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Eosin

Strukturformel
Allgemeines
Name Eosin
Andere Namen
  • Tetrabromfluorescein
  • 2',4',5',7'-Tetrabrom-3',6'-dihydroxyspiro [2-benzofuran-3,9'-xanthen]-1-on Dinatriumsalz
Summenformel C20H6Br4Na2O5
CAS-Nummer 17372-87-1
PubChem 11048
Kurzbeschreibung roter Feststoff [1]
Eigenschaften
Molare Masse 691,86 g·mol-1
Aggregatzustand fest
Dichte

1,02 g/cm3 [2]

Schmelzpunkt

295–296 °C [3]

Löslichkeit

gut in Wasser (300 g·l-1 bei 20 °C) [3]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [3]
R- und S-Sätze R: 36
S: 22-26
LD50

2344 mg/kg (Maus, oral) [4]

WGK 2 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Eosin (vom griechischen εως „Morgenröte“) ist ein roter, saurer Triphenylmethanfarbstoff (Xanthen-Farbstoff) und kann zum Färben von Textilien und Papier verwendet werden.

Neben dem üblicherweise eingesetzten Eosin Y (für engl. Yellowish), wird auch das Eosin B (für engl. Bluish) verwendet, das im Gegensatz zum Gelbstich von Eosin Y einen Blaustich zeigt. Beim Eosin B sind zwei der Bromatome durch Nitrogruppen ersetzt. Die Eosine leiten sich von Fluorescein ab.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

in der Medizin

Hauptanwendungsgebiete sind die Medizin und Biologie, wo Eosin zum Färben von Zellen, u. a. im Blut (siehe auch eosinophile Granulozyten und Hämatoxylin-Eosin-Färbung) dient. Dabei werden Zellbestandteile wie z. B. das Zytoplasma rötlich angefärbt. Üblicherweise wird Eosin Y verwendet, in Spezialfällen wird aber das Eosin B eingesetzt.

Eosin und ähnliche Farbstoffe wurden – bevor sich Cortison durchsetzte – z. B. zur Behandlung von offener Neurodermitis eingesetzt: Pilze und Bakterien werden abgetötet und die Haut im Heilungsprozess unterstützt.

Da Eosin auch Brom-Atome enthält und Brom zu den Halogenen zählt, kommt ihm auch eine desinfizierende Bedeutung [5] zu (ähnlich den anderen Halogenen Chlor und Iod) und wird von Hautärzten – als Ersatz für Mercurochrom – in der Form einer z. B. 2%igen wässrigen Lösung zur Wunddesinfektion/Wundheilung eingesetzt. Allerdings wirkt es nur schwach antibakteriell.[6]

als pH-Indikator

Eosin wird außerdem als pH-Indikator eingesetzt. Eosin Y schlägt bei ca. pH 2 von Gelb (<2) auf grün-fluoreszierend (>2) um. Eosin B schlägt bei ca. pH 1,7–1,8 von farblos (<~1,7) auf rosa-fluoreszierend (>~1,7) um, ist jedoch für diesen Zweck nicht sehr weit verbreitet.

als Farbstoff

Bis in die 1980er Jahre verwendete man Eosin als Farbstoff in Lippenstiften. Wegen der toxischen Wirkung wurde es seither durch andere Pigmente ersetzt.

Quellen

  1. a b Sicherheitsdatenblatt Carl Roth
  2. Sicherheitsdatenblatt Sigma-Aldrich
  3. a b c Sicherheitsdatenblatt (Merck)
  4. Sicherheitsdatenblatt Acros
  5. PSCHYREMBEL, S. 355, s. v. "Desinfektionsmittel"
  6. Eosin vielleicht überflüssig, aber nicht bedenklich, Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 7/2000

Siehe auch