Heim

Jagdschloss Friedrichsmoor

Das Jagdschloss Friedrichsmoor befindet sich im gleichnamigen Ortsteil von Neustadt-Glewe inmitten der Lewitz in Westmecklenburg und war Jagdsitz mecklenburgischer Herzöge.

Die nur dünn besiedelte „Lewitz“ eignete sich ideal als Jagdgebiet. Heute ist das Jagdschloss umgeben von alten Eichen, nördlich fließt der Breite Graben am Schloss vorbei und es schließt sich ein Laubwald an das Schlossgelände an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits um 1700 ließ Herzog Friedrich Wilhelm ein Jagdhaus in Form einer mit Eichenbrettern verkleideten und bemalten Blockhütte an der Stelle des heutigen Schlosses errichten. Herzog Friedrich Franz I. ließ diese von 1791 bis 1793 durch den eingeschossigen, dreiflügeligen Fachwerkbau, der auf Planungen des Hofbaumeisters Johann Christoph Heinrich von Seydewitz zurückgeht, ersetzen. Zur Zeit des Baus herrschte Holzknappheit, da die Lewitz um 1770 fast vollständig entwaldet war. Die Förster des seit 1709 in Friedrichsmoor befindlichen Forstamtes, die das Bauholz zu besorgen hatten, sorgten im Laufe der Jahre für Wiederaufforstungen.
Bis 1918 diente das Gebäude ausschließlich Jagdzwecken der Landesherren. So war im 20. Jahrhundert die Hirschbrunft im September Höhepunkt der Jagd. Mit Ausnahme dieser vier bis sechs Wochen stand das Gebäude die längste Zeit des Jahres leer. Nur vor der Jagdsaison wurde das Haus einmal jährlich herausgeputzt und die Innenwände mit Kalk geweißt. Für die Unterhaltung des Jagdschlosses waren die Oberförster zuständig. Namhafte Besucher waren unter anderem Kaiser Wilhelm I., Wilhelm der II. und Reichskanzler Otto von Bismarck.

Ab 1957 wurde das FDJ-Jugendlager „Meliorationsobjekt Lewitz“ hier untergebracht, welches sich die Verbesserung der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung des Gebietes zum Ziel setzte. Hinterher war das Institut für Meliorationswesen der Universität Rostock Rechtsträger des Schlosses. Bis zur Wende blieb es Schulungsobjekt und Bürogebäude des VEB Meliorationsbau.
Seit 1991 wird das Jagdschloss, mit einer vierjährigen Unterbrechung zwischen 1996 und 2000, als Restaurant, Café und Hotel genutzt.

Einst gingen vom Schloss strahlenförmige Alleen aus, welche heute nicht mehr zu erkennen sind. Größtenteils erhalten ist jedoch die schnurgerade Verbindung zum Residenzschloss Ludwigslust.

Sehenswertes

Seit 1964 befindet sich im Gartensaal die Szenentapete „la chasse á Compiègne“ (Die Jagd von Compiegne), die 1814 in Paris nach Entwürfen von Charles Vernet gedruckt und von Großherzog Friedrich Franz I. in Hamburg erworben wurde. Sie hing vormals im Jagdschloss Friedrichsthal nordwestlich von Schwerin. Dargestellt werden auf ihr Szenen einer höfischen Rotwildjagd. Es wird davon ausgegangen, dass diese Jagdtapete das einzige erhaltene Exemplar dieses Drucks ist.

siehe auch

Koordinaten: 53° 27′ 33″ N, 11° 34′ 16″ O