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Karstadt

Die Karstadt Warenhaus GmbH mit Sitz in Essen ist eine vollständige Tochtergesellschaft der Arcandor AG (bis 30. Juni 2007 KarstadtQuelle AG) und innerhalb des Konzerns für das Geschäftsfeld stationärer Einzelhandel zuständig.

Zu Karstadt gehören heute 90 Waren- sowie 32 Sporthäuser, darunter das größte deutsche und gleichzeitig zweitgrößte europäische Kaufhaus KaDeWe in Berlin mit 60.000 m² Verkaufsfläche.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Geschichte der Karstadt AG bis zur Fusion mit Quelle

Am 14. Mai 1881 gründete Rudolph Karstadt (1856–1944) sein erstes Geschäft namens „Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft Karstadt“ in Wismar. Karstadt setzte von Anfang an auf günstige Festpreise anstelle des sonst noch üblichen Handelns, sodass schnell Filialen in 24 Städten Norddeutschlands eröffneten. Das zweite Karstadt-Haus wurde 1884 in Lübeck eröffnet. Kunden der ersten Stunde waren Thomas und sein Bruder Heinrich Mann. Weitere Filialen entstanden in Neumünster (1888), Braunschweig (1890), Kiel (1893), Mölln (1895) und Eutin (1896). Im Jahre 1900 übernahm Rudolph Karstadt 13 Geschäfte seines hoch verschuldeten Bruders Ernst Karstadt in Anklam, Dömitz, Friedland, Greifswald, Güstrow, Hamburg (Röhrendamm), Ludwigslust, Neubrandenburg, Schwerin, Stavenhagen, Wandsbek (Lübecker Str.), Wandsbek (Hamburger Str.) und Waren (Müritz). Weitere Filialeröffnungen folgten in Bremen (1902), Hamburg-Eimsbüttel (1903), Altona (1903), Hannover (1906) und Wilhelmshaven (1908). Einen ersten Höhepunkt bildete das 1912 an der Mönckebergstraße in Hamburg eröffnete erste Großstadt-Warenhaus in Deutschland mit einer Verkaufsfläche von rund 10.000 Quadratmetern.

1920 wurde die Firma Althoff des Dülmeners Theodor Althoff von Karstadt übernommen und der gesamte Konzern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Filialnetz war mittlerweile auf 44 gewachsen und erhöhte sich bis 1931 auf 89. 1932 schied Rudolph Karstadt aus der Unternehmensspitze aus, nachdem das Unternehmen während der Weltwirtschaftskrise eine schwere Krise durchgestanden hatte.

Der Firmensitz lag zunächst in Wismar und wurde 1893 nach Kiel verlegt. 1912 wurde auch die Hauptverwaltung von Kiel nach Hamburg verlegt, in die Hamburger Steinstraße. Nach der Kriegszerstörung des Haupthauses in der Hamburger Mönckebergstraße wurde er ins Ruhrgebiet verlegt. Ein Teil saß in Recklinghausen, ein Teil im Anbau des Warenhauses "Am Limbecker Platz" in Essen und die Kepa-Hauptverwaltung in der Innenstadt. Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Hauptverwaltung 1969 nach Essen-Bredeney - neben der A 52 - verlegt. Die Althoff-Warenhäuser wurden jedoch erst 1963 umbenannt. Weitere Übernahmen folgten, wie beispielsweise die der Grimme-Warenhäuser in Schleswig-Holstein in den 1960er Jahren.

1977 erwarb Karstadt zunächst eine Mehrheitsbeteiligung an der Neckermann Versand AG und wurde mit einem Jahresumsatz von 10,620 Milliarden DM zum größten Handelsunternehmen in der Bundesrepublik. 1984 erfolgte die komplette Übernahme von Neckermann und die Eingliederung in die Konzernstruktur.

1994 wurden die Hertie-Kaufhäuser (u. a. KaDeWe Berlin) von Karstadt übernommen. Damit wurde Karstadt auch Eigentümer mehrerer Grundstücke des jüdischen Kaufhausgründers Wertheim, der von den Nationalsozialisten enteignet worden war. 2005 wurde die KarstadtQuelle AG vom Berliner Verwaltungsgericht zu einer Entschädigung der Erben verurteilt.

1999 fusionierten die Karstadt AG und das Versandhaus Quelle zur KarstadtQuelle AG.

Geschichte der Karstadt-Warenhäuser nach der Fusion mit Quelle

Seit der Fusion mit Quelle werden die Warenhäuser der vormaligen Karstadt AG von der Karstadt Warenhaus GmbH (bis 2006 Karstadt Warenhaus AG), einer 100 %-igen Tochtergesellschaft der KarstadtQuelle bzw. Arcandor AG betrieben.

Im Oktober 2004 wurde bekannt, dass sich die Karstadt Warenhaus AG wie auch der gesamte KarstadtQuelle-Konzern in dramatischen finanziellen Schwierigkeiten befindet. Karstadt kämpft mit den Problemen des gesamten Einzelhandels, aber auch hausgemachten Problemen. So hielt man entgegen dem Markttrend an einem Gemischtwarenprogramm fest. Kritiker bemängeln, die Einrichtung sei zu altmodisch, das Programm nicht kundengerecht.

Seit 1. Januar 2005 werden die Lebensmittelabteilungen in derzeit 67 (anfangs 72) von 90 Karstadt-Kaufhäusern durch ein Joint Venture mit dem Namen „Karstadt Feinkost GmbH & Co. KG“ mit Sitz in Köln geführt, an dem Karstadt mit 74,9 Prozent und die „Rewe Group“ mit 25,1 Prozent und je einem Geschäftsführer beteiligt ist. Karstadt brachte Waren und Liegenschaften für etwa 50 Millionen Euro und Rewe neues Kapital in gleicher Höhe in die Gesellschaft ein. „Karstadt Feinkost“ hatte zu Beginn rund 3700 Mitarbeiter, die hauptsächlich vom KarstadtQuelle-Konzern gestellt wurden, die einen jährlichen Umsatz von etwa 500 Millionen Euro erwirtschafteten.[1] Bisher erzielte das Gemeinschaftsunternehmen jedoch jedes Jahr Verluste vor Steuern in insgesamt zweistelliger Millionenhöhe. Erst für das Jahr 2009 wird das Erreichen der Gewinnzone erwartet. Zug um Zug werden seit Gründung der „Karstadt Feinkost“ die Abteilungen nach Umbau auf die neue Marke „Perfetto“ mit verändertem Sortiment umgestellt.[2]

Aufgrund der anhaltenden Krise wurden im August 2005 74 Karstadt-Filialen mit Verkaufsflächen unter 8000 m² (Karstadt Kompakt, heute Hertie GmbH), 51 SinnLeffers-Modehäuser sowie die Fachhandelskette Runners Point verkauft.

Die Buchflächen bei Karstadt betreiben ab April 2008 Weltbild und Hugendubel.

Auch WMF, Rosenthal-Porzellan und andere sind Mieter bei Karstadt, arbeiten auf eigene Rechnung und mieten auch das Kassen-/Bezahlsystem von Karstadt.

Konkurrenten

Der Hauptkonkurrent der zum Arcandor Konzern gehörenden Karstadt Warenhäuser ist die Metro mit ihren Kaufhof-Filialen.

Im Oktober 2007 meldet das Handelsblatt, der Konzern prüft, den Kaufhof zu übernehmen: man wäre der zweitgrößte Kaufhauskonzern Europas nach dem spanischen El Corte Inglés.

Filialen

Aktuell existieren in Deutschland 90 Karstadt-Filialen. Zwei Wertheim- sowie zwei Schaulandt-Filialen gehören auch zu Karstadt. Zu den bedeutendsten Kaufhäusern gehören das KaDeWe (ca. 60.000 m²) in Berlin, das Oberpollinger (ca. 52.000 m²) in München und das Alsterhaus (ca. 24.000 m²) in Hamburg. Gerade das Stammhaus in Wismar (ca. 3.100 m²) ist die kleinste Filiale.

Filialen der Karstadt Warenhaus GmbH

Premium-Group

[3]

Diese Filialen sollen folgen:

Karstadt Feinkost GmbH & Co. KG (PERFETTO)

Karstadt Feinkost GmbH & Co. KG (kein PERFETTO)

Sporthäuser 2008 > Karstadt sports

Die größten Filialen der Karstadt Warenhaus GmbH (inkl. Sporthaus)

Die 11 größten Karstadt-Häuser (inkl. Sportabteilung in evtl. direkter Umgebung):

  1. Berlin-KaDeWe: Tauentzienstraße 21-24, Verkaufsfläche 60.000 m²
  2. München-Oberpollinger: Neuhauserstraße 18, Verkaufsfläche 52.000 m²
  3. Hamburg-Mö: Mönckebergstraße 16, Verkaufsfläche 47.000 m²
  4. München-Hauptbahnhof: Bahnhofplatz 7, Verkaufsfläche 40.000 m²
  5. Hannover: Georgstraße 23, Verkaufsfläche 38.000 m²
  6. Berlin-Neukölln: Hermannplatz, Verkaufsfläche 34.000 m²
  7. Frankfurt: Zeil 90, Verkaufsfläche 33.800 m²
  8. Bremen: Obernstraße 5-33, Verkaufsfläche 33.600 m²
  9. Leipzig: Neumarkt 30, Verkaufsfläche 33.000 m²
  10. Köln: Breite Straße 103-135, Verkaufsfläche 31.500 m²
  11. Dresden: Prager Straße 12, Verkaufsfläche 31.400 m²

Die Folgenden sind Dortmund (30.800 m²), Düsseldorf (29.100 m²) und Braunschweig (28.900 m²).

Filialen der Schnäppchen Center

Filialen der Multimedia Center

Von Karstadt betriebene Schaulandt-Filialen

Diese Schaulandt-Häuser werden als "Filialen der Karstadt Warenhaus GmbH" geführt:

Ehemalige Filialen

(unvollständige Liste)

Filialverluste 1945 in Folge des Zweiten Weltkriegs

Filialverkäufe in Folge der Übernahme von Hertie 1994

Filialverkäufe 2005 in Folge der Ausgliederung von Karstadt Kompakt

Sonstige Filialschließungen und -verkäufe aus wirtschaftlichen und betrieblichen Gründen

Ehemalige Schaulandt-Filialen

Folgende Schaulandt-Filialen wurden im Mai 2003 von Karstadt an die EP-Gruppe verkauft:

Folgende Filialen sind nach der Übernahme der Schaulandt GmbH durch Karstadt geschlossen worden:

 Commons: Arcandor – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Netzeitung, 29. Jun 2004
  2. Capital, Heft 1/2007
  3. [1]inar
  4. Wanne-Eickel-Forum > Althoff / Karstadt