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Super 8

Super 8 ist ein Schmalfilm-Filmformat, dass im Herbst 1964 von Kodak vorgestellt und im Mai 1965 eingeführt wurde. Hauptsächlich war dieses Filmformat für den privaten Bereich gedacht, um Familienfeste oder Urlaube in bewegten Bildern festzuhalten. In diesem Bereich wurde Super 8 nahezu komplett von der Videotechnik abgelöst. Von zahlreichen Enthusiasten und Kunst- wie Experimentalfilmern wird es jedoch noch heute verwendet, auch bei der Produktion von Werbefilmen und Musikclips wird das Format eingesetzt. Selbst in aktuellen Kinofilmen finden sich einzelne Szenen, die auf Super 8 gedreht wurden wie bspw. bei 28 Days Later.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Formats

Entwicklung

Die Bezeichnung „Super“ in Super 8 bezog sich auf das größere Bildformat gegenüber dem bisherigen 8-mm-Film. Dies wurde durch eine schmalere Perforation ermöglicht, wobei die Löcher auch an einer anderen Stelle saßen, nämlich immer in der Mitte eines Bildes anstatt zwischen zwei Bildern. Mit Erscheinen von Super 8 ging man dazu über, das vorherige Format als Normal 8 (englisch: Regular 8) zu bezeichnen. Die Bildgröße wuchs von 4,9 mm x 3,6 mm auf 5,69 mm x 4,22 mm (7 mm Diagonale) und somit um etwa 36 %. Konnte man mit Normal 8 etwa die Auflösung eines Fernsehbildes erzielen, ließ sich dies abhängig vom verwendeten Film mit Super 8 deutlich übertreffen.

Der zweite Unterschied bezog sich auf die Handhabung. Musste bisher der lose aufgewickelte Film umständlich eingefädelt werden, wurde der Super-8-Film in Kassetten geliefert, die sich ganz einfach einlegen ließen. Damit setzte Kodak eine Linie fort, die man 1963 mit dem Instamatic-System für Fotokameras startete und später mit dem Pocket-Film fortsetzte: mit einer möglichst einfachen Handhabung sollte das Fotografieren und Filmen auch technisch unkundigen Menschen nahegebracht werden. Eine Kassette enthielt dabei 15,25 m, entsprechend 50 ft Filmmaterial, was bei der für Super 8 normalen Bildfrequenz von 18 Bildern/s eine Laufzeit von 3 min 20 s ergab; die genaue Einzelbildzahl (besonders für Berechnungen von Zeitrafferaufnahmen wichtig) beträgt pro 15m-Kassette etwa 3.600 Bilder (+/- 50 Bilder Belichtungs- und Schnitttoleranz an Anfang und Ende).

Einführung

Diese Verbesserungen basierten im Grunde auf den Entwürfen eines runden Tisches der drei internationalen Photographicariesen Kodak, Fuji und Agfa, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, bis zu den Olympischen Spielen von Tokio ein gemeinsames Format namens Rapid 8 zu entwickeln. Kodak scherte jedoch aus dieser Arbeitsgruppe vorzeitig aus und kündigte die bisherigen Ergebnisse im Jahr 1964 als eigene Erfindung unter der Bezeichnung Super 8 an, das im Jahr 1965 auf dem Markt eingeführt wurde. Fuji wehrte sich gegen diese List Kodaks mit einer zusätzlichen Weiterentwicklung der bisherigen Pläne, die zeitgleich mit Super 8 unter dem Namen Single 8 herauskam. Single8 basierte meistens auf einem deutlich dünneren Trägermaterial (Polyester); auf einer 120m-Super8-Spule fanden somit 180 Meter Single8 Platz. Single8-Filme finden sich allerdings nur extrem selten in alten Filmbeständen.

Schon mit der ersten Ankündigung begannen nahezu alle Kamerahersteller, ihr Programm umgehend umzustellen, so dass sie gleich nach der Markteinführung Super-8-Modelle anbieten konnten. So setzte sich Super 8 extrem schnell durch, zumal man mit der einfachen Handhabung tatsächlich einen neuen Interessentenkreis gewann.

Die deutsche Firma Agfa, die nun zwischen allen Stühlen saß, bemühte sich zunächst, Filmsorten in beiden Formaten anzubieten, kapitulierte jedoch bereits 1967 gegen Kodak und stellte ihre Single-8-Produktion ein, so dass das technisch überlegene Format in der Folge größtenteils auf Japan beschränkt blieb.

Selbstverständlich verlangte der neue Film auch neue Projektoren, wobei es lange Zeit umschaltbare Modelle zu kaufen gab, mit denen auch alte Normal-8-Filme vorgeführt werden konnten.

Verbreitung

Die Verkaufszahlen an Geräten stiegen bis zum Höhepunkt in den Jahren 1974/75 stetig an und fielen dann wieder erheblich ab; schon 1980 war aufgrund Marktsättigung ein derart niedriges Niveau an neuem Bedarf für Kameras und Projektoren erreicht, dass die meisten Gerätehersteller nicht mehr rentabel produzieren konnten, was ein wichtiger Grund für diese Hersteller war, von Super 8 auf andere Technologien (z. B. Camcorder oder Drucker, oft auch der Rückzug aufs Kerngeschäft Photographie) umzuschwenken. Infolgedessen gibt es seit etwa 1985 fast keine neuen Kameras oder Projektoren mehr zu kaufen. „Schlusslichter“ waren Zenit und Beaulieu, die erst Mitte der 1990er die Produktion von Kameras und Projektoren einstellten. Lediglich Classic Home Cinema brachte 2002 noch einmal eine Kleinserie von Fumeo-Projektoren auf den Markt. Seitdem ist der Markt auf internationalen Super-8-Filmbörsen (wie etwa Waghäusel) oder eBay ausschließlich auf Gebrauchtgeräte angewiesen, die z. T. auch „wiederaufgearbeitet“ angeboten werden.

Der Verbrauch von Filmmaterial erreichte erst um 1979 und 1980 mit jährlich 19 Millionen allein in Deutschland verkauften Super-8-Kassetten seinen Höchststand. Anders als die Gerätehersteller gaben die meisten Hersteller von Super-8-Film erst Anfang bis Mitte der neunziger Jahre ihre Produktion auf; von diesen hielt Agfa am längsten aus, wo noch bis 1996 der hauseigene Agfa Moviechrome 40 entwickelt wurde. Einzig Kodak hat seine Produktion nie eingestellt, und inzwischen sein Super-8-Portfolio sogar durch zwei Negativfilme erweitert (s. u.). Seit Ende der neunziger Jahre sind auch wieder ein paar neue Hersteller hinzugekommen, z. B. Wittner Kinotechnik, GK-Film und KAHL Film (s. u.), und seit kurzem (2006) gibt es auch erstmals Fujimaterial in der Super-8-Kassette.

Die engagierten Amateure nahmen typischerweise die Vorstellung des im Vergleich zu älteren Videovarianten hochauflösenden Video-8-Systems Hi8 im Jahr 1988 zum Anlass, darauf umzusteigen, wobei zumeist die längere Aufnahmezeit, die Überspielmöglichkeit alter Aufnahmen, die einfachere Tonaufnahme, sowie die einfachere Aufnahme unter schlechten Lichtverhältnissen den Ausschlag gaben, nicht jedoch die Qualität. Nur wenige Enthusiasten filmen noch bis heute mit Super 8. Anders sieht es hingegen im Profilager aus, wo die neuen Negativmaterialien und die wesentlich verbesserten Digitalisierungsmöglichkeiten neue Einsatzmöglichkeiten eröffneten. Folglich hat Kodak seine Super8-Produkte mittlerweile auch aus dem Amateurbereich herausgenommen und der Profisparte Motion Picture Film untergeordnet.

Filme

Emulsionen

Super-8-Farbfilme waren fast immer auf Kunstlicht sensibilisiert; für Aufnahmen mit Tageslicht wurde ein eingebauter Rotfilter (Konversionsfilter vom Typ Kodak Wratten 85) zugeschaltet. Die Idee dabei: das Filmen mit Scheinwerfern erforderte sehr viel Licht (die Scheinwerfer hatten wenigstens 1000 W Leistungsaufnahme), deswegen sollte dabei der Film möglichst empfindlich sein. Bei Tageslicht hingegen war der Verlust durch den Filter weniger problematisch. Und existierten bei Normal 8 noch Kunst- und Tageslichtfilme, so sollte es nun im Interesse der einfachen Handhabung nur einen Typ geben. Die Filmempfindlichkeit war aus dem gleichen Grund an der Kassette codiert, wobei viele Kameras aber nur die gängigen Größen ISO 40/17° und ISO 160/23° abtasten, im Tageslichtbetrieb ergab sich dann ISO 25/15° und ISO 125/21°. Bis 1972 gab es sogar ausschließlich niedrigempfindliche Filme, wollte man doch Handhabungsfehler von Laien unbedingt ausschließen. Die hochempfindlichen Kassetten durften nämlich nicht bei strahlendem Sonnenschein verwendet werden, da sie dabei leicht überbelichtet werden konnten. Außerdem tasteten nicht alle Kameras die Empfindlichkeit ab. Die Filmkassetten wurden gewöhnlich an ein Labor gegeben. Grundsätzlich ließ sich der Film aber auch selber entnehmen und entwickeln. Ein Farbfilm kostete auf dem Höhepunkt der Super-8-Ära in den 1970er Jahren günstigstenfalls 10 DM.

Kodachrome

Eine besondere Bedeutung hatte der Kodachrome 40, mit dem das System vorgestellt wurde. Wegen der besonders komplizierten Entwicklung erfolgte diese grundsätzlich nur bei Kodak selbst, die Kosten dafür waren – im Gegensatz zu anderem Filmmaterial – beim K 40 immer im Preis enthalten. Kodak erklärte im Mai 2005, den K 40 durch ein neues Filmmaterial zu ersetzen, die Gründe für die Einstellung des K-40-Super-8-Films waren einerseits die zurückgegangene Nachfrage in den Zeiten der digitalen Fotografie, andererseits auch die mittlerweile nur noch wenigen, hoffnungslos veralteten Entwicklungsmaschinen für den speziellen Prozess. Schon in den Jahren zuvor betrieb Kodak nur ein einziges europäisches Kodachrome-Labor, nämlich in Lausanne (Schweiz). Kodak hatte zugesagt, noch bis zum 25. September 2006 die K40-Super-8-Filme in der Schweiz zu entwickeln; danach wurden die Maschinen dort komplett stillgelegt. Eventuell dann noch vorhandene, unentwickelte Filme müssen vom Kunden gegen Entwicklungsentgelt an das Labor Dwayne's in den USA geschickt werden, das in Europa über Wittner Kinotechnik in Hamburg (s. u.) zu erreichen ist, so dass man lediglich die Portokosten nach Hamburg zahlen muss.

Doppel-Super 8

Doppel-Super-8-Filme waren 16 mm breit und wurden nicht in Kassetten, sondern auf 30-m- und 10-m-Spulen konfektioniert. Die Filme liefen – wie vom Normal-8-basierten Doppel 8 bekannt – zweimal durch die Kamera und wurden nach der Filmentwicklung in der Mitte auseinander geschnitten und damit in 2 Filmstreifen mit Super-8-Format getrennt. Der Vorteil lag vor allem im uneingeschränkten Rückspulen für verschiedene Trickeffekte, was die Super-8-Kassetten (bei S8-Kameras höherer Preisklassen) nur bis 3 Sekunden erlaubten, aber auch in der kameraseitigen Andruckplatte. Spezielle Doppel-Super-8-Kameras kamen in den 60ern in der westlichen Hemisphäre für den professionellen Reportageeinsatz auf den Markt, fanden darüber hinaus aber keine nennenswerte Verbreitung. Im Ostblock hingegen war das Doppel-Super-8 Format verbreiteter als die Super-8-Kassette von Kodak.

Die Kameras aus UdSSR-Produktion vom Typ Quarz sind heute leicht erhältlich. Die professionelleren Geräte von Pathé, Bolex oder Canon sind dagegen gefragte und rare Filmkameras. Der Doppel-Super-8-Film zeichnet sich nicht zuletzt durch sein günstiges Preisleistungsverhältnis aus.

60-m-Kassette

1979 ist noch eine Super-8-Kassette mit 61 m (200 ft) Filminhalt, entsprechend 13 min 20 s Laufzeit, vorgestellt worden. Sie verlangte spezielle Kameras, bei denen sich eine Klappe über dem Kassettenfach öffnen ließ. Diese Kassette besaß eine große Filmvorratsbox, die frei über der Kamera stand, und ein damit verbundenes Teil, das aussah wie eine normale Super-8-Kassette, aber keinen Filmvorrat enthielt und in die Kamera eingesetzt wurde. Die Spulen in der Vorratsbox wurden dabei mit eingebauten Spiralfedern bewegt. Die Produktion dieser Kassetten wurde jedoch 1997 eingestellt, so dass sie seit ca. 1998 nicht mehr erhältlich sind.

Andere Kassetten

SuperDrive SD8/60

Nachdem die 60m-Kassette von Kodak eingestellt wurde, stellte die Firma Beaulieu seine 60m-Selbstladekassette "SuperDrive SD8/60" vor. Obwohl Beaulieu damit warb, dass die Kassette nach einem Umbau auch an anderen Kameras, wie z.B. der Nizo 6056/6080 funktionieren solle, gab es diesen Umbau tatsächlich nur für die Beaulieukameras aus der 6008/7008/9008-Reihe. Die Produktion dieser Kassette wurde mittlerweile eingestellt, Filme sind jedoch weiterhin von verschiedenen Anbietern erhältlich.

Supermag 400

Anfang 2004 gab es die ersten Prototypen des "Supermag 400", einer Selbstladekassette für 120m / 400ft Film, zu bestaunen. Sie sollte in allen Kameras funktionieren, die Kodaks 200-Fuß-Kassette nutzen konnten. Aufgrund des hohen Preises, des Nichtzustandekommens von Verträgen mit Kodak und einiger Produktionsprobleme, wurde die Herstellung und der Verkauf jedoch Ende 2006 wieder eingestellt. Die Webseite des Herstellers Anfang 2004......und Ende 2006.

Kompatibilität zu Single 8

Als Alternative existierte das – in Japan vorherrschende – Single-8-System: Single-8-Filme lassen sich uneingeschränkt mit Super-8-Projektoren vorführen.

Tonfilm

Zweibandverfahren

Die überwiegende Zahl der Super-8-Filmer erstellte Stummfilme; Tonfilme waren mit einem erheblichen Aufwand verbunden. In der Anfangszeit musste der Ton immer mit einem speziellen Spulentonbandgerät oder Kassettenrecorder aufgenommen werden, wobei eine geeignete Kamera nach jedem aufgenommen Bild elektrische Impulse von sich gab, die auf einer eigenen Spur aufgenommen wurde. Bei der Wiedergabe steuerten diese Impulse dann die Vorführgeschwindigkeit am – ebenfalls geeigneten – Projektor, so dass Bild und Ton synchron liefen. In der Praxis hielten die Filmkameras ihre Geschwindigkeit aber häufig derart ungenau ein, dass es bei Filmschnitt leicht Probleme bereitete. Eine Vertonung ohne Synchronisation funktionierte nicht; der Gleichlauf war dann so unsicher, dass man allenfalls Hintergrundgeräusche abspielen konnte. Filme können auch nachträglich mit einer Tonspur versehen werden, die sich dann mit Hilfe eines Tonfilmprojektors besprechen ließ. Das Bespuren führte entweder ein Labor oder ein ca. 200 DM teures Gerät durch.

Liveton

1973 stellte Kodak die Super-8-Tonfilmkassette vor, welche mit speziellen Liveton-Kameras verhältnismäßig unaufwendige Tonaufnahmen erlaubte. Die Tonfilmkassette enthielt vorbespurten Film. Sie war größer und konnte dadurch nur in Super-8-Tonfilmkameras eingelegt werden. An ihrer Unterseite gab es eine zusätzliche Öffnung, in die der Tonkopf hineinragen konnte. Der Ton war dabei immer um 18 Bilder versetzt, weil der Film vor dem Bildfenster ruckartig bewegt wurde, für die Tonwiedergabe aber gleichmäßig laufen musste. Dieser Versatz bereitete beim Schneiden große Probleme, im Allgemeinen wurde empfohlen, einen Tonfilm gut zu planen und dann gar nicht zu schneiden. Live-Ton-Kameras gab es ab der Mittelklasse, entsprechend etwa 500 DM zu kaufen.

Heute gibt es keine Super-8-Tonfilmkassetten mehr zu kaufen, Kodak hat die Produktion 1997 eingestellt – Tonfilmkameras lassen sich aber auch mit Stummfilm-Kassetten betreiben, wobei sie in punkto Gleichlauf den Stummfilmkameras deutlich überlegen sind.

Kamera

Filmgeschwindigkeit

Standard bei Super 8 waren 18 Bilder/s, einfache Kameras liefen mit keiner anderen Geschwindigkeit. Etwas gehobene Modelle boten eine Zeitlupe, der Film lief dann bei der Aufnahme meist etwa doppelt so schnell, also mit ca. 36 Bildern/s, bei noch besseren Kameras mit 54 Bildern/s (z.B. Nizo561-S8-Kamera), in selteneren Fällen sogar 70 Bildern/s. In dieser Klasse war überdies ein Zeitraffer üblich, dabei lief der Film mit der halben Geschwindigkeit, also 9 Bildern/s in der Kamera sowie die vom Kino bekannten 24 Bildern/s. Generelles Arbeiten mit dieser Geschwindigkeit setzte einen Projektor voraus, der sich ebenfalls auf 24 Bilder/s einstellen ließ, was aber gängig war. Dann reichte eine Super-8-Kassette naturgemäß nur für 2 min 30 s. Der Vorteil lag in einer kürzeren Belichtungszeit, also weniger unscharfen Bildern schnell bewegter Objekte und einer besseren Bewegungsauflösung. 24 Bilder/s brachten gelegentlich auch einen Nutzen, wenn man sie mit 18 wiedergab, beispielsweise machten sich dadurch die Stöße bei Fahraufnahmen weniger bemerkbar. Für Aufnahmen mit 24 Bildern/s waren ausreichende Lichtverhältnisse bzw. lichtstarke Objektive (z.B. Schneider Kreuznach) von Vorteil; langsame 9 Bilder/s konnten u.U. Innenaufnahmen ohne gutes Zusatzlicht (z.B. Kaiser Scheinwerfer mit 500/1000/2000Watt) ermöglichen. Ganz wenige Kameras besaßen eine spezielle 25-Bilder/s-Stellung. Sie war für Filme gedacht, die vom Fernsehen ausgestrahlt werden sollten. Das hatte allerdings nur für Tonfilme eine Bedeutung, andernfalls brauchte der Film nur unmerklich schneller abgetastet zu werden. Schon einfache Kameras hatten eine Einzelbildschaltung, die für Trickaufnahmen gedacht war. Dabei wurde mittels Draht- oder elektrischem Fernauslöser immer nur ein einziges Bild belichtet. Mit fortgeschrittener Elektronik kam es auch zu Einstellungen, die ein selbsttätiges Auslösen beispielsweise alle 60 s ermöglichte, sowie zu einem Selbstauslöser; dann lief die Kamera meist 10 s lang. Manche Kameras besaßen auch einen Anschluss für ein gewöhnliches Blitzgerät, das bei Einzelaufnahmen auslöste.

Objektive

Zoom-Objektive waren unter Super-8-Kameras Standard, nur die ganz einfachen besaßen eine Fixfocus-Festbrennweite. Das Zoomen ging bei gehobenen Kameras mit einem Servomotor in zwei Geschwindigkeiten vonstatten. Einfachere Modelle konnten nur während des Filmens motorisch zoomen, hier stellte ein Zahnrad per Tastendruck die Verbindung zum Filmtransport her. Für den Brennweitenvergleich mit Objektiven für 24x36-mm-Kleinbild-Fotokameras galt der Formatfaktor 6,2; einem 7-60-mm-Super-8-Objektiv entsprach folglich ein etwa 45-370-mm-Kleinbildobjektiv.

Taschenkameras

Bereits am Ende der 1960er Jahre erlaubte es der technische Fortschritt, besonders kompakte Kameras zu bauen, ein Beispiel hierfür ist die Agfa Microflex. Diese Taschenkameras fielen kaum größer als ein Taschenbuch aus, so dass man sie problemlos in einer Manteltasche unterbringen konnte. Ihre geringen Abmaße kamen zum einen durch eine besonders kompakte Mechanik zustande, aber auch einige Komprmisse bei der Ausstattung: Das Objektiv besaß nur einen geringen Zoombereich, gewöhnlich dreifach, und sie verzichteten zumeist auf einen Schnellgang, damit sie mit wenigen Batterien auskamen. Von den kompakten Kameras versprach man sich zusätzliche Kunden, weswegen die meisten Hersteller sie dann auch in ihr Programm aufnahmen. Der praktische Nutzen einer Taschenkamera hielt sich aber in Grenzen, da man sie mit ihren geringen Gewicht weniger ruhig halten konnte und sich für ruhige Bilder ohnehin ein Stativ empfahl.

XL-Kameras

Mit dem ISO-160/23°-Film kamen 1973 auch XL-Kameras auf, wobei XL für existing light stand und auf eine besondere Eignung bei ungünstigen Lichtverhältnissen hinwies. Solche Kameras besaßen generell ein besonders lichtstarkes Objektiv, mitunter sogar mit einem Öffnungsverhältnis von 1:1 und zusätzlich eine längere Belichtungszeit. Hierzu wies die Sektorenblende in der Kamera nicht die üblichen 160° - 180° sondern bis zu 230° auf. 180° bedeutete, der Film wird während der halben Zeit belichtet, in der übrigen Zeit verdunkelt, damit er transportiert werden kann. Bei 18 Bildern/s ergibt sich so eine Belichtungszeit von 1/18 s x 180°/360° = 1/36 s, im Falle der XL-Blende von 1/18 s x 230°/360° = ca. 1/28 s. Die kürzere Verdunkelung verlangte naturgemäß nach einem schnelleren Filmtransport und der Preis der längeren Belichtung lag in einer höheren Bewegungsunschärfe. XL-Kameras gab es bereits in der unteren Preisklasse, also mit sonst einfacher Ausstattung. Die spezielle Ausrichtung auf Nachtaufnahmen konnte man mit ungefähr 3½ bis 4 Blendenstufen Vorteil veranschlagen, was sich auf ½ Stufe für die Sektorenblende, 1 bis 1½ Stufen für das Objektiv und 2 Stufen für den hochempfindlichen Film aufteilte.

Schärfentiefe

Für engagierte Filmer war ein geringer Schärfenbereich wichtig, um den Hintergrund aus gestalterischen Gründen unscharf halten zu können. Da sich mit zunehmender Brennweite die Schärfentiefe verringerte und die Brennweite für eine bestimmte Vergrößerung wiederum von der Bildgröße abhing, waren Super-8-Kameras den aktuellen Videokameras mit ihren 1/3" oder kleineren CCD-Bildwandlern überlegen. Hinzu kamen die extrem lichtstarken Objektive, da sich mit kleineren Blendenwerten die Schärfentiefe ebenfalls verringerte. Bei CCD-Sensoren sind dem aus technischen Gründen Grenzen gesetzt; ein Öffnungsverhältnis von 1:1 lässt sich hier nicht realisieren. Allerdings sind 16- und noch vielmehr 35-mm-Kameras in punkto Schärfentiefe wesentlich überlegen.

Automatik

Viele Kameras waren schon früh mit einer Belichtungsautomatik ausgerüstet, die sich oft abschalten ließ. Tonfilmkameras besaßen manchmal einen zuschaltbaren automatischen Tonverstärker, um stets eine optimale Pegelung der Aufnahmelautstärke zu ermöglichen. Einige späte Modelle (von Bell & Howell, Bolex, Canon, Chinon, Elmo, Revue und Sankyo) besaßen darüber hinaus auch einen Autofokus, der genauso wie bei heute handelsüblichen Camcordern funktionierte.

Hersteller

Für das Super-8-Format erschienen insbesondere um 1970 zahlreiche Kameras, sowohl von reinen Filmkameraherstellern wie z. B. Beaulieu, Bauer, Braun Nizo oder Eumig wie auch von solchen, die auch Fotokameras herstellten, wie Agfa, Canon oder Leitz. Insgesamt hielt der Weltmarkt über 1000 Modelle bereit, von denen einige aber z.B. nur in Japan oder nur in der UdSSR verkauft wurden. Der französische Hersteller Beaulieu offerierte besonders raffinierte Modelle, darunter solche mit ungewöhnlichen 80 Bildern/s für die Zeitlupe, Wechselobjektiven und mit einer speziellen Kassette, die losen Film aufnahm und über der Kamera montiert wurde. Super-8-Kameras gab es ab ungefähr 200 DM zu kaufen. Auf dem Höhepunkt der Ära boten Versandhäuser wie Neckermann oder Foto Quelle sogar Einsteigermodelle für 100 DM an.

Nachbearbeitung

Schnitt

Der entwickelte Film kam auf einer kleinen Spule mit aufgesetzter Kappe vom Labor und konnte sofort mit einem Projektor vorgeführt werden. Der übliche Weg war aber, ihn mit einem speziellen Betrachter anzusehen, in einzelne Szenen zu schneiden, diese auf einem Klemmbrett (die es auch beleuchtet gab) zu sortieren und dann aneinanderzufügen. Hierzu bedurfte es einer Klebepresse, in welcher der Film so passgenau eingelegt werden konnte, dass er bei der Projektion nicht hängen blieb. Dabei gab es zwei Verfahren, das Nasskleben und das Trockenkleben mit transparenten Klebefolien. Für das Nasskleben musste am Film eine schräge Kante erzeugt werden, was je nach Art der Klebepresse mit einem Hobel oder mit einem batteriebetriebenen Schleifkopf geschah. Zum Trockenkleben wurde ein spezieller Klebefilm beidseitig so auf den Film angebracht, dass meistens nur die erste, nicht aber die zweite Tonspur frei blieb. Trockenklebefolien haften auf allen Filmmaterialien, während das Nasskleben nicht mit Polyestermaterial funktioniert, also z.B. nicht mit den Super8-Filmen von Ferrania/3m oder div. Spielfilmkopien.

Titel

Für Filmtitel hielten Fotozubehörhersteller spezielle Geräte bereit: Steig- und Lauftitel entstanden mit Stoffbahnen, die von zwei Walzen bewegt und auf denen die Buchstaben befestigt wurden. Sollten Titel in ein bewegtes Bild eingeblendet werden, musste man den Film mit dem Projektor in ein spezielles Trickgerät projizieren. Dann konnte man beides, Film und Titel aufnehmen. Solch ein Trickgerät erlaubte auch das Kopieren von Filmen und somit das Umwandeln von Normal-8- in Super-8-Film. Eine einfachere Möglichkeit bestand in einem Makrohalter, den man allerdings bereits vor Ort verwenden musste: Auf eine Glasscheibe schrieb man den Titel, durch diese hindurch wurde mit kleiner Blende und somit großer Schärfentiefe die Szene gefilmt.

Projektoren

Stummfilm

Super-8-Projektoren gab es ab etwa 200 DM zu kaufen. Einfache Modelle benutzten noch lange Zeit eine gewöhnliche 50-W-Niederspannungslampe, teurere eine Halogenlampe mit bis zu 100 W. Ein häufiges Ausstattungsmerkmal war ein 2-fach-Zoom, mit dem sich der Projektorstandort leicht der Leinwandgröße anpassen ließ. Stummfilmprojektoren, die nicht für die Synchronisation mit einem Tonbandgerät vorgesehen waren, hielten die Vorführgeschwindigkeit nur ungefähr ein, beispielsweise ging die Umschaltung von 24 auf 18 Bildern/s häufig dadurch vonstatten, dass Reibelemente den Motor abbremsten. Die Projektoren unterschieden sich auch durch die maximale Spulengröße; manche konnten nicht einmal 120-m-Spulen aufnehmen, andere sogar welche für 360-m-Film. Um 1972 erschienen Projektoren für spezielle Filmkassetten, die den Super-8-Film enthielten. Es gab zwei Systeme, die technisch unbegabten Anwendern entgegenkommen sollten, sich aber überhaupt nicht durchsetzen konnten. Mit Aufkommen der Selbstfangspulen brauchte man allerdings ohnehin nur noch den Filmanfang in die zugehörige Aufnahme des Projektors zu stecken.

Tonfilm

Von den Tonfilmprojektoren erschienen zunehmend raffiniertere Modelle. Es gab welche mit eingebautem Kassettenrecorder; zunehmend verbreiteten sich aber solche, die mit bespurten Filmen arbeiteten. Besonders komfortabel ließ sich mit jenen arbeiteten, die zwei Spuren verwendeten. Dann lag auf einer Spur das Hintergrundgeräusch, beispielsweise eine Musik, und auf der zweiten Spur konnte ein Kommentar gesprochen werden. Bei der Wiedergabe stellte der Projektor den Hintergrundton während des Sprechens automatisch leiser. Mit einigen Projektoren ließ sich durch die Nutzung beider Spuren auch eine Stereo-Wiedergabe/Aufnahme realisieren.

Agfa Family / Elmo Album

1979 versuchten Agfa und Elmo mit den Systemen „Family“ (Agfa) und „Album“ (Elmo) den Super-8-Film noch einmal zu beleben. Die Idee dabei war es, mit einer Kamera sowohl filmen wie auch fotografieren zu können. Hierzu gab es von Agfa eine extrem primitive, dafür mit 149 DM auch billige Kamera, die zwei Tasten besaß: Drückte man auf die eine, dann funktionierte der Apparat als gewöhnliche Super-8-Kamera, drückte man die andere, dann wurde ein einziges Bild auf dem Film belichtet und eine Markierung an dessen Rand hineingestanzt. Elmos „C65 Album 3600“ funktionierte ähnlich, war aber besser ausgestattet (Zoomlinse, ...). Zum Betrachten gab es ein spezielles Gerät mit einer kleinen Mattscheibe (8 cm x 10 cm) und liegenden Spulen, welches im Set mit der Kamera 498 DM (Listenpreis) kostete. Später erschien dafür noch ein Vorsatz, der das Bild auf 15,5 cm x 20,5 cm vergrößerte. Der Apparat führte Super-8-Filme mit 18 Bildern/s vor und hielt den Filmtransport für 8 s an, sobald eine Markierung erschien. So konnten die Fotos betrachtet werden. Agfa stellte von vornherein den Family Print vor, der aber erst Ende 1981 lieferbar war. Ihn konnte man seitlich an das Betrachtungsgerät ansetzen, um Standbilder auf den Kodak-Sofortbildfilm PR 10 aufzunehmen. Das Format betrug 6,8 cm x 9,0 cm. Schon zuvor konnte man mit einen Faden in der Perforation markierte Bilder von einen Labor vergrößern lassen. Die Qualität von Super-8-Papierabzügen war aber generell miserabel, besaß doch bereits die Minox-Kleinbildkamera bereits ein viermal größeres Negativ. Agfa Family geriet zu einem riesigen Misserfolg. Ein ähnlich anmutendes System, allerdings ohne Standbilder, war Polavision (siehe Polaroid).

Historische Hersteller

Filme

Da man noch zahlreich unbelichtete, meist sogar unausgepackte Filme bei eBay (einzeln oder zusammen mit technischer Ausrüstung) preisgünstig aus zweiter Hand ersteigern kann, die zumeist trotz abgelaufenem Haltbarkeitsdatum noch sehr gut verwendbar sind, wird hier ein Überblick über die ehemaligen Filmhersteller und die von ihnen hergestellten Sorten gegeben.

Bei jedem einzelnen Film aus zweiter Hand sind natürlich die Lagerbedingungen für die Qualität bei heutiger Verwendung ausschlaggebend; je kühler und trockener ein Film gelagert wurde, desto besser. Selbstredend sind Filme vorzuziehen, die sich noch originalverpackt in ihrer ursprünglichen, ungeöffneten Vakuumfolie befinden. Bei bereits geöffneten Filmen gibt es außer den Buchstaben EXPOSED ganz am Ende keine Möglichkeit, zu ermitteln, wieviel Meter bereits verdreht wurden, und zurückspulen kann man eine Super-8-Kassette nicht.

Kodak produziert und verkauft bis heute Super-8-Filme. Emulsionen mit dem Namen Kodachrome konnten stets ausschließlich von Kodak entwickelt werden, einzig der Kodachrome 40 sowie der Vorgänger Kodachrome 25 können heute ebenfalls von der amerikanischen Firma Dwayne's entwickelt werden. Das hat zum Teil mit dem hochkomplizierten, patentierten Entwicklungsverfahren von Kodachrome zu tun, das eine außergewöhnliche Haltbarkeit des entwickelten Films ermöglicht. Bewegtfilme der Sorte Kodachrome haben im Laufe ihrer bisher 70jährigen Geschichte diese Haltbarkeit ohne auch nur geringste Einbußen wie etwa Farbverschiebungen erwiesen, und wissenschaftliche Tests in physikalischen Labors (u. a. Wilhelm Imaging Research, Inc.) weisen sogar auf eine wahrscheinliche, weiter unveränderte Beständigkeit der Güte dieses speziellen Filmmaterials nach seiner Entwicklung im Laufe hunderter von Jahren hin. Ist ein Film der Sorte Kodachrome erst einmal entwickelt, hält man ein kulturelles Zeugnis in Händen, das einen aller Wahrscheinlichkeit nach unversehrt überleben wird.

Agfa verkaufte von 1965 bis 1994 Super-8-Filme, die bis 1996 auch im eigenen Hause entwickelt wurden; Agfafilme wurden oft von anderen Firmen auch unter anderen Markennamen für Super 8 verkauft, wie z. B. von Revue (Photo-Quelle) oder der englischen Firma Boots. Alle hier genannten Filmsorten für Super 8 von Agfa werden heute von Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab entwickelt.

Revue, eine Unterabteilung von Photo-Quelle, verkaufte bis etwa 1992 nur zwei aufeinanderfolgende Filmsorten für Super 8, Entwicklung heute durch Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab.

Photo Porst verkaufte bis etwa 1990 nur eine einziger Filmsorte für Super 8, Entwicklung heute durch Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab.

Perutz verkaufte wie Porst bis etwa 1990 nur eine einziger Filmsorte für Super 8, Entwicklung heute durch Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab.

Natürlich gab es auch noch weitere Hersteller, wie z. B. Technicolor, Ilford, Sakura, Orwo, Svema, Ferrania/3m, ... . Zudem ist die obige Liste unvollständig: Alleine bei Kodak fehlen die Schwarzweißfilme, die Negativmaterialien, der Farbfilm Ektachrome 40, ... .

Kauffilme

Für Super 8 gab es auch fertige Filme zu kaufen, was für pornografische Werke eine erhebliche Bedeutung hatte. Es existierten aber auch Dokumentar- und Lehrfilme, beispielsweise die Zusammenfassung einer Fußballweltmeisterschaft. Selbst bekannte Spielfilme ließen sich bekommen; sie waren häufig auf 120 m, entsprechend rund 25 min, gekürzt, seltener auf mehreren Filmrollen verteilt. Dabei gab es auch schwarzweiße Kopien von Farbfilmen, die billiger angeboten werden konnten, da man z. T. Filmmaterial aus DDR- oder osteuropäischer Produktion verwendete. Beispielsweise nahm das Angebot um 1975 im Katalog des Versandhauses Foto-Quelle eine ganze Seite ein. Man bot Längen von 15 m, 17 m, 33 m, 66 m und 120 m an, wobei viele Kunden mit dem Kauf ihrer Super-8-Ausrüstung einige kurze Filme dazunahmen, damit man den Projektor sofort ausprobieren konnte.

Einige Kauffilme wurden mit Lichtton angeboten, die einen Projektor erforderten, den man von Magnet- auf Lichtton umschalten konnte, was nur wenige Top-Modelle konnten. Der Vorteil lag in der billigeren Herstellung. Lichton wurde beim Kopieren gleich mit übertragen. Selber ließ sich kein Lichtton erzeugen.

Die Firmen Marketing, piccolo und UFA-ATB waren die größten Anbieter von Super-8-Kauffilmen. 120-Meter-, 240-Meter- und 360-Meter-Fassungen wurden angeboten. Andere Hersteller brachten auch Komplettfassungen mit einer Länge von 600 Metern (und mehr) in Farbe und Ton auf den Markt.

Auch in der DDR wurden – ebenso wie in anderen RGW-Staaten – Super-8-Kauffilme angeboten. In der DDR wurden diese vom VEB DEFA Kopierwerk hergestellt und als sogenannte „DEFA-Heimfilme“ herausgegeben. Das Sortiment war sehr umfangreich und umfasste auf 33 oder 66 Meter Länge gekürzte Filme aus der DEFA-Produktion, aber auch gekürzte Fassungen anderer Filme aus dem sozialistischen Lager (Gustav/VR Ungarn, Hase und Wolf/Sowjetunion, Der kleine Maulwurf/CSSR) oder historischer Filme. Daneben wurden aber auch vereinzelt Filme extra für eine Veröffentlichung als DEFA-Heimfilm hergestellt. DEFA-Heimfilme waren immer Stummfilme, auch wenn die Originale Tonfilme waren. Einige Heimfilm konnte man als Farb- oder Schwarz/Weiß-Kopie erwerben. DEFA-Heimfilme hatten unabhängig vom Inhalt einen einheitlichen Preis, der sich ausschließlich am Format – es wurden auch Normal-8-Heimfilme angeboten –, an der Filmlänge und an der Ausführung (Schwarz/Weiß oder Farbe) orientierte.

In England stellen die Firmen Derann und Classic Home Cinema heute noch aktuelle Komplettfassungen her. 2006 gibt es in Deutschland noch ca. 2000 Super-8-Film-Sammler, die Spielfilme sammeln.

Super 8 heute

Ausrüstung

Super-8-Filmer müssen heute auf gebrauchte Geräte zurückgreifen, die allerdings zahlreich zu günstigen Preise angeboten werden.

Erhältliche Filmemulsionen

Die 15m-Stummfilmkassetten gibt es für etwa € 15 (plus separat zu erwerbender Entwicklung) das Stück nach wie vor zu kaufen; momentan sind etwa 20 Sorten Filmmaterial für Super8 europaweit erhältlich. Einige Filmsorten sind zudem als Meterware erhältlich, um das Füllen von Selbstladekassetten zu ermöglichen.

Aufgrund der von seiner Einführung im März 2006 an unerwartet großen Nachfrage nach dem Velvia50D alias Cinevia für Super8 sind für diesen Film jedoch inzwischen Versorgungs- und Herstellungsengpässe entstanden, die GK, Wittner und Frank Bruinsma bislang auch gemeinsam nicht bewältigen können, da keiner der drei auf das weltweite Absatzniveau vorbereitet war; soweit abzusehen, hatten offenbar die Mundpropaganda und erste dort einsehbare Testergebnisse über das Forum Filmshooting.com, auch im Vergleich zu Kodaks als technisch unterlegen angesehenen und darüber hinaus komplizierter zu handhabenden Ektachrome 64T, ihr übriges zum Interesse an dem Fujimaterial beigetragen.

Entwicklung

Nach Einstellung des beliebten Kodachrome 40, der als letzter Super-8-Film die Entwicklung durch Kodak im eigenen Kodaklabor im Preis beinhaltete, stellt sich die Super-8-Gemeinde zunehmend auf die Dezentralisierung des Marktes ein, wodurch Filmproduktion und -entwicklung sich zunehmend voneinander trennen. Das war bis dato im Super-8-Bereich sehr unüblich, da alle großen Firmen auf dem Markt für Super-8-Filme (z. B. Agfa, Quelle, Porst, Perutz) Kodaks Modell von Herstellung, Vertrieb und Entwicklung im selben Haus übernommen hatten.

Zwei der verbleibenden Entwicklungslabors für Super-8-Filme in Europa sind in Deutschland Andec in Berlin (geführt von Ludwig Draser) und in den Niederlanden das S8 Reversal Lab (Frank Bruinsma) in Rotterdam. Frank Bruinsma ist vor allem dem Hobbyfilmer zu empfehlen, da er recht preisgünstig arbeitet und die Entwicklung so ziemlich jedes Films anbietet, den es jemals für Super-8 gegeben hat (mit Ausnahme von Kodachromeemulsionen), so dass man leicht mit unbelichteten Filmen aus zweiter Hand (besonders von eBay und Flohmärkten) experimentieren und üben kann. Allerdings ist die Entwicklung einiger veralteter Filmsorten so teuer, dass es meistens billiger ist, neue Filme mit Entwicklungsgutschein über den Internetversandhandel zu kaufen. Andec in Berlin entwickelt vor allem schneller und mit ebenfalls professionellen Ergebnissen, jedoch nur eine begrenztere Anzahl an Filmsorten. Weitere Entwicklungslabors für Super8-Film in Europa sind Kahl Film & TV Service in Brühl, Graficolor AG in Bern, Fotocinema srl in Rom, Color City in Champigny/Marne, Todd–AO in London und Super8.si in Slowenien.

Kodak betrieb bis September des Jahres 2006 sein eigenes Labor zur kostenfreien Entwicklung des Kodachrome 40 bei Lausanne in der Schweiz. Danach können verbleibende Filme der Emulsion, egal unter welcher Bezeichnung, gegen Entwicklungsentgelt innerhalb Europas an Wittner Kinotechnik in Hamburg geschickt werden, das zu diesem Zweck eine besondere Versandoption ohne weiter nötige Korrespondenz und unter Vermeidung weiterer Versandkosten mit der amerikanischen Firma Dwayne's angekündigt hat, welche diese Filme zumindest noch einige Jahre weiter entwickeln wird.

In den USA entwickeln außer Dwayne's auch die bereits genannten Spezialfirmen mit Ausnahme des Kodachrome 40 zumeist die Filme, die sie auf Antrag konfektioniert haben. Rocky Mountains Lab ist daneben ein generelles Photographicalabor, das unter zumeist großem Zeit- und Kostenaufwand für den Kunden historische Filmemulsionen entwickelt, darunter auch einige, die es für Super 8 gegeben hat; es ist auch weltweit das einzige, das außer Dwayne's Kodaks eigene Kodachromeemulsionen (Kodachrome II ab dem Jahre 1935, Kodachrome 25, sowie Kodachrome 40) entwickeln kann, allerdings anders als Dwayne's nur als Schwarzweißfilm, so dass auch aufgrund des großen Zeit- und Kostenaufwands der einzige Grund zur Kontaktierung des Rocky Mountain Labs ist, anderes Filmmaterial als den K40 zu entwickeln.

Abtastung und Digitalisierung

Die digitale Revolution macht auch vor Super 8 nicht halt. Anders als allgemein angenommen, profitiert das Format aber sogar von der zunehmenden Digitalisierung bewegter Bilder, und das nicht zuletzt, als einerseits die einfachere Handhabung eigener bewegter Bilder seit Einführung des Camcorders Anfang der 80er Jahre und andererseits (wenn auch in geringerem Maß der Super-8-Verbreitung abträglich, da der Großteil der Konsumenten schon längt zu Video abgewandert war) eine annähernd TV-artige Qualität mittels MiniDV in Verbraucherhaushalte eingezogen ist, und somit diese Gründe für den Rückgang des Super-8-Filmens sich längst ausgewirkt haben.

Die Vorteile in der Abtastung und Digitalisierung von Super-8-Filmen besonders für zunehmend hinzukommende jüngere Filmer besteht in der weitaus leichteren Handhabbarkeit, überschaubarere Kosten (im vergleich zu 16mm & 35mm), Schnittarbeit und sonstigen visuellen Manipulationsmöglichkeit des Materials, wobei jedoch die Qualitätsvorteile von Film gegenüber Video (u. a. größerer Farb-, Kontrast- und Latenzumfang ohne abruptes Ausbrennen, d. h. „Umkippen“ der Werte nach oben oder unten bei hellen und dunklen Bildanteilen, progressive Vollbildaufnahme mit niedrigerer Verschlussgeschwindkeit, höhere Auflösung als PAL-SD-Video, sowie spezifische ästhetische Chakteristika einzelner Filmemulsionen) bei geringeren Kosten als bei größeren Filmformaten ungeschmälert erhalten bleiben.

Abtastung ist darüber hinaus bei den von Kodak in den neunziger Jahren extra für den Super8-Profibereich eingeführten, inzwischen schon in der zweiten, verbesserten Generation vorliegenden Vision-Negativfilmen geboten, die nicht projiziert werden können, sondern extra für die digitale Abtastung entwickelt wurden und daher einen für Video einfacher zu erfassenden Farb- und Kontrastumfang als das traditionelle Umkehrmaterial besitzen. Inzwischen bietet auch Wittner Kinotechnik eine Reihe weiterer Negativfilme von Kodak, Fuji und Pro8mm für dasselbe Super-8-Profimarktsegment an.

Super 8 kann auf jedes beliebige analoge und digitale Videoformat abgetastet werden und spielt in der darauffolgenden digitalen Verarbeitung seine klaren Vorteile gegenüber ursprünglichem Videomaterial voll aus.

Um ein Super-8-Bild unter Ausnutzung der formateigenen Auflösung maximal abzutasten, ist laut Angaben von Kodak eine Abtastauflösung von etwa 140 Pixel/mm, entsprechend 3600 dpi erforderlich, so dass eine Auflösung von bis zu 1.120 Bildzeilen möglich ist. Super 8 ist somit nicht nur PAL- sondern auch HD-tauglich; freilich beruht die Qualität jeder einzelnen Einstellung aber auch bei Super 8 auf der Güte der jeweils verwendeten Ausrüstung sowie der Fähigkeit des einzelnen Kameramannes, diese richtig zu nutzen und zu handhaben.

Hierbei muss natürlich beachtet werden, dass HD ein anamorphotisches Aufnahmeverfahren ist. Das bedeutet, dass der Film, bei der Telecine auf HD, oben und unten Quasi abgeschnitten wird. Respektive an den Seiten schwarze Balken sind. Er muss optisch gestreckt werden, um später auf einem 16:9 Monitor/TV, korrekt wiedergegeben werden zu können.

Aus diesen genannten Gründen, zu denen auch die seit den späten neunziger Jahren zu beobachtende Verlagerung des Super8-Marktes weg vom Amateurumkehr- hin zum Profinegativbereich zählt, ist ein Rückgang an tatsächlicher analoger Projektion von Super 8 zu beobachten, so dass sich die Be- und Verarbeitung gedrehter Filme sowie auch der Super-8-Konsum zunehmend auf Fernseher, Computerbildschirme und die digitale Projektion verlagert.

Professionelle Abtastung (engl. telecine oder telecining) ist gerade aufgrund der momentan unübersichtlichen Marktlage vom einfachen Abfilmen von Super-8-Filmen streng zu trennen.

Beim einfachen Abfilmen wird zumeist der Film auf eine Leinwand, Zimmerwand (daher die häufige engl. Bezeichnung off-the-wall transfer für Abfilmen) oder ein Stück Papier projiziert, um dann einfach mit einer elektronischen Kamera abgefilmt zu werden. Dieses Verfahren ist für einen Großteil der kursierenden Gerüchte über angeblich schlechte Qualität des Super-8-Formats verantwortlich:

Aus diesen schwerwiegenden technischen Gründen, zu denen noch einige weitere (wie etwa Achsenverschiebung durch Standpunkt der Kamera im Verhältnis zum Projektor) hinzukommen, ist eine professionelle Abtastung von Super-8-Filmen zu bevorzugen, die mit anderen Geräten als analogen Projektoren, d. h. mit professionellen Filmabtastern arbeitet und zumeist im Rahmen von 1-4 Euro pro Filmminute incl. vorheriger Reinigung erhältlich ist.

Da der Markt jedoch, wie erwähnt, momentan nicht transparent ist, sagen die Werbeangebote auf diesem Gebiet sogar dann zumeist nicht viel aus, wenn wirklich das Wort Abtastung an sich Erwähnung findet. Anbieter beziehen sich bei zumeist oberflächlicher Beschreibung ihrer Verfahren oft einfach auf die Technik ihrer Videokamera, mit der sie projizierte Filme abfilmen, so dass z. B. von LCD- oder Linsencharakteristika die Rede ist.

Besondere Skepsis ist bei Angeboten angebracht, in denen Anbieter im vornherein das Ergebnis ihrer Leistungen damit rechtfertigen wollen, dass Super 8 geringere Qualität, etwa eine geringere Auflösung, als selbstaufgenommene VHS (das gerade mal bis zu 300 Bildzeilen erreicht) oder Video im allgemeinen aufweise.

Neben der Abtastung gibt es aber zusätzlich noch ein weiteres Verfahren der Digitalisierung von Schmalfilmen (Super 8, Single 8, Normal 8, Doppel 8). Das ist die Erfassung des Filmes in kurzen Abschnitten mittels eines hochwertigen Flachbett-Scanners (mindesten 3600 dpi optische Auflösung und ein dMax von mindestens 3.2, besser 3.6 oder 4.0). Aus diesen Filmstreifen werden dann mittels eines Programmes die Einzelbilder gewonnen, aus denen dann das Video erstellt wird. Dieses Verfahren bringt sehr gute Ergebnisse und ist geeignet von Amateuren im Heimverfahren durchgeführt zu werden, allerdings erfordert es einen relativ hohen Zeitaufwand, der aber durch die Resultate gerechtfertigt wird. Das Verfahren ist genau beschrieben in der Cine Film to Video WIKI die hier gefunden werden kann.

Literatur