Heim

Alf Poier

Alf Poier (* 22. Februar 1967 in Judenburg, Steiermark; eigentlich Alfred Poier) ist ein österreichischer Musiker, Kabarettist, Maler, (laut Eigenbeschreibung) „Extrem-Entertainer“ und Philosoph. Er kann aufgrund der Absurdität seiner Kabaretts, Bilder und Lieder auch zu den Vertretern des Dadaismus gezählt werden.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wurde „mütterlicherseits geboren“ (Eigendefinition) und besuchte die Volksschule in St. Peter ob Judenburg. Anschließend absolvierte er die Handelsakademie in Judenburg mit positivem Abschluss 1987. Bis 1995 verrichtete Poier sehr unterschiedliche Arbeiten (laut eigenen Angaben: „Nachtwächter, Kellner, Tanzmusiker, Büroangestellter, Rußputzer, Empfangsdame, Türenverkäufer, Abflussreiniger ...“). Weiters war er Langstreckenläufer und das auch sehr erfolgreich, stand er nämlich sogar im selbigen Nationalteam.

1995 hatte Poier seinen ersten Kabarettauftritt beim Grazer Kabarettwettbewerb „Kleinkunstvogel“. Er erreichte den zweiten Platz. Im darauffolgenden August präsentierte er sein erstes Programm „Himmel, Arsch & Gartenzwerg“. Nachdem er es unzählige Male aufgeführt hatte, bekam Poier 1998 den Salzburger Stier.

Der Name des nächsten Programms (1999) lautete „Zen“. Für dieses Programm wurde Poier mehrfach ausgezeichnet. Bald darauf brachte er das Programm „Mitsubischi“ heraus.

Alf Poiers aktuelles Programm „Kill Eulenspiegel“ (auch: „Kill Till“; vergl. Till Eulenspiegel, Kill Bill) hatte am 5. Oktober 2005 Premiere.

Im Februar 2005 kam Alf Poiers erstes Buch mit dem Titel „Mein K(r)ampf. Ein geistiges Sterbebuch“ (vergl. Mein Kampf) heraus.

Eurovision Song Contest

Alf Poier vertrat 2003 Österreich beim Eurovision Song Contest. Mit seinem Titel „Weil der Mensch zählt“ erreichte er den 6. Platz, das beste Abschneiden für Österreich seit 1989. Sein Lied und seine Bühnenshow waren eine Parodie des Pop-Geschäfts. Poier bekam von Island und Portugal jeweils 10 Punkte; das irische Televoting gewann Poier, durch technische Probleme musste Irland jedoch auf einen Jury-Entscheid zurückgreifen, welche Poier keine Punkte gab.

Im Februar 2005 wollte er ein zweites Mal, diesmal beim Eurovision Song Contest 2005 antreten, doch in der österreich-internen Entscheidungs-Show (song.null.fünf) wurde er mit dem Song „Good Old Europe is Dying“ mit 4 Punkten Abstand Zweiter. Allerdings wurde er dabei ein Opfer eines Wertungssystems, das die Stimmen ungleich gewichtete: Der Veranstalter ORF ließ die Zuseher per Telefon und getrennt dazu per SMS abstimmen. Jedes Bundesland hatte gleich viele Punkte zu vergeben - ob das Burgenland oder Wien, das sechsmal mehr Einwohner hat. Die gesamte Stimmabgabe über SMS zählte zusammen nur so viel wie ein einzelnes "zehntes" Bundesland. Diese ungleiche Gewichtung brachte Poier mit ca. 106.000 abgegebenen Stimmen auf Platz 2 hinter die Band Global Kryner, die zwar nur ca. 60.000 Stimmen erhielt, aber im Gegensatz zu Poier hauptsächlich von Festnetzanrufern aus Vorarlberg und dem Burgenland mit höherem Stimmgewicht unterstützt wurde.

Die ursprünglich geplante direkte Auswertung wurde erst wenige Tage vor der Abstimmung durch den beschriebenen indirekten Modus ersetzt; manche Interessierte fassten dies als gezieltes Manöver zur „Verhinderung“ des künstlerisch sperrigen und dezidiert nicht folkloristischen Poier auf.

Alf Poiers Stellungnahme dazu:

"Wer auf dieser Welt Gerechtigkeit fordert ist ein Idiot!
Wer auf dieser Welt Verständnis fordert ist geistesgestört!
Ich danke Euch allen im Namen der Wahrheit !
Alf Poier Platz 2 mit 106.000 Stimmen
Global Kryner Platz 1 mit 60.000 Stimmen

Euer geistesgestörter Idiot Alf POIER"

Auf Kritik stieß die Textpassage aus „Good Old Europe is Dying“: „... und weil sich Mohamed so gut vermehrte singt schon bald in Rom der Muezzin ...“. Poier wurde "Islamfeindlichkeit" und Rassismus vorgeworfen, unter anderem wurde er von dem Moderator Martin Blumenau des öffentlich rechtlichen Radiosenders FM4, der schon seit Poiers erster Song Contest-Teilnahme gegen ihn polemisierte, als Idiot bezeichnet, „der Österreich in eine Hetz-Debatte hineinzöge“. Poier zog auf Grund der Missverständnisse die inkriminierte Textpassage zurück und ersetzte sie durch „buddhistisches Schweigen“.

2006 wurde Poier für einen Amadeus Austrian Music Award nominiert.

Alf Poier (Wien 2008)

Markenzeichen

Alf Poiers wohl bekanntestes Markenzeichen sind die zahlreichen Bilder, die er in seinen Programmen zeigt. Die komische Wirkung dieser Bilder ergibt sich wie auch beim sprachlichen Teil seiner Programme aus absurden, jede Logik verachtenden Widersprüchen (Beispiel: „Päpste beim Fachsimpeln“). Poier vermischt Worte und Bedeutungen zu absurden Konstruktionen und bringt damit die von vielen Menschen für so sicher und bestimmt erachtete Welt des begrifflichen Denkens gehörig durcheinander.

Poiers Programme sind auch von Musikeinlagen durchzogen, die ebenfalls aus den verschiedensten Stilrichtungen zusammengewürfelt sind. Er hat mehrere CDs mit Liedern veröffentlicht. Seine neueste CD „Lustige Lieder der Traurigkeit und Not“ ist Anfang März 2005 erschienen.

Auszeichnungen

Literatur

Sonstige Veröfffentlichungen

 Wikiquote: Alf Poier – Zitate
Personendaten
Poier, Alf
Österreichischer Liedermacher und Kabarettist
22. Februar 1967
Judenburg