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Altiplano

Der Altiplano (auf Quechua und Aymara: Qullaw) ist eine abflusslose Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien zwischen den Hochgebirgsketten der West- (Cordillera Occidental) und der Ost-Anden (Cordillera Oriental).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Altiplano liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 3.600 m ü.NN und erstreckt sich über eine Fläche von circa 170.000 km². Im Norden des Altiplano liegt der Titicacasee, der größte Hochgebirgssee der Erde, von dem aus sich der Altiplano rund 1.000 km nach Süden erstreckt.

Klima

Das Klima des Altiplano ist kalt und semi-arid bis arid, die jährlichen Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 3 Grad im westlichen Teil und 12 Grad am Titicacasee, die Niederschläge liegen bei unter 200 mm im Südwesten und über 800 mm am Titicacasee. Schneefall ist selten und tritt am ehesten zwischen April und September auf.

Teilbereiche des Altiplano weisen Charakteristika der „Puna“ auf, einer Hochgebirgs-Vegetationsformation mit wechselfeuchtem Klima; Randbereiche des Altiplano haben Charakteristika der „Páramo“, eines Landschaftstyps mit relativ hoher Feuchtigkeit bei geringen Temperaturschwankungen.

Gewässer

Die Küste des Titicacasees

Wichtige Gewässer neben dem Titicacasee im Norden sind der Poopó-See und der Salzsee Salar de Coipasa im mittleren Altiplano und der Salzsee Salar de Uyuni im Süden. Titicacasee und Poopósee sind durch den Río Desaguadero miteinander verbunden.

Geschichte

Der Altiplano entwickelte sich, seit diese Region sich mit Beginn des Känozoikums (vor 65 Mio. Jahren) gegenüber der Westkordillere und der Ostkordillere stark absenkte, so dass sich kilometerdicke Sedimentablagerungen bildeten.

Seit dem Miozän (20 Millionen Jahre) herrscht in der Westkordillere rege vulkanische Aktivität, durch die sich Stratovulkane von heute bis zu 6000 m Höhe gebildet haben. Noch heute zeugen heiße Dampf- und Schwefelquellen am Rande des Altiplano von diesem jungen Vulkanismus.

Seit Beginn des Pleistozän vor 2 Millionen Jahren hat eine Hebung der intermontanen Becken eingesetzt. Das Zentrum des Altiplano und kleinere Teilbecken im Süden waren in den vergangenen 30.000 Jahren von großen Seen (Ballivián) beherrscht. Die Süßwasserseen aus dieser Zeit hatten eine mittlere Tiefe von 20 bis 70 Metern, was auf eine deutlich höhere Niederschlagstätigkeit als heute hinweist. Das Ende des Eiszeitalters und der Beginn des Holozän vor etwa 10.000 Jahren leiteten einen deutlichen Klimaumschwung ein – es wurde zwar wärmer, aber die Niederschlagsmengen gingen zurück.

Bevölkerung

Der Altiplano ist seit seiner ersten Besiedlung vor etwa 10.000 Jahren ein zentraler Siedlungsraum, in dem sich Kultstätten und Bewässerungsterrassen alter Hochkulturen finden.

Heute finden sich am Ostrand des Altiplano die bolivianische Großstadt La Paz mit dem Regierungssitz, die sich aus einem Talkessel von 3.100 m die steilen Hänge bis hinauf auf die 4.000 m hoch gelegene Hochebene hinaufzieht; die Millionenstadt El Alto direkt angrenzend auf der Hochfläche; und weiter im Südosten die Großstädte Oruro und Potosí.

 Commons: Altiplano – Bilder, Videos und Audiodateien