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William Cecil, 1. Baron Burghley

William Cecil, 1. Baron Burghley (* 13. September 1521 in Bourne; † 4. August 1598) war ein englischer Politiker und Staatsmann. Zudem war er während des größten Teils der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. der wichtigste Berater.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Cecil wurde 1521 in Bourne als einziger Sohn Richard Cecils, des Herrn von Burghley House am Hofe Heinrichs VIII., und dessen Frau Jane Heckington geboren. Er wuchs zunächst in Burghley auf, dann in Northamptonshire und schließlich in Cambridgeshire.

Er studierte von 1535 bis 1540 am St.Johns-College, Cambridge Rechtswissenschaften unter John Cheke als seinem Tutor und Roger Ascham seinem studentischen Mitstreiter und wechselte nach sechs Jahren ohne „Degree“ ans Gray’s Inn in London. Er besaß ein außerordentliches „griechisches“ Wissen. Er heiratete, wahrscheinlich noch als Student in Gray Inn, zunächst Mary Cheke, die Schwester seines Tutors, die ihm einen Sohn namens Thomas gebar, den zukünftigen Earl of Exeter, und mit der er bis zu ihrem Tode etwa zwei Jahre lebte. Drei Jahre später heiratete er Mildred, die älteste von fünf Töchtern von Sir Anthony Cooke, die als eine der gebildetsten Frauen Englands galt. Deren Schwester Anne wurde die Frau von Sir Nicholas Bacon (1509 bis 1579), Lord Keeper of the Great Seal und Mutter des berühmten Sir Francis Bacon. Cheke, Ascham und Cooke waren allesamt Tutoren von Edward VI., die William Cecil die Tore für seinen späteren Dienst unter der Krone einer neuen Herrschaft öffneten, als er am Hofe Heinrichs VIII. bei dem Duke of Somerset, Lord Protector von England , eines Bruders der späteren Königin Jane, in Diensten stand und der persönliche Sekretär des Lord Protektors wurde. Als die starke Persönlichkeit des Duke of Somerset, während der Regierungszeit König Edwards VI., seines Neffen, in Ungnade fiel und hingerichtet wurde, verlor Cecil vorübergehend seine Position, wurde jedoch bald rehabilitiert und gefördert. Cecil war ein Protestant und gehörte zum rechten Flügel, der von Thomas Cranmer angeführt wurde. Um 1550 wurde er zum ersten Sekretär ernannt und gelangte in den Dienst von Prinzessin Elisabeth als deren Aufsichtsperson. Er wurde 1550 zum Ritter geschlagen und überlebte die Regierungszeit von Edwards Nachfolgerin, Königin Maria I., indem er aus diplomatischen Gründen den katholischen Glauben annahm. Einer der diplomatischen Gründe dürfte in der Ehe Marias mit dem Kronprinzen Spaniens, dem späteren Philipp II. von Spanien, bestanden haben, die aber eher eine Scheinehe war, da Philipp sich um Maria so gut wie nicht kümmerte.

Cecil erkannte jedoch bald das Potential der jüngeren Schwester der Königin, der späteren Königin Elisabeth I., die er für dieses Amt vorbereitete. Als sie im Jahre 1558 auf den Thron kam, ernannte sie William Cecil nach drei Tagen zu ihrem Staatssekretär. Im Jahr 1571, in Erwartung einer weitreichenden Heirat zwischen Cecils Tochter Anne (geboren 1556) mit Edward de Vere, 17. Earl of Oxford, ernannte sie ihn zum Baron Burghley und nach dem Tod Lord Winchesters 1572 zum Lord High Treasurer (Lordschatzmeister).

Lord Burghley konnte seine herausragende Position in der Regierung Elisabeths bis zu seinem Tod 1598 behaupten und trug in hohem Maße zu ihren Erfolgen als Königin bei. Cecil fürchtete den Katholizismus mehr als eine politische denn als eine religiöse Gefahr. Obwohl er mit dem Puritanismus sympathisierte, erkannte er, dass der Calvinismus von John Knox niemals mit der Anglikanischen Kirche vereinbar war.

In der Auseinandersetzung mit Schottland legte er den Grundstein für eine Vereinigung Schottlands mit England, als er den Vertrag von Edinburgh aushandelte. Nach der Ermordung von Lord Darnley glaubte William Cecil offenbar daran, dass Maria Stuart am Tode ihres Gemahls beteiligt war. Wie Königin Elisabeth I. war auch Cecil über Maria Stuarts erzwungenen langen Aufenthalt eher bestürzt, sah aber hierzu keine Alternative.

Obwohl er das französische Herzogsgeschlecht der Guise hasste und auf die Rückkehr von Calais nach England hoffte, war er über die englische Besatzung von Havre nicht begeistert und überließ deren Betreibung wie auch das Versagen dieser Unternehmung Robert Dudley. Ebenso wie Königin Elisabeth glaubte Cecil als „Mann des Friedens“ den Hugenotten beistehen zu müssen. Auffallend in der ersten Dekade ihrer Herrschaft war der starke Einfluss des Earl of Leicester Robert Dudley, auf Königin Elisabeth I.. Aber dass sie William Cecil mehr Vertrauen schenkte als irgendeiner anderen Person im Lande, wird im Frühjahr 1569 deutlich, als Dudley und andere Mitglieder des Hochadels den Staatssekretär loswerden wollten. Königin Elisabeth stützte ganz unerschrocken ihren Minister, der zunehmend mehr Einfluss und Macht gegenüber seinen Rivalen gewann. Später im Jahre brachte das Ansinnen des Duke of Norfolk, Maria Stuart zu heiraten, ihn in das Tower-Gefängnis und sein Aufstieg konnte damit in Schach gehalten werden. Cecil Charakter wird auch daran deutlich, dass er nicht zögerte, dem Bischof John Whitgift Vorhaltungen zu machen wegen Verfolgung des Artikels von 1583 (Articles Touching Preachers and Other Disorders For The Church, A.D:1583) (siehe auch Weblink)

Letter ……..according to my simple judgment, this kind of proceeding is too much savouring of the Romish inquisition, and is rather a device to seek for offenders than to reform any…

Das stärkste Lob erhielt er von der Königin selbst, als sie über ihn sagte „This judgment I have of you, that you will not be corrupted with any manner of gifts, and that you will be faithful to the state.“ Conveyer Read charakterisiert William Cecil in seiner Monographie folgendermaßen: „Throughout his life he had to deal with jealous colleague, jealous courtiers and a very temperamental mistress. Perhaps the greatest of all his achievements was that he managed by great tact, great wisdom and great integrity of purpose, along with a nice sense of what was practicable and possible, to advance from strength to strength.

Sein jüngerer Sohn, Sir Robert Cecil (später zu Baron Cecil, Viscount Cranborne und schließlich Earl of Salisbury ernannt), übernahm seinen politischen Anhang und die Rolle des Premierministers. Er erreichte einen glatten Übergang der Macht auf die Stuart-Dynastie unter König Jakob I. Burghleys älterer Sohn, Sir Thomas Cecil, der nach dem Tod des Vaters das Baronat von Burghley übernahm, wurde später Earl of Exeter. Ein Schwiegersohn Burghleys war Edward de Vere, 17. Earl of Oxford, von 1562 bis 1604 Lord Great Chamberlain, der innerhalb der Urheberschaftsdebatte von William Shakespeare heute am häufigsten diskutierte Kandidat.

Nicholas White

Die umfangreichste erhalten gebliebene persönliche Korrespondenz ist die mit dem irischen Richter Nicholas White. Sie reicht von 1566 bis 1590 und ist in den State Papers Ireland 63 und Lansdowne MS 102 enthalten, findet aber in der Literatur über Cecil kaum Erwähnung.

White war während seiner Studienzeit in London Erzieher der Kinder Cecils. Die Korrespondenz zeigt, dass Cecil ihm lange Zeit wohlwollend gesinnt war. Am Ende aber geriet White in eine Dubliner Kontroverse über die Bekenntnisse eines intriganten Priesters, in denen die Rechtmäßigkeit der Herrschaft der Königin über Irland bestritten wurde. Infolge dessen sah sich Cecil gezwungen, als Vorsichtsmaßnahme seine langjährige Protektion Whites aufzugeben. Der Richter wurde in London bestraft und starb wenig später.

Whites bekanntester Dienst für Cecil war sein Besuch bei Maria Stuart, der Königin von Schottland, im Jahre 1569, während der frühen Jahre ihrer politischen Beschränkung durch Königin Elisabeth. Möglicherweise verfasste er auch eine englische Übersetzung der Argonautensage und veröffentlichte sie in den 1560er Jahren, es blieb allerdings keine Kopie davon erhalten.

Siehe auch

Burghley House

Quellen

Vorgänger:
Titel neu geschaffen
Baron Burghley
1571–1598
Nachfolger:
Thomas Cecil


Personendaten
Cecil, William, 1. Baron Burghley
Burghley, William Cecil, 1. Baron
englischer Polititker und Staatsmann
13. September 1521
Bourne
4. August 1598