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Infrared Data Association

Die Infrared Data Association (IrDA) beschreibt physische Spezifikationen und Kommunikationsprotokoll-Standards einer Infrarot-Schnittstelle für den Austausch von Daten mittels infrarotem Licht (850 bis 900 nm) über kurze Strecken, beispielsweise für den Einsatz in PANs (Personal Area Network).

IrDA ist ein simpler Vertreter der optischen Datenübertragung im Raum, allerdings nur über sehr kurze Strecken, die Spezifikation sieht 100 cm vor. Dadurch ist eine gewisse "Abhörsicherheit" gegeben. Vorteilhaft ist der preisgünstige Aufbau. Nachteilig ist, dass die Übertragung nur auf kurze Distanz mit Sichtverbindung möglich ist.

Ursprünglich wurde IrDA von HP entwickelt. Aus diesem Grund findet man auch heute noch die Bezeichnung HPSIR (HP-Serial-Infrared) für IrDA 1.0. IrDA-Schnittstellen sind in Laptops, PDAs, Mobiltelefonen und PC-Druckern verbreitet. Zu den IrDA-Protokollschichten gehören IrLAP, IrLMP, IrIAS, IrIAP, IrLPT, IrCOMM, IrOBEX, IrMC und IrLAN. IrDA hat kürzlich einen neuen Standard hervorgebracht, IrFM (Infrared Financial Messenging), auch bekannt als Point & Pay.

In letzter Zeit wird diese Schnittstelle immer mehr durch die Bluetooth-Schnittstelle verdrängt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als sich die Infrarot-Technik immer mehr verbreitete, wuchs das Interesse, unterschiedliche, vom Hersteller unabhängige Geräte miteinander per Infrarot kommunizieren zu lassen. Um diesen Wunsch zu verwirklichen, schlossen sich im August 1993 ca. 30 Unternehmen (darunter HP, IBM, Digital) zusammen und gründeten die Infrared Data Association (IrDA). Ziel war es ein einheitliches Protokoll für die Datenübertragung per Infrarot zu schaffen. Damit sollte es möglich sein beispielsweise einen Drucker von HP mit einem Rechner von IBM mittels Infrarot kommunizieren zu lassen.

Spezifikationen

MIR wird kaum eingesetzt. IrDA 1.1 ist abwärtskompatibel zu SIR, IrDA 1.0

Zur Erreichung der hohen Datenübertragungsgeschwindigkeiten verwenden FIR und VFIR andere Modulationsverfahren als das standardmäßige Non Return to Zero Inverted (NRZI). Es sind 4 Pulse Position Modulation (4PPM) bzw. HHH(1,13), benannt nach Hirt, Hassner und Heise, den Entwicklern.

IrDA-Protokollstapel

IrTran P IrOBEX IrLAN IrCOMM IrMC
LM IAS Tiny Transport Protocol Tiny TP
Ir Link Management Protocol IrLMP
Ir Link Access Protocol IrLAP
Async Serial IR Sync Serial IR Sync 4PPM

IrDA-Hardware

Infrarotports für den PC gibt es mit verschiedenen Anschlüssen:

serielle Schnittstelle (RS-232)

Infrarotports mit Anschluss an die serielle Schnittstelle (RS-232) eines PC sind, auf Grund deren Maximalgeschwindigkeit, nur in SIR erhältlich.

Motherboard-Infrarot-Anschluss

Genauso sind Infrarotports zum Anschluss auf dem PC-Motherboard üblicherweise auch nur als SIR erhältlich. Hier wird normalerweise vom BIOS der Chipsatz angewiesen statt einer seriellen Schnittstelle den Infrarotport-Anschluss zu bedienen. Darum ist die Geschwindigkeit auch nicht höher als die der seriellen Schnittstelle.

USB

Infrarotports für den USB-Anschluss sollten immer mindestens FIR können. Allerdings wird der Markt in der letzten Zeit mit Fälschungen überschwemmt, die bestenfalls in der Lage sind 115,2 kBit pro Sekunde zu übertragen.[1][2]

Die meisten Hersteller von USB-nach-IrDA-Chipsätzen bieten auch eine Version an, die nur SIR beherrscht:

USB-IrDA-Chipsätze
Hersteller Chipsatz Geschwindigkeit Besonderheiten
SigmaTel STIr4200 SIR, MIR, FIR nur Windows-Treiber verfügbar
STIr4116 SIR Treiber für Mac OS, Linux und Windows verfügbar
STIr4210 SIR, MIR, FIR Treiber für Mac OS, Linux und Windows verfügbar
STIr4220 SIR, MIR, FIR, VFIR Treiber für Mac OS, Linux und Windows verfügbar
KC Technology IRXpress KC82C180 SIR, MIR, FIR nur Windows-Treiber verfügbar, wird nicht mehr produziert
MosChip MCS7784 SIR kompatibel zu Polar-Uhren
MCS7780 SIR, MIR, FIR
MCS7781 SIR, MIR, FIR

fest eingebaut

Fest eingebaute Infrarotports in Geräten sind hingegen oft FIR-Infrarotports, denn zum Beispiel in Laptops sind diese über einen eigenen Chip angebunden, der die schnellere Übertragung unterstützt. Bei anderen Geräten mit fest eingebautem Infrarotport (z. B. Mobiltelefone oder PDA) kann auch ein SIR-Infrarotport eingebaut sein.

Quellen

  1. Fälschungen von USB-Infrarotports
  2. Christof Windeck: Gefälschte USB-IrDA-Adapter. in: c't. Hannover 2007,17, S.17. ISSN 0724-8679

Siehe auch

Literatur