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Schweigekartell

Unter einem Schweigekartell versteht man den Zusammenschluss (die Bildung eines Kartells), bei dem die Teilnehmer vereinbaren, bestimmte Informationen nicht preiszugeben, die der Veröffentlichungspflicht unterliegen. Hierdurch wird die Markttransparenz, eine der Grundprinzipien einer intakten Wirtschaftsordnung, beeinträchtigt, da andere Marktteilnehmer, sowohl Verbraucher als auch Konkurrenten, ein unzutreffendes Bild von den Aktivitäten der Kartellteilnehmer erhalten. Dies stellt einer Verletzung des Prinzips der "unsichtbaren Hand" dar, welches von Adam Smith geprägt wurde, da sich der Preis nicht mehr über die informierten Handlungen anderer Marktteilnehmer ausgleichen kann.

In der Realität ist es schwierig, ein Schweigekartell nachzuweisen, da es sich nicht durch das Vorhandensein von auffälligen Merkmalen (vergleiche Preiskartell: Alle Teilnehmer fallen durch gleiche oder ähnliche Preise auf) ausdrückt, sondern gerade durch deren Fehlen. Insofern ist das Schweigekartell besonders schwer nachzuweisen. Allerdings bietet es auch Nachteile für die Unternehmen, die daran teilnehmen, da sie sich gewissermaßen einem Konkurrenten ausliefern. Dank der Kronzeugenregelung ist es für jeden der Kartellteilnehmer auf einfache Art und Weise möglich, durch Preisgeben der Informationen den Kartellbruder aus dem Wettbewerb zu nehmen. Jedoch werden bei einem Schweigekartell gegenseitige Vereinbarungen über das "Nicht-Preisgeben" von Informationen geschlossen, wodurch ein Spannungsverhältnis gegenseitiger Abhängigkeiten entsteht.

Deshalb ist das Schweigekartell nicht, wie man erwarten sollte, sehr instabil, sondern ist im Gegenteil oft sehr zuverlässig und stark. Jedoch hält es oft nur für eine begrenzte Zeit an, da mit Ende zum Beispiel von Verjährungsfristen die Abhängigkeit und dadurch auch das Interesse am Fortbestehen des Kartells aufgehoben wird.

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