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Justus Hermann Wetzel

Justus Hermann Wetzel (* 11. März 1879 in Kyritz6. Dezember 1973 in Überlingen) war ein deutscher Komponist, Schriftsteller und Musikpädagoge.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wetzel wurde im brandenburgischen Kyritz als Sohn eines Postsekretärs geboren. Nach dem Abitur, das er 1897 in Potsdam ablegte, studierte er Philosophie und Biologie und promovierte 1901 in Marburg mit einer zoologischen Arbeit. Anschließend wandte er sich der Musik zu und vertiefte seine Kenntnisse mit privaten Studien in Berlin. Seinen Lebensunterhalt bestritt er als Musikreferent bei verschiedenen Tageszeitungen. Von 1905 bis 1907 unterrichtete er am Riemann-Konservatorium in Stettin. 1910 zog er endgültig nach Berlin, wo er zunächst eine Lehrtätigkeit am Konservatorium Klindworth-Scharwenka ausübte und 1926 an die Staatliche Akademie für Kirchenmusik in Berlin-Charlottenburg wechselte.

Obwohl Wetzel relativ zurückgezogen lebte und sich kaum für sein Schaffen einsetzte, umgab ihn ein großer Kreis von Freunden und Verehrern. Zu ihnen zählten nicht nur Musiker, sondern auch Bildende Künstler wie Emil Orlik und dessen Schüler Gunter Böhmer, der Dichter Hermann Hesse sowie Anna Spitteler, die Tochter des von Wetzel verehrten Schweizer Literaturnobelpreisträgers Carl Spitteler. Schüler Wetzels waren die Komponisten Mark Lothar und Friedrich Metzler und der Pianist Gerhard Puchelt. Aus Anlass von Wetzels 50. Geburtstag fand am 16. März 1929 in der Sing-Akademie zu Berlin ein Konzert statt, das ausschließlich seinem Schaffen gewidmet war.

1937 wurde Wetzel aus seinem Lehramt entlassen, weil er sich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau Rose geb. Bergmann zu trennen. Im März 1943 gehörte sie zu jenen, die in der Rosenstraße inhaftiert wurden, durch den berühmt gewordenen Rosenstraße-Protest jedoch wieder freikamen. 1945 wurde Wetzel Professor an der Hochschule für Musik in Berlin; 1948 übersiedelte er mit seiner Familie nach Überlingen am Bodensee.

Nachlass

Wetzels Nachlass wurde 1999 von seiner Tochter Ruth Ruiz-Pipó dem Archiv der Universität der Künste Berlin übergeben. 2004 und 2005 wurde er für Wetzel-Ausstellungen in Berlin und Überlingen verwendet. Die im Nachlass aufgefundenen Hesse-Lieder wurden 2006 von Klaus Martin Kopitz im Verlag Saier & Hug herausgegeben.

Werke

Wetzel widmete sich fast ausschließlich dem Solo-Lied mit Klavierbegleitung. Mehr als 600 Lieder sind von ihm überliefert, von denen etwa 100 im Druck erschienen. Stilistisch haben sie ihre Wurzeln in der Romantik und knüpfen an Johannes Brahms und Hugo Wolf an. Eine wichtige Inspirationsquelle war daneben das Volkslied. Zahlreiche Interpreten haben sich für Wetzel eingesetzt, zu den namhaftesten zählen Emmi Leisner, Heinrich Schlusnus, Paula Lindberg-Salomon und Dietrich Fischer-Dieskau.

Literatur

Personendaten
Wetzel, Justus Hermann
deutscher Komponist, Schriftsteller und Musikpädagoge
11. März 1879
Kyritz
6. Dezember 1973
Überlingen