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Wildflecken

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 22′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 516 m ü. NN
Fläche: 77,56 km²
Einwohner: 3229 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97772 (alt: 8789)
Vorwahl: 09745
Kfz-Kennzeichen: KG (alt: BRK)
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 163
Adresse der Marktverwaltung: Rathausplatz 1
97772 Wildflecken
Webpräsenz:
www.wildflecken.de
Bürgermeister: Alfred Schrenk (SPD / Freie Wähler)

Wildflecken ist mit seinen Ortsteilen Oberbach und Oberwildflecken ein Markt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Der Ort liegt in der südlichen Rhön unmittelbar am Naturschutzgebiet Schwarze Berge, etwa 38 Kilometer nördlich der Kreisstadt Bad Kissingen. Die nördliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort entstand 1524 als Gruppe von Waldsiedlungen am Zusammenfluss von Sinn und Wölbersbach. Im Jahr 1588 erhielten die Siedlungen den Namen Wildflecken.

1908 wurde der Ort an die Sinntalbahn aus Jossa angeschlossen, 1937 wird auf dem Gemeindegebiet ein Truppenübungsplatz errichtet, auf dem im Zweiten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Wildflecken zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete im ehemaligen Kriegsgefangenenlager ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP), von denen die Mehrzahl Polen aus der heutigen Ukraine waren. Das Lager wurde ab Oktober 1945 von der UNRRA (ab 1947 von der IRO) betreut. Das Lager, in dem über 17.000 Menschen lebten, wurde 1951 aufgelöst. Bis heute existiert in Wildflecken ein polnischer Friedhof, für verstorbene Lagerbewohner.

Das Gelände wurde danach von der US-Armee als Truppenübungsplatz verwendet. Elvis Presley hielt sich während seines Militärdienstes einige Wochen in Wildflecken auf. Shaquille O’Neal verbrachte einige Jahre seiner Jugend in Wildflecken, sein Vater war dort als Sergeant der US-Armee stationiert.

Im Zuge der kommunalen Neuordnung Bayerns schlossen sich 1970 die Gemeinden Wildflecken und Neuwildflecken zusammen. 1978 wurde der Markt Oberbach nach Wildflecken eingegliedert.

Politik

Marktgemeinderat mit 16 Sitzen:

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Erster Bürgermeister ist Alfred Schrenk (SPD). Sein Stellvertreter ist Gerd Kleinhenz.

Wappen

Blasonierung
Über silbernem Schildfuß, darin zwei gekreuzte rote Streitkolben, in rot ein wachsender silberner Jäger mit goldenem Haar, in der Rechten ein goldenes Hifthorn, in der Linken ein silbernes Rodungsbeil mit goldenem Stil haltend.

Wappengeschichte
Die einst selbständigen Gemeinden Wildflecken und Markt Oberbach haben sich 1978 zur Gemeinde Markt Wildflecken zusammengeschlossen. Die beiden Gemeinden waren im frühen 16. Jahrhundert Rodungssiedlungen die von den Forstmeistern von Lebenhan mit Billigung des Fürstbischofs in Würzburg im so genannten Salzforst gegründet wurden. Es waren Köhler, Jäger und Forstarbeiter die dort als Erste siedelten. Die im Wappen dargestellte Figur des Jägers und das Rodungsbeil weisen darauf hin. Die Streitkolben stammen aus dem Wappen der Forstmeister von Lebenhan und machen auf deren Bedeutung für die Gemeinde aufmerksam
Das Wappen wurde am 29. September 1962 vom Innenministerium verliehen.

Sehenswürdigkeiten

Die bedeutendsten Baudenkmäler der Gemeinde sind die katholische Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt und die Pfarrkirche St. Josef in Wildflecken, die als Schatzkästchen des Barock gilt.

In der Nähe des Lagers Wildflecken befindet sich 'Der Kreuzweg der Nationen'. Der Weg hat eine Länge von ca. 1000 Metern und endet direkt am Zaun der heutigen Rhönkaserne. Er ist ein Mahnmal gegen den Krieg, und veranschaulicht auf beeindruckende Weise den Blutzoll, der von der einzelnen Nationen im Laufe der beiden Weltkriege abverlangt wurde.


Literatur

Jürgen Lieb, "Dampf und Diesel auf der Nebenstrecke Jossa - Bad Brückenau - Wildflecken". Eigenverlag, Auflage 2004.

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