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Vought A-7

Ling-Temco-Vought A-7 Corsair II

A-7E , VA-22, Carrier Air Wing 15, USS Kitty Hawk, 1981
Beschreibung
Typ Jagdbomber
Hersteller Ling-Temco-Vought
Erstflug 27. September 1965
Indienststellung 1966
Außerdienststellung noch in Dienst

Die Ling-Temco-Vought A-7 Corsair II ist ein leichtes Angriffsflugzeug, basierend auf der F-8 Crusader. Sie flog sowohl für die US Navy und für die US Air Force. Später wurde sie von der Air National Guard eingesetzt. Auch Griechenland, Portugal und Thailand setzten das Modell ein.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Im Mai 1963 begann eine Ausschreibung der US-Marine für ein trägergestütztes, leichtes Angriffsflugzeug als Ersatz für die Douglas A-4. Um Kosten zu sparen, wurde festgelegt, dass das Modell auf bestehenden Modellen zu basieren hatte. Vought, Douglas Aircraft Company, Grumman und North American Aviation reichten Vorschläge ein. Am 11. Februar 1964 ging Vought als Sieger aus dem Wettbewerb hervor und erhielt am 19. März des Jahres den Auftrag zur Fertigung einer Vorserie. Das Flugzeug wurde A-7 genannt und erhielt 1965 den Beinamen Corsair II, in Anlehnung an die erfolgreiche Corsair aus dem 2. Weltkrieg. Die Produktion der A-7 dauerte bis 1984, 1569 Exemplare wurden gebaut.

Am 27. September 1965 absolvierte die YA-7A, der erste Prototyp, ihren Erstflug. 1966 wurden die ersten Modelle der A-7A bei den Ausbildungsstaffeln VA-174 und VA-122 US Navy in Dienst gestellt, am 1. Februar 1967 war die erste Staffel kampfbereit. Im Dezember 1967 begannen die Kampfeinsätze der Corsair II über Vietnam bei der Staffel VA-147, Trägergeschwader 2 (CVW-2), USS Ranger (CV-61). Im Herbst 1968 setzten die Staffeln VA-146 und VA-215 zuerst die A-7B ein, die Ausmusterung erfolgte 1977. Nur zwei Staffeln, VA-82 und VA-86, setzten die A-7C ab 1968 ein. Die letzte Version der U.S. Navy, A-7E, wurde im Mai 1970 erstmals von den Staffeln VA-146 und VA-147 an Bord der USS America (CV-66) eingesetzt. Nach dem Ende des Vietnamkrieges 1973 wurden die A-7 der U.S. Navy 1983 bei der Invasion von Grenada, 1983/84 über dem Libanon und 1986 bei den Angriffen auf Libyen eingesetzt. Der letzte Einsatz erfolgte 1990/91 während der Operation Desert Storm mit den Staffeln VA-46 und VA-72, CVW-3 von Bord der USS John F. Kennedy (CV-67). Diese Staffeln wurden als letzte aktive A-7-Staffeln der U.S. Navy am 30. Mai 1991 außer Dienst gestellt. Als Reserve-Staffel hatte VA-204 ihre Corsairs bereits einen Monat vorher abgegeben. Die letzten EA-7L wurden im November 1994 ausgemustert.

Während der Entwicklung des Navy-Modells befand die U.S. Air Force das Modell passend für ihre Forderungen nach einem Nahunterstützungsflugzeug. Die USAF orderte daher die A-7D mit überarbeiteter Technik und Bewaffnung. Der erste Prototyp flog am 6. April 1968, im Jahr 1970 wurde die A-7D bei der Air Force in Dienst gestellt. Während der Einsatzzeit flogen drei Geschwader der USAF und 14 Staffeln der U.S. Air National Guard die A-7. Die A-7D des 354th Tactical Fighter Wing wurden 1972/73 im Vietnamkrieg eingesetzt. Einen weiteren Einsatz erlebten die A-7D der 114. und 180. Tactical Fighter Group der Ohio Air National Guard, die bei der US-Invasion in Panama 1989 eingesetzt wurden. Die USAF mustere die letzten A-7D 1992 aus.

In den späten 1970ern und den frühen 1980ern wurde die A-7D bei der USAF vom Truppendienst zurückgezogen und an die Air National Guard sowie an Griechenland, Portugal und Thailand weitergegeben, wo sie teilweise noch heute im Einsatz stehen.

Von den Besatzungen erhielt die Maschine den Spitznamen "SLUFF", was in Anlehnung an BUFF (Big Ugly Fat Fellow oder auch Big Ugly Fat Fucker), den Spitznamen der Boeing B-52, für Short Little Ugly Fat Fellow (Kurzer, kleiner, häßlicher, fetter Typ) steht.

Am 11. Januar 1981 werden durch ein Kommando der linksgerichteten Unabhängigkeitsbewegung "Los Macheteros" (PRTP) auf den Luftwaffenstützpunkt Muñiz Air Base nahe San Juan, Puerto Rico 10 A-7 der Puerto Rico National Guard zerstört.

Beschreibung

Die Corsair II erinnert stark an die F-8 Crusader, von der sie aber ihr etwas breiterer, aber kürzerer Rumpf und die etwas vergrößerte Spannweite unterscheiden. Außerdem verzichtet die A-7 auf die verstellbaren Flügel.

Da keine Überschallgeschwindigkeit gefordert war, erhielt die Maschine in den ersten Ausführungen ein Pratt & Whitney TF30 ohne Nachbrenner.

Die Hauptbewaffnung besteht aus zwei 20 mm Colt Mk 12 Kanonen mit je 250 Schuss. Theoretisch konnte sie an Flügelstationen noch bis zu 6.800 kg Last tragen, aber nur bei verringertem Treibstoffvorrat, da sonst die Gesamtabflugmasse überschritten wurde.

Die A-7D und E erhielten an Stelle des TF30 ein Allison TF41, eine Lizenzproduktion des Rolls-Royce Spey 201, welches höheren Schub bei geringerem Treibstoffverbrauch lieferte. Auch wurden die beiden 20-mm-Kanonen durch eine M61 Vulcan-Schnellfeuerkanone ersetzt.

Als zweisitzige Trainerversionen wurden die TA-7C für die Navy und die TA-7K für die Air National Guard produziert.

Versionen

Technische Daten (A-7D)

Siehe auch

 Commons: A-7 Corsair – Bilder, Videos und Audiodateien