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Bad Salzuflen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 5′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 72 m ü. NN
Fläche: 100,07 km²
Einwohner: 54.273 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 542 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32105, 32107, 32108
Vorwahl: 05222
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 008
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rudolph-Brandes-Allee 19
32105 Bad Salzuflen
Webpräsenz:
www.bad-salzuflen.de
Bürgermeister: Dr. Wolfgang Honsdorf (SPD)
Lage der Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe

Bad Salzuflen ist eine Stadt und Kurort im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen mit 54.415 Einwohnern. Bad Salzuflen liegt am Zusammenfluss von Salze und Bega mit der Werre.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Bad Salzuflen liegt am östlichen Rande der Ravensberger Mulde. Bad Salzuflen ist im Vergleich zu anderen nordlippischen Gemeinden dicht besiedelt. Im Umland des Stadtzentrums sind die dörflich geprägten Ortsteile von ackergeprägten Kulturlandschaften umgeben. Das Stadtgebiet wird entwässert von der Werre. In diese mündet als Nebenfluss die Bega, die kurz zuvor die von Norden kommende Salze aufnimmt. Nordöstlich von Werre und Bega durchzieht ein großteils bewaldeter Hügelstrang der Lippischen Berge mit Erhebungen bis 250 Metern das Stadtgebiet. Tiefster Punkt liegt bei der Werre an der Grenze zu Herford auf etwa 70 Metern.

Geologie

Das Stadtgebiet ist durchzogen von den Flussauen der Werre, Bega und Salze. Es herrschen Podsol- und Pseudogley-Braunerden als Bodentypen vor. Die Podsolböden befinden sich überwiegend auf Unterlagen aus dem Tertiär, die von Bruchfalten aus dem Mesozoikum durchzogen sind. Charakteristisch für Bad Salzuflen sind die an diesen Falten austretenden salzhaltigen Quellen, denen die Region den Namen „Heilgarten Deutschlands“ verdankt.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die Großgemeinde Bad Salzuflen erstreckt sich über eine Fläche von 10007 Hektar oder etwa 100 km². Das Stadtgebiet weist eine in etwa ovale Form auf mit einer maximalen Ausdehnung in Ost-West Richtung von etwa 13 km und in Nord-Süd Richtung von 11 km.

Nachbargemeinden

Bad Salzuflen grenzt im Osten an die Stadt Lemgo, im Süden an Lage und im Südwesten an Leopoldshöhe. Alle drei Gemeinden gehören zum Kreis Lippe. Im Westen liegt die kreisfreie Stadt Bielefeld und im Nordwesten die Stadt Herford. Im Norden grenzt Bad Salzuflen an Vlotho im Kreis Herford. Zusammen mit Herford gehört Bad Salzuflen zur Agglomeration Bielefeld.

Stadtgliederung

Die Stadt ist in zwölf Ortsteile gegliedert. Die bevölkerungsreichsten Ortsteile sind Salzuflen mit etwa 20.000 Einwohnern, Schötmar mit etwa 9000, Werl-Aspe 7.500 und Wüsten 4.000 Einwohnern. Zusammen machen diese vier Ortsteile gut 70 % der Bad Salzufler Bevölkerung aus. Die Ortsteile Salzuflen, Schötmar, Werl-Aspe, Holzhausen und Ehrsen-Breden bilden eine durchgängige Siedlungsfläche. Nachfolgend eine Auflistung aller Ortsteile in alphabetischer Reihenfolge: Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Papenhausen, Retzen, Bad Salzuflen, Schötmar, Werl-Aspe, Wülfer-Bexten und Wüsten.


Geschichte

Mitte des 11. Jh. werden die Siedlung „Uflon“ und eine dort befindliche Salzstätte erstmals erwähnt.

Die Nutzung der salzhaltigen Paulinenquelle führte im Mittelalter zur Errichtung der ersten Gradierwerke. Diese Salzwerkstätten befanden sich an einem Ort, der noch heute „Salzhof“ genannt wird und dessen Brunnen im Wappen der Stadt dargestellt wird.

Dank des einträglichen Salzhandels und der Förderung durch die Grafen von Sternberg entwickelte sich die Siedlung bald zur Stadt und erhielt im 15. Jh. eine Ringmauer mit vier Toren – Schliepsteiner Tor, Hesskämper Tor, Herforder Tor und Ostertor – und drei Wehrtürmen (u. a. der Katzenturm, der noch heute erhalten ist). Bis zum 30-jährigen Krieg florierte der Handel mit dem weißen Gold und brachte großen Reichtum in die Stadt. Prachtvolle Bürgerhäuser und das alte 1545/47 erbaute Rathaus sind Zeugen dieser Blütezeit. Das älteste noch heute erhaltene Gebäude der Stadt ist ein dreigeschossiger Traufenbau von 1520.

Gradierwerk

Ein Überbleibsel der Salzgewinnung sind die Gradierwerke mit einer Länge von früher insgesamt 424 m, heute ca. 300 m. Von den ursprünglich vier vorhandenen Gradierwerken sind nur noch zwei vollständig erhalten - ein drittes (dessen Ursprünge auf das 17. Jh. zurückgehen) musste wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Es wurde nach einem Ratsbeschluss als Erlebnisgradierwerk wieder aufgebaut und am 28. Juli 2007 festlich eingeweiht.

Bekannt geworden ist Bad Salzuflen durch den Kurbetrieb. Mit seinen drei Trink-, drei Thermal- und drei Solequellen hatte es den Status eines lippischen Staatsbades. Den Namenszusatz „Bad“ erhielt Salzuflen erst 1914, obwohl die Gründung des fürstlichen Solebads annähernd 100 Jahre zuvor erfolgt war.

Bad Salzuflen war aufgrund seiner Salzproduktion, seiner topographischen Lage und durch seine florierende Handelsentwicklung eine der wenigen Städte des Mittelalters, die nicht an Geldnot litten. Davon zeugen noch jetzt viele schöne Häuser mit ihrem für die damalige Zeit typischen Baustil. Die hohe Heilkraft des Wassers führte dazu, dass neue Badehäuser entstanden und weitere Quellen erbohrt wurden, so zum Beispiel der Leopoldsprudel, dessen Brunnentempel sich inmitten des heutigen Kurparks befindet. Die Entwicklung zum Kurort führte zu bedeutenden Veränderungen im Stadtbild. Die Saline auf dem Salzhof stellte die Produktion des Salzes ein und bildet heute den „Stadtplatz“, auf dem Wochenmarkt und Stadtfeste stattfinden. Die Gradierwerke entwickelten sich zu einem Ort, an den sich Menschen mit Atemwegserkrankungen zurückzogen. Im Laufe der Zeit verschwanden die alteingesessenen Industriesparten und wurden durch den Handel und das Kurwesen ersetzt, von dem auch die zahlreichen Pensionen der Stadt profitierten.

Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. Jahrhundert fand auch eng mit der 1850 gegründeten[2] Hoffmann's Stärkefabriken statt, die später zum größten europäischen Stärkeproduzenten aufstieg.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Bad Salzuflen wurde die Synagoge in der Mauerstraße geschändet Obwohl die Synagoge nicht in Flammen aufging, da die umliegenden Häuser von "Nicht-Juden" bewohnt waren, waren die Beschädigungen so groß, dass die Reste der Synagoge 1941 von der Technischen Nothilfe abgebrochen wurden. Die Kosten wurden der Israelitischen Gemeinde in Rechnung gestellt. Am Standort der Synagoge befindet sich heute ein Mahnmal.

In der Stadt hielten sich derweil zahlreiche NS-Politiker zu Kuren auf. Die strategisch eher unbedeutende Lage bewahrte Bad Salzuflen weitgehend vor Bombenangriffen der Alliierten, so dass die Stadt den Krieg relativ unbeschadet überstand und nach Kriegsende zum Sitz vieler Militärmissionen wurde.

Verwaltungsgeschichte

Seit der Gliederung des Freistaats Lippe in Kreise im Jahr 1932 gehörte Bad Salzuflen zum Kreis Lemgo.

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die beiden Städte Bad Salzuflen und Schötmar sowie die zehn Gemeinden Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Papenhausen, Retzen, Werl-Aspe, Wülfer-Bexten und Wüsten zum 1. Januar 1969 im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Lemgo“ zur neuen Stadt Bad Salzuflen zusammengeschlossen. Außerdem wurden kleine Teile der Gemeinden Krentrup, Nienhagen und Welstorf eingemeindet.

Im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes wurden die Kreise Lemgo und Detmold zum 1. Januar 1973 zum neuen Kreis Lippe zusammengelegt, zu dem Bad Salzuflen seitdem gehört.

Einwohnerentwicklung

Politik

Die 48 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Januar 2008)

Der für die PDS in den Stadtrat eingezogene Ratsherr hat sich von der Partei distanziert. Damit sind zwischenzeitig neben den fünf Fraktionen zwei fraktionslose Mitglieder im Bad Salzufler Stadtrat vertreten.

Bürgermeister

Dr. Wolfgang Honsdorf ist seit 2004 der hauptamtliche Bürgermeister der Stadt, Vorgänger war Gerhard Kleemann, CDU, der dieses Amt sechs Jahre bekleidete.

Wappen

Das Bad Salzufler Stadtwappen zeigt in Blau einen sechseckigen roten Brunnenschacht mit zwei silbernen (weißen) Galgenbäumen, an denen vorn ein steigender, hinten ein sinkender goldener (gelber) Eimer hängt, darüber ein goldener (gelber) achtstrahliger Stern. Der Stern weist auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Sternberg hin.

Städtepartnerschaften

Die Stadt unterhält zwei Arbeitskreise, die gelegentlich Reisen in die beiden Partnerstädte in Frankreich und England organisieren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das Kur- und Stadttheater mit 498 Plätzen ist ein Theater ohne ein eigenes Ensemble. Es wird regelmäßig vom Landestheater Detmold und wechselnden Ensembles bespielt.

Museen

Das Stadt- und Bädermuseum im 1618 erbauten Haus des jüdischen Kaufmanns Obermeier bietet eine reichhaltige Sammlung zur Salzufler Stadt- und Bädergeschichte. Das Museum bietet anhand von Modellen und Originalen einen sehr guten Einblick in die Geschichte der Saline Salzuflen. Neben der Dauerausstellung werden Sonderausstellungen, oft in Zusammenarbeit mit anderen Salz- oder Bädermuseen, präsentiert.

Die Ausstellung zur Deutschen Bädergeschichte ist einmalig in Deutschland. Es werden die schönsten Souvenirs aller deutschen Kurorte präsentiert. Sehenswert ist die Sammlung von über 300 farbenprächtigen Bade- und Brunnengläsern des 19. Jahrhunderts.

Im Haus befindet sich ein Museumscafé.

Bauwerke

Die Innenstadt weist noch immer eine größere Anzahl zumeist giebelständiger Fachwerk-Dielenhäuser des 16. und 17. Jahrhunderts auf, die nicht selten reich beschnitzt sind. Im Bereich des Marktes entstanden auch mehrere Massivbauten.

Parks


Sport

Überregional erfolgreiche Vereine sind die SG Knetterheide/Schötmar, die in der Handball Regionalliga der Frauen spielt und im Tischtennis die Vereine TuS Bexterhagen und SC Bad Salzuflen, die beide auf Landesliganiveau antreten. Erwähnenswert ist auch noch der HC 93 Bad Salzuflen, der in der Vergangenheit in der 2.Handball Bundesliga spielte, sich dann aber aufgelöst hat.

Musik

Jugendkulturelle Bedeutung bekam Bad Salzuflen Mitte der 1980er durch das Label Fast Weltweit, aus dem in Verbindung mit der Hamburger Schule Bands wie Blumfeld und Die Sterne hervorgegangen sind. Auch andere Musiker und Bands wie Bernd Begemann, Bernadette Hengst und Silversurfer, stammen aus Bad Salzuflen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Weitere touristische Attraktionen

Neben der Eigenschaft als Kurort und den oben bereits erwähnten möglichen Aktivitäten bietet die Stadt auch noch weitere attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Auszüge aus dem Angebot:

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

In der Stadt verkehrten zwischen 1909 und 1924 die Bahnen der Bad Salzufler und Schötmarscher Straßenbahn GmbH. Von 1903 bis 1963 fuhr die Herforder Kleinbahn von Wallenbrück über Bad Salzuflen bis zum Vlothoer Weserhafen.

Straße

Bad Salzuflen liegt an der Bundesstraße 239. Die A 2 berührt das Stadtgebiet und gewährleistet eine schnelle Erreichbarkeit aus Ost und West über die Auf- und Abfahrten (28) Ostwestfalen/Lippe und (29) Herford/Bad Salzuflen.

Südlich der Innenstadt führt die Ostwestfalenstraße von der A 2 nach Lemgo und Bielefeld.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Bad Salzuflen liegt an der Bahnstrecke Herford–Altenbeken (KBS 405). Er wird im Stundentakt von der RB 72 „Ostwestfalenbahn“ HerfordLageDetmoldAltenbekenPaderborn bedient. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Westfalenbahn, sowie der NordWestBahn die einzelne Züge fährt.

Weitere Haltepunkte gibt es in den Ortsteilen Schötmar und Holzhausen (Haltepunkt Sylbach).

Busverkehr

Das Stadtgebiet wird seit 1984 von einem Stadtbussystem erschlossen. Die Busse der Linien 940 - 943 treffen sich werktags im 60-Minuten-Takt am Rendezvous-Punkt "Am Markt". Betreiber der Linien ist die Stadtverkehrsgesellschaft Bad Salzuflen GmbH.

Derzeit fahren folgende Stadtbuslinien (Stand: März 2008):

Mit Regionalbussen ab ZOB sind Bielefeld, Herford, Lemgo und Oerlinghausen sowie werktags Vlotho erreichbar. Bad Salzuflen gehört dem Verkehrsverbund OstWestfalenLippe (Der Sechser) an.

Im Kurgebiet verkehrt auf einem Rundkurs die touristische Paulinchen-Bahn. Startpunkt ist der Haupteingang des Kurparks, am Gradierwerk.

Fahrrad

Die Radfernwege Wellness-Radroute und BahnRadRoute Weser-Lippe durchqueren Bad Salzuflen. Außerdem gibt es lokale Radwege, u.a. den Soleradweg. Im Landschaftskurpark entlang der Salze wurde ein Radweg markiert, alle anderen Wege im Kurpark sind für Radfahrer gesperrt. Ein stark genutzter Rad- und Fußweg führt direkt an der Werre entlang nach Herford.

Fußverkehr

In der Innenstadt bis zu den Gradierwerken und Kureinrichtungen gibt es eine Fußgängerzone. Auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn verläuft heute ein Wanderweg (u. a. Rat-Hasse-Promenade).

Bildung

22 Kindergärten bieten insgesamt 1.550 Plätze zur vorschulischen Förderung der Kinder an. Darüber hinaus werden für die Tagesbetreuung von Schulkindern 50 Plätze in Kinderhorten angeboten. Die Stadt unterhält neun ortsnahe Grundschulen, drei Schulkindergärten und zwei gleichwertige Schulzentren Lohfeld und Aspe mit jeweils Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Darüber hinaus gibt es mit der Erich Kästner-Schule eine Schule für Lernbehinderte. Eine Musikschule und eine Volkshochschule ergänzen das Bildungsangebot. Das MBK - Evangelisches Jugend- und Missionswerk e.V. hat seinen Sitz, und ein Tagungshaus in der Stadt. (Stand 10/2006)

Ansässige Unternehmen

Medien

Statistik

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Wie in vielen anderen deutschen Städten wurden auch in Bad Salzuflen Adolf Hitler (28. April 1933); Otto Dietrich (14. Februar 1934); Heinrich Hoffmann (15. Januar 1936) und Joseph Goebbels (September 1936) das Ehrenbürgerrecht verliehen. Im Zuge der Beseitigung von Spuren des Nationalsozialismus hat der Gemeinderat von Salzuflen unter Aufsicht der Briten am 12. Juni 1945 ihnen die zuerkannten Ehrenbürgerrechte aberkannt.

Weitere Ehrenbürgerrechte wurden seitdem nicht mehr verliehen.

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten sind in Bad Salzuflen geboren:

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten stammen nicht aus Bad Salzuflen, haben aber hier gewirkt:

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. http://www.archive.nrw.de/archive/script/bestand/haupt2.asp?nr=4&B_Id=212

Literatur

 Commons: Bad Salzuflen – Bilder, Videos und Audiodateien