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Macquarieinsel

Die Macquarieinsel (engl. Macquarie Island oder kurz 'Macca') ist eine zum australischen Bundesstaat Tasmanien (Gemeinde Huon Valley an der Südspitze der Insel Tasmanien) gehörende Insel im südlichen Pazifischen Ozean.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Macquarieinsel befindet sich bei 54° 30′ S 158° 57′ O Koordinaten: 54° 30′ S 158° 57′ O, etwa 1.500 km südöstlich von Tasmanien und etwa 1.300 km nördlich der Antarktis. Die 128 km² große Insel ist ca. 5 km breit und 34 km lang. Sie ist der höchste Kamm des unter Wasser liegenden Macquarie-Rückens, der durch das Aufeinandertreffen von Australischer und Pazifischer Platte entstanden ist.

Geschichte

Entdeckt wurde die Macquarieinsel zufällig im Juli 1810 von dem Australier Frederick Hasselborough, der zuvor bereits die Campbell-Inseln entdeckt hatte, bei der Suche nach neuen Gründen für den Robbenfang. Er beanspruchte die Insel am 11. Juli 1810 zunächst für Großbritannien. Erstmals kartographiert wurde sie durch Fabian Gottlieb von Bellingshausen, der im Auftrag des russischen Zaren Alexander I. das Gebiet erforschte. Er landete am 28. November 1820 auf der Insel, legte ihre geographische Position fest und tauschte Rum und Nahrung mit Robbenfängern auf der Insel gegen Exemplare der einheimischen Tierwelt.

Die Insel wurde nach ihrer Entdeckung zunächst unter die Verwaltung des australischen Bundesstaates New South Wales gestellt. Im Jahr 1890 erfolgte die Zuordnung zum australischen Bundesstaat Tasmanien, stand jedoch bis 1905 unter dem Eigentumsrecht von Neuseeland. Zwischen 1902 und 1920 wurde die Insel an Joseph Hatch (1837-1928) verpachtet und von diesem zwischen 1911 und 1914 als Basis für die Australasian Antarctic Expedition unter dem Kommando von Douglas Mawson (1882-1958) genutzt. Die meteorologische Station stand von 1911 bis 1913 unter Führung von George Ainsworth. Von 1913 bis 1914 wurde sie von Harold Power geleitet und 1914 bis zu ihrer Schließung im Jahr 1915 von Tullock. Im Jahr 1933 wurde die Macquarieinsel als Wildreservat erstmals unter Naturschutz gestellt. Am 26. Dezember 1947 wurde die Insel schließlich dem australischen Staat übereignet. Die Australian National Antarctic Research Expedition (ANARE) eröffnete am 25. Mai 1948 eine Forschungsstation auf der Insel.

Neuzeit

Seit 1978 ist die Macquarieinsel ein staatliches Naturreservat. Die Australian Antarctic Division (AAD) besitzt eine permanente Basis, die Macquarie-Station, auf der Insel, die seit 1997 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes (UNESCO World Heritage site) ist. Jedes Frühjahr landen hier tausende von Seevögeln zum Brüten. Von Biologen werden insbesondere die Lebensweisen von Königspinguinen und See-Elefanten studiert. In den Sommermonaten leben und arbeiten etwa 40 Menschen auf der ansonsten unbewohnten Insel, in den Wintermonaten ca. 20 Menschen (Stand: 2004).

Am 23. Dezember 2004 ereignete sich ein von der Weltöffentlichkeit kaum beachtetes Erdbeben der Stärke 8,1 auf der Richterskala, das keine größeren Schäden verursachte.

Im September 2006 verursachten Kaninchen in der Lusitania-Bucht an der Ostküste der Insel eine schwere Hangrutschung. Die Folge war, dass unzählige Vögel, insbesondere Pinguine, die an dieser Bucht brüteten, getötet wurden. Die Kaninchen hatten den Boden so stark erodiert, dass er infolge des starken Regens, der während des Frühlings auftritt, ins Rutschen geriet.

Literatur

Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO: Englisch oder Französisch