominieren schieferverkleidete Häuser und Fachwerkbauten mit Cafés, Gaststätten oder Kunsthandwerks- und Souvenirläden. Parkplätze sind um den Stadtkern herum angelegt. Die Stadt ist Mitglied im Arbeitskreis historischer Stadtkerne Nordrhein-Westfalens.

Hauptattraktionen im Monschauer Jahr sind die Monschau Klassik auf der Monschauer Burg, Happy Halloween Ende Oktober, Monschau Halali – ein großes Fest rund um Jagd und Naturschutz im November – sowie der Monschauer Weihnachtsmarkt, der alljährlich von zehntausenden Gästen besucht wird.

Stadtpanorama vom Haller aus fotografiert

Verkehr

Die Stadt ist mit regionalen Buslinien mit Aachen und Eupen verbunden und gehört dem Aachener Verkehrsverbund an. Die ehemals bedeutende Vennbahn und mit ihr der Monschauer Bahnhof haben verkehrstechnisch nur noch eine historische Bedeutung, da sie sich nicht mehr in Betrieb befinden.

Stadtgliederung

Seit 1972 besteht die Stadt Monschau aus den Ortsteilen

Überregionaler Sport

Zu zwei Terminen im sehr zeitigen Frühjahr treffen sich Kanuten seit etwa 50 Jahren in Monschau zu internationalen Veranstaltungen, einem Slalom und einem Wildwasserrennen. Letzteres ist das nördlichste in Deutschland. Die Termine im Frühjahr resultieren daraus, dass nur zu diesem Zeitpunkt der Wasserstand in der Rur die Rennen zulässt. Zusätzlich wird in der Regel Wasser aus der Perlenbachtalsperre abgelassen, um den Pegelstand zu erhöhen. Künstliche Hindernisse im Fluss erhöhen die Schwierigkeiten zusätzlich.

Überregional bekannt ist der Monschau-Marathon über 760 Höhenmeter, der im August stattfindet.

Sehenswürdigkeiten

Museen

Sonstiges

Auf dem Gebiet der Stadt sind zahlreiche Bunkerruinen und Panzersperren des ehemaligen Westwalles zu finden.

Unter der 1966 fertiggestelleten Monschauer Elwin-Christoffel-Realschule befindet sich als Relikt des „Kalten Krieges“ ein Notkrankenhaus, ausgelegt für 400 Betten.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) betreibt im Ortsteil Höfen eine Abhöranlage unter dem Decknamen der „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“. Hier wurde zu der Zeit, als Bonn Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war, Funkverkehr ausländischer Botschaften abgehört. Die Anlage ist weiterhin im Betrieb, könnte aber mittlerweile zusätzliche oder andere Aufgaben erhalten haben.

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch