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Defektur

Die Defektur ist nach der deutschen Apothekenbetriebsordnung die Anfertigung eines Arzneimittels im voraus im Rahmen des üblichen Apothekenbetriebs in einer Apotheke. Umgangssprachlich werden Defekturen auch verlängerte Rezepturen genannt. Dagegen sind Rezepturen Arzneimittel, die in einer Apotheke auf Grund einer Verschreibung für einen bestimmten Patienten hergestellt werden.

Wenn ein bestimmtes Arzneimittel wie zum Beispiel Nasensalbe oft nachgefragt wird, wird eine Defektur angefertigt, d.h. man stellt von der Nasensalbe eine gewisse Menge her und lagert sie dann ein, solange bis alles aufgekauft ist, dann wird eine neue Defektur angefertigt. Diese Anfertigungen müssen in einem sogenannten Herstellungsprotokoll dokumentiert werden, ein Prüfprotokoll darf entfallen, wenn die Qualität durch das Herstellungsverfahren gewährleistet ist.

Obwohl Defekturen Fertigarzneimittel sind, unterliegen sie laut deutschem Arzneimittelgesetz nicht der Zulassungspflicht, wenn sie nachweislich häufig verschrieben und nur in einer Größenordnung von bis zu 100 abgabefertigen Packungen täglich hergestellt werden. Eine Herstellungserlaubnis ist ebenfalls nicht erforderlich, solange die Herstellung im Rahmen des üblichen Apothekenbetriebs erfolgt.

Im österreichischen Arzneimittelgesetz gibt es den Begriff Offizinale Zubereitung, im schweizer Heilmittelgesetz den Begriff Formula officinalis; beide Begriffe beziehen sich auf Arzneimittel, die in einer Apotheke nach einer Monographie des Arzneibuches für die eigene Kundschaft hergestellt werden. Im wesentlichen entspricht dies der Defektur im Deutschland.

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