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Modus-Wagen

Modus-Wagen
Anzahl: 55
Hersteller: PFA Weiden
Baujahr(e): 1998 (2003)
Spurweite: 1435 mm
Länge über Puffer: 26.400 mm
Länge: Steuerwagen: 25.840 mm
Mittelwagen: 26.100 mm
Höhe: 3.690 mm
Breite: 2.830 mm
Drehzapfenabstand: 19.000 mm
Drehgestellachsstand: 21.600 mm
Leermasse: Steuerwagen: 41 t
Mittelwagen: 39 t
Dienstmasse: Steuerwagen: 48 t
Mittelwagen: 46 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Bremse: Steuerwagen: R KE-GPR-AmZ (D)
Mittelwagen: R KE-GPR-A (D)
Zugheizung: Klimaes
Sitzplätze: Steuerwagen: 45
Mittelwagen: 86 (81)

Als Modus-Wagen wird eine Gattung von Reisezugwagen der Deutschen Bahn bezeichnet, die aus Umbauten älterer Fahrzeuge entstand. Die Bezeichnung „Modus“ steht für „modulares Umbausystem“.

Inhaltsverzeichnis

Idee und Aufbau

Die Firma Partner für Fahrzeugausstattung (PFA, heute Stadler Weiden GmbH) aus dem oberpfälzischen Weiden entwickelte Ende der 90er Jahre das sogenannte „PUmA“-Konzept. Es sieht vor, von Spenderwagen nur die Untergestelle zu verwenden, auf den ein Wagenkasten in Aluminium-Bauweise aufgesetzt wird, daher auch der Name „PUmA“ (PFA Umbau-Konzept mit Aluminiumaufbau). Als Spenderwagen dienten bei diesem Projekt ehemalige „lange Halberstädter“ Mitteleinstiegswagen der Gattung Bmhe aus Reichsbahn-Produktion, die zu 55 PUmA-Wagen verschiedener Bauarten umgebaut wurden:

Die Gattung Bpyz 456.9 entstand nachträglich aus den Wagen der Gattung Bpyz 456.0. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage durch Fahrradfahrer wurde in elf Mittelwagen ein Endabteil zum Mehrzweckraum umfunktioniert.

Abgestellte Modus-Wagen am Würzburger Hauptbahnhof
Modus-Wagen in Frankfurt am Main
Modus-Wendezug in Anfahrt auf Würzburg Hbf

Die neuen Aluminiumaufbauten wurden in den damals verkehrsroten neuen Farbschema der Bahn lackiert und neu möbliert, die klassische Unterteilung in drei Fahrgasträume mit zwei Einstiegsräumen blieb aber erhalten. Den Fahrgästen konnte durch den Umbau eine zeitgemäße und komfortable Ausstattung geboten werden, unter anderem wurden automatische Fahrtzielanzeigen innen und außen, große Mehrzweckbereiche sowie eine behindertengerchte Toilette im Steuerwagen geschaffen, die dynamische Kopfform des Steuerwagens und das durchgehende Fensterband ließen die Fahrzeuge zudem weitaus moderner wirken als die üblichen „Silberlinge“. Kritik wurde jedoch an den hohen und schmalen Treppen an den Einstiegen laut, die insbesondere gehbehinderten Reisenden den Zutritt erschweren.

Einsatz

Nach der Inbetriebnahme zum Fahrplanjahr 1999 wurden die Züge zunächst im Regional-Express-Verkehr zwischen Hof, Bamberg, Würzburg und Wiesbaden eingesetzt. Der Einsatz mit Diesellokomotiven der Baureihe 218 bewährte sich jedoch nicht, bereits kurz nach der Inbetriebnahme der Wagen ereignete sich im Dezember 1998 im Bahnhof Ebensfeld zwischen Lichtenfels und Bamberg ein Unfall mit Todesfolge, der auf die fehlende Ausstattung mit seitenselektiver Türsteuerung bei der Baureihe 218 zurückzuführen ist. Nach diesem Vorfall wurde der Einsatz der Modus-Wagen ab Ende Mai 1999 auf den Abschnitt Bamberg–Würzburg–Wiesbaden gekürzt, der auf voller Länge elektrifiziert ist. [1] Nach der Umstellung der kompletten Linie Hof–Bamberg–Würzburg auf Dieseltriebzüge der Baureihe 612 fuhren die Modus-Wagen bis zum Dezember 2006 ausschließlich im Kombination mit Lokomotiven der Baureihen 111, 112 und 146.2 als Franken-Express auf der Linie Nürnberg–Würzburg–Frankfurt (Main) und als Regionalbahn zwischen Nürnberg und Neustadt (Aisch). Seit der Brechung des Franken-Express in Würzburg gelangen die Modus-Wagen mit einem Zugpaar auch nach Augsburg, ansonsten blieb das Einsatzgebiet weitgehend unverändert. Für alle 55 Modus-Wagen war zunächst eine Stationierung im Betriebshof Hof vorgesehen, seitdem die Wagen Hof planmäßig nicht mehr erreichen, sind sie im Betriebshof Würzburg beheimatet. [1]

Einzelnachweise

  1. a b PumA-Wagen-Einsatz in Nordbayern, in Bahn-Report (3-1999), Seite 49