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Seyyid Battal Ghazi

Seydi Battal Gazi war ein Anführer und angeblicher Gründer der Danischmenden Dynastie in Anatolien. Da es viele mystische und legendäre Geschichten über Seydi Battal Gazi gibt, ist die historische Person schwer greifbar. Diese Geschichten widersprechen sich auch teilweise. Es wird vermutet, dass er im 8. Jahrhundert gelebt hat. Sein Vater Hüseyin Gazi war ein lokaler Herrscher in Urfa und Malatya. Ob er Araber oder Türke war oder sogar einem anderem anatolischen Volk angehörte ist nicht klar. Seydi Battal Gazi hat trotz dessen einen großen Einfluss auf die anatolisch-türkische Volksliteratur gehabt. Seine Geschichten wurden im Masnawī-Stil geschrieben. Er half dabei den Islam in Anatolien zu verbreiten.

In einer seiner Geschichten, die zu Umayyadenzeit spielt, zieht er mit den Arabern gegen Konstantinopel und belagert die Stadt. Sein Gegenspieler ist der Imperator Leon. Tatsächlich belagerten die Araber die Stadt 717 bis 718 und ein Herrscher mit Namen Leon III. ist für 717 belegt. Wenn man bedenkt, dass Seyyid Battal Ghazi in dieser Geschichte zwischen 20 und 30 Jahre alt war, so kam er in dem Zeitraum von 690 bis 695 auf die Welt. Als Todesjahr wird 740 angenommen. Er kam während einer Schlacht in der heutigen Provinz Eskişehir ums Leben.

In dem Buch namens Danishmendnâme, das über den ersten Danischmendenherrscher Danischmend Ghazi erzählt, wird Seydi Battal Gazi zum ersten Mal als Ahn dieser Dynastie gesehen. Das Danishmendnâme wurde ein Jahrhundert nach dem Tode von Danischmend Gazi im Auftrag des Seldschuken Kai Kobad I. angefertigt. Die endgültige Form erhielt es im frühen 15. Jahrhundert durch den osmanischen Sultan Murad II..

Seydi Battal Gazi trug als Ehrentitel den Namen Seydi. Dieser Name wurde nur Mitgliedern der Familie des Propheten Mohammeds verliehen. Dies und der Name Battal, der womöglich arabischen Ursprungs ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Seydi Battal Gazi ein Araber war.

Grab

Seyyid Battal Gazis Grab liegt heute in der nach ihm benanntem Landkreis Seyitgazi in der Provinz Eskişehir. 1207 ließ Ümmühan Hatun, Ehefrau des seldschukischen Sultans Kai Chosrau I. und Mutter des Kai Kobad I., das Grab zu einem Komplex mit einer Moschee, einer Medresse und anderen Gebäuden wie Küchen und Bäckereien ausbauen. Sultan Bayezid II. restaurierte den Grabkomplex. Heute ist das Grab immer noch Ziel vieler Menschen.

Andere Grabstätte in anderen türkischen Städten werden auch als Grab von Seyyid Battal Gazi oder von dessen Vater Hüseyin Gazi ausgegeben. So gibt es sowohl in Divriği als auch in Ankara Gräber von Hüseyin Gazi. Zu Ehren von Seyyid Battal Gazi wurde ein Stadtteil von Malatya nach ihm umbenannt. Die Ehefrau und zwei seiner Kinder sind in Malatya begraben.

Verfilmungen

Personendaten
Gazi, Seydi Battal
Anführer und angeblicher Gründer der Danischmenden Dynastie in Anatolien
740