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Alexander Markowitsch Ostrowski

Alexander Markowitsch Ostrowski (russisch Александр Маркович Островский, wiss. Transliteration Aleksandr Markovič Ostrovskij; * 25. September 1893 in Kiew; † 20. November 1986 in Montagnola bei Lugano) war ein ukrainisch-sowjetischer Mathematiker.

Ostrowskis Vater war Kaufmann in Kiew und er besuchte dort die Handelsschule, nahm aber daneben schon als 15-Jähriger am mathematischen Seminar der Universität unter Dimitri Alexandrowitsch Grave gleichberechtigt teil und schrieb auch seine erste Veröffentlichung. Da er nur ein Diplom der Handelsschule hatte konnte er trotz Graves Fürsprache nur in Deutschland studieren, wo er von Kurt Hensel in Marburg 1912 als Student akzeptiert wurde. Während seiner Internierung im Ersten Weltkrieg konnte er auf Hensels Bitte weiter die Bibliothek benutzen und konnte sich ganz auf die Mathematik konzentrieren. 1918 nahm er sein Studium in Göttingen bei David Hilbert und Edmund Landau wieder auf und promovierte 1920. Danach war er bei Erich Hecke an der Universität Hamburg, wo er sich 1922 habilitierte. 1923 wurde er Dozent in Göttingen. Von 1925 bis 1926 war er als Rockefeller Stipendiat in England und nahm nach seiner Rückkehr eine Professur an der Universität Basel an, wo er bis zu seiner Emeritierung 1958 blieb. Danach lehrte er jedoch weiter als Gastprofessor an diversen US-amerikanischen Universitäten und war auch als Numeriker mit dem National Bureau of Standards der USA verbunden.

Ostrowski hat auf vielen Gebieten der Mathematik wichtige Beiträge geliefert, besonders aber in der Analysis. 1920 bewies er, dass Dirichlet-Reihen, deren Koeffizienten sich nicht durch eine endliche Basis ausdrücken lassen, keiner algebraischen Differentialgleichung genügen, wobei er ein von Hilbert gestelltes Problem löste (Hilbert behandelte den Fall der Riemannschen Zetafunktion).

Zwei unterschiedliche, grundlegende Tatsachen aus der Bewertungstheorie beziehungsweise der Theorie der Beträge werden oft als Satz von Ostrowski bezeichnet:

Ostrowski war federführend im Bereich der Numerischen Analysis und erbrachte viele akkurate Beweise für die Konvergenz verschiedenster Verfahren. Zudem entwickelte er viele, auch heute noch in der Numerik verwendete, stabile Verfahren. Außerdem arbeitete er viel in der Numerik der linearen Algebra.

Alexander M. Ostrowski Preis

Der nach ihm benannte Preis wird alle zwei Jahre an herausragende Leistungen in der Mathematik vergeben. Bisherige Preisträger waren:

Publikationen

Personendaten
Ostrowski, Alexander Markowitsch
ukrainisch-sowjetischer Mathematiker
25. September 1893
Kiew, Ukraine
20. November 1986
Montagnola, Lugano in der Schweiz