Heim

Madagaskar

Dieser Artikel behandelt das Land Madagaskar. Zu Informationen zum gleichnamigen Animationsfilm siehe Madagascar.
Repoblikan’i Madagasikara (mad.)

République de Madagascar (franz.)
Republik Madagaskar

Flagge Wappen
Wahlspruch: Tanindrazana, Fahafahana, Fandrosoana
Amtssprache Malagasy, Französisch, Englisch
Hauptstadt Antananarivo
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Marc Ravalomanana
Regierungschef Premierminister Charles Rabemananjara
Fläche 587.041 km²
Einwohnerzahl 17.501.871 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 29,8 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 323 US-$ (2004)
Währung Ariary (MGA), bis Ende 2004: Franc Malgache (MGF) = 100 Centimes im Verhältnis 1 Ariary = 5 MGF
Unabhängigkeit von Frankreich am 26. Juni 1960
Nationalhymne Ry Tanindrazanay Malala ô
Zeitzone UTC +3
Kfz-Kennzeichen RM
Internet-TLD .mg
Telefonvorwahl +261

Madagaskar (amtlich Republik Madagaskar, [madaˈgaskar] (madagass. Repoblikan’i Madagasikara, frz. République de Madagascar [madagasˈkaːʀ]) ist nach Indonesien der zweitgrößte Inselstaat der Welt (nach Fläche). Die Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem liegt im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas mit einer Küstenlänge von 4.828 km.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt. Sie wird auch der „sechste Kontinent“ genannt. Diese Bezeichnung rührt aber weniger von der Größe der Insel her als von ihrer lange isolierten Entwicklung, die eine sehr eigenständige Natur entstehen ließ: Madagaskar wurde vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren von Indien getrennt.

Das zentrale Madagaskar ist eine Hochebene mit durchschnittlichen Höhen von 1.100 m. Es fällt nach Osten schroff und steil ab, während der Anstieg im Westen sanfter ausfällt. Das Plateau gipfelt im Maromokotro, dem mit 2.876 m höchsten Berg der Insel.

In Wikipedia werden zwei Seen beschrieben: Lac Alaotra und Lac Ihotry.

Klima

Madagaskar liegt im tropischen Klima des Südäquatorialstromes. Die Niederschläge nehmen von Ost nach Südwest kontinuierlich ab. So fallen an der Westküste jährlich teilweise nur 500 mm pro Jahr, während es an der Ostküste regional schon einmal 4000 mm sein können. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 25 °C, wobei die Temperaturen an den Küsten höher liegen und im landesinneren Hochland bis unter den Gefrierpunkt sinken können. Sommer und Winter entsprechen der tropischen Regen- und Trockenzeit.

Flora

Die Insel ist ursprünglich vermutlich fast komplett bewaldet gewesen. Die küstennahen Zonen sind dabei von tropischem Tieflandregenwald bedeckt. Von den ursprünglichen Regenwäldern sind nur noch 4 % erhalten. Die größten zusammenhängenden Regenwaldflächen, die noch existieren, liegen auf der Masoala-Halbinsel. Von Osten nach Westen geht der Regenwald allmählich über die Feuchtsavanne in die Trocken- und im Süden auch Dornsavanne über.

Fast 90 % der Insel sind nunmehr von Steppe bedeckt, Wiederaufforstungsversuche waren bislang weitgehend erfolglos, eine natürliche Rekultivierung der Brachflächen durch den Wald findet so gut wie nicht statt.

Fauna

Durch seine lange geographische Isolation beherbergt Madagaskar eine einzigartige Fauna und Flora. Urtümliche Tiergruppen wie die Lemuren und andere Feuchtnasenaffen kommen nur hier vor. Die Raubtiere sind auf Madagaskar nur durch Eupleridae vertreten, die Fossa, die Fanaloka und den Falanuk. Eine weitere rein madagassische Tiergruppe sind die igelähnlichen Tenreks. Die Bernierente, die heute zu den seltensten Wasservögeln der Welt gehört, ist ein weiteres Beispiel. Dafür fehlen auf der Insel viele Arten wie zum Beispiel Affen und Giftschlangen. Noch bis vor wenigen Hundert Jahren verfügte Madagaskar auch über eine ausgeprägte Megafauna, die etwa die gewaltigen Elefantenvögel, verschiedene Arten von Riesenlemuren wie Megaladapis und Palaeopropithecus, drei Arten von Madagassischen Flusspferden und viele andere außergewöhnliche Tiere beinhaltete. Das Verschwinden dieser Tiere wird allgemein mit der Besiedlung der Insel und der daraus resultierenden Bejagung sowie der massiven Lebensraumzerstörung durch Brandrodung in Zusammenhang gebracht.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Antananarivo 1.391.506 Einwohner, Toamasina 206.390 Einwohner, Antsirabe 182.804 Einwohner und Fianarantsoa 167.240 Einwohner.

Siehe auch: Liste der Städte in Madagaskar

Bevölkerung

Auf Madagaskar leben nach offiziellen Angaben 18 miteinander verwandte Bevölkerungsgruppen (foko) malaiischer, afrikanischer und arabischer Herkunft. Die kulturelle Einheit drückt sich insbesondere durch die gemeinsame Sprache (Malagasy) aus, wobei einzelne Ethnien eigene Dialekte verwenden und Sitten und Gebräuche lokal variieren.

Im Allgemeinen leben Madagassen sehr traditionsbewusst, wobei ausländische kulturelle Einflüsse im Laufe der Zeit immer wieder integriert worden sind, vor allem in den Städten. Dem umfangreichen kulturellen Reichtum gegenüber steht eine weit verbreitete materielle Armut, erschwert durch jährlich mehrere Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Dürre).

Das große Bevölkerungswachstum in Verbindung mit dem traditionellen Abbrennen von Wald für landwirtschaftliche Zwecke und der Rodung für Bau, Heizmaterial und andere Zwecke verursacht große ökologische Probleme. Die Waldfläche ist seit den 1950er-Jahren massiv geschrumpft.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Madagaskars

Nur wenig ist bekannt über die erste große Einwanderungswelle nach Madagaskar, die man auf das dritte bis sechste Jahrhundert nach Christus datiert. Bei diesen ersten Besiedlern der Insel handelte es sich jedoch nicht, wie man vermuten könnte, um Afrikaner, sondern um Protomalaien (s. Malaien), deren Wurzeln ursprünglich in Süd-China lagen. Über Südostasien breiteten sich die Protomalaien im Zuge der austronesischen Expansion über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten südwärts nach Polynesien und – vermutlich vom Süden der indonesischen Insel Kalimantan aus ausgehend – bis nach Madagaskar aus. Unklar ist, ob sie auf direktem Weg oder in Etappen über Indien und das afrikanische Festland Madagaskar erreichten.

Die Besiedelung Madagaskars durch Afrikaner geschah später und großteils wahrscheinlich nicht freiwillig. Die meisten wurden von arabischen Sklavenhändlern von der Ostküste des afrikanischen Kontinents nach Madagaskar verschleppt. Die Araber beherrschten bis ins 19. Jahrhundert hinein große Teile des madagassischen Außenhandels.

Madagaskar war zunächst dünn besiedelt. Erst mit zunehmender Bevölkerung bildeten sich Königreiche heraus, von denen die der Sakalava und Merina sowie der Betsileo die bedeutendsten waren.

Am 10. August 1500 sichtete der portugiesische Seefahrer Diogo Dias als erster Europäer Madagaskar und nannte die Insel São Lorenço. Später erscheint die Insel auch unter dem Namen Santa Apolonia auf den Karten der Portugiesen.

Das Königreich Madagaskar

Mit Beginn der Herrschaft des Andrianampoinimerina kann man von der politischen Einigung der Insel Madagaskar und damit vom Königreich Madagaskar sprechen.

Andrianampoinimerina (1787–1810): Andrianampoinimerina war zunächst bis 1794 König von Ambohimanga (Königssitz 20 km nördlich von Antananarivo). 1794 eroberte er das kleine Königreich von Antananarivo und verlegte seinen Amtssitz von Ambohimanga nach Antananarivo.

Nach und nach weitete Andrianampoinimerina seinen Einflussbereich fast auf die gesamte Insel aus. Er erließ viele Gesetze und organisierte die Verwaltung des Landes und gilt bis heute als ein bedeutender Herrscher des Landes.

Radama I. (1810–1828): Radama folgte seinem Vater Andrianampoinimerina auf den Thron. Er öffnete die Insel vorsichtig gegenüber dem Ausland, wobei er vor allem Kontakte zu den Engländern suchte, die sich mit den Franzosen um die Vorherrschaft im indischen Ozean stritten. Er reorganisierte die Armee nach englischem Vorbild. Während seiner Regierungszeit gab es erste industrielle Ansiedlungen der Engländer an der Ostküste. Englische Missionare übersetzten die Bibel in das Madagassische und führten die lateinische Schrift ein.

Ranavalona I. (1828–1861): Nach dem frühen Tod Radamas regierte seine Ehefrau Ranavalona das Land mit eiserner und grausamer Hand. Folterungen und Hinrichtungen waren unter ihrer Regentschaft an der Tagesordnung. Sie verbannte fast alle Ausländer von der Insel (mit Ausnahme ihres französischen Beraters Jean Laborde) und reduzierte die Beziehungen zum Ausland auf ein Minimum. Die Ausübung des christlichen Glaubens wurde ebenfalls verboten.

Radama II. (1861–1863): Der zweite Radama war der Sohn von Ranavalona I. Er war gemäßigt und begann während seiner kurzen Regierungszeit wieder Kontakte zum Ausland aufzunehmen. Sein liberaler Kurs gefiel jedoch nicht allen und er fiel nach nur zweijähriger Regierungszeit einem Mordanschlag zum Opfer.

Rasoherina (1863–1868): Sie war die (erste) Witwe von Radama II. Rasoherina wandte sich während ihrer Regierungszeit den Engländern zu. Sie heiratete den Premierminister Rainilairivony, der als graue Eminenz im Hintergrund die eigentliche Macht ausübte und in der Folge auch von den beiden Nachfolgerinnen auf dem Königsthron geheiratet wurde.

Ranavalona II. (1868–1883): Sie war die zweite Witwe von Radama II. Sie führte den Protestantismus als Staatsreligion ein. Der traditionelle Ahnenkult wurde davon nur wenig berührt und lebt bis heute parallel zum Christentum weiter. 1883 versuchten die Franzosen erneut in Madagaskar gewaltsam Fuß zu fassen. Ein zweijähriger blutiger Krieg begann.

Ranavalona III. (1883–1896) (* 1861; † 1917): Ranavalona III war die Nichte ihrer Vorgängerin. Sie bestieg den Thron während der französischen Invasion. Es gelang der madagassischen Armee noch einmal, die Eindringlinge zurückzuschlagen. 1896 konnten sich die Franzosen schließlich durchsetzen und errichteten ein französisches Protektorat in Madagaskar. Königin Ranavalona III. wurde von den französischen Besatzern zur Abdankung gezwungen und ins Exil nach Algerien geschickt. Sie war die letzte Merina-Königin von Madagaskar.

Kolonialzeit

Auf der Kongo-Konferenz 1885 wurde Madagaskar Frankreich als Interessengebiet zugesprochen. 1896 konnte sich Frankreich gegen den Widerstand der Madagassen etablieren, als Manifestation und Symbol der Machtübernahme wurde noch im gleichen Jahr die letzte Königin von Madagaskar abgesetzt.

Während der Kolonialzeit 1896–1960 herrschten die Franzosen teils mit brutaler Militärgewalt. 1945 wurden die Unabhängigkeitsbewegungen MDRM, PANAMA und JINA gegründet. Aufgrund militärischer Unterlegenheit und schlechter Organisation der Rebellen wurde der Aufstand von französischen Truppen niedergeschlagen, die Führer des MDRM wurden verhaftet und teilweise exekutiert. Das MDRM wurde – als populärste Befreiungsbewegung – von der Kolonialverwaltung beschuldigt, den Aufstand organisiert zu haben. Wahrscheinlich ist der Aufstand jedoch von den Geheimorganisationen PANAMA und JINA organisiert worden. Das MDRM lehnte den Aufstand ab.

Das Kriegsrecht wurde bis 1950 aufrechterhalten. Bis 1955 waren alle politischen Aktivitäten verboten, erst 1956 wurde das Wahlrecht wieder eingeführt. Das MDRM wurde völlig zerschlagen. Der Krieg forderte 60.000-100.000 Todesopfer[2]. Es gibt auch andere Schätzungen, die von 8.000-12.000 Toten ausgehen, wobei angenommen wird, dass die weit höheren Opferzahlen (bis 100.000) auf einer falschen Schätzung des französischen Militärs von 1949 beruhen[3].

Siehe auch: Madagaskar-Plan, Französische Kolonien

Ende der Kolonialzeit und Republik

1958 wurde Madagaskar Republik in der Communauté Française und erlangte am 26. Juni 1960 schließlich die Unabhängigkeit. 1971 wurde das Land von Bauernunruhen erschüttert. Zwischen 1972 und 1975 regierte eine Militärdiktatur. Ab 1975 herrschte ein sozialistisches Regime, das sich erst Anfang der 1980er-Jahre wieder dem Westen näherte. Eine neue Verfassung beschränkt seit 1992 die Macht des Präsidenten. Durch sie wurde Madagaskar zu einer Präsidialrepublik, deren erster Präsident aber nach vier Jahren abgesetzt wurde, da er seine verfassungsmäßigen Kompetenzen überschritt.

Daraufhin wurde 1996 Didier Ratsiraka von der Partei Association pour la Renaissance de Madagascar (kurz AREMA, etwa „Vereinigung zur Wiedergeburt Madagaskars“, heutiger Name Avant-garde pour la rénovation de Madagascar, etwa „Avantgarde/Vorhut zum Wiederaufbau Madagaskars“), die in den 1970er-Jahren als Einheitspartei unter dem Namen Avant-garde de la Révolution Malgache („Vorhut der madagassischen Revolution“) die Macht innehatte, mit knapper Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt, aber erst nach einigem Zögern des Verfassungsgerichts vereidigt.

Ratsiraka setzte kurz nach seiner Vereidigung Mitte 1998 eine Verfassungsänderung durch, die ihm mehr Macht zusprach. Im April 2001 wurde zum ersten Mal die zweite Kammer, der Senat, gewählt.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 16. Dezember 2001 erhielt Marc Ravalomanana offiziell anfangs keine absolute Mehrheit (46 %), weigerte sich aber, sich einem zweiten Wahldurchgang zu stellen, da er seinen Informationen nach 52 % der Stimmen erhalten hatte. Am 28. April gab das Verfassungsgericht aber ein neues Ergebnis heraus, wonach er mit 51,3 % (gegenüber 35 % für den bisherigen Präsidenten) gewonnen hatte. Ravalomanana wurde vom Verfassungsgericht zum Sieger erklärt. Dazwischen lagen turbulente Monate mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der bisherige Präsident Didier Ratsiraka floh, Ravalomanana rief zu Generalstreiks auf und es gab 30 bis 40 Tote.

Auch wenn sich die Lage mittlerweile wieder stabilisiert hat, sind die Unzufriedenheit und Armut der Bevölkerung weiterhin sehr groß.

Am 18. November 2006 versuchte Andrianafidisoa in einem Militärputsch den Präsidenten zu stürzen.

Politik

Hauptartikel: Politik in Madagaskar

Innenpolitik

Staatsoberhaupt der zentralistisch strukturierten Republik Madagaskar ist ein demokratisch gewählter Präsident. Das Parlament ist als Zweikammersystem aufgebaut: Die Nationalversammlung hat 150 auf vier Jahre gewählte Mitglieder. Die zweite Kammer, der Senat, vertritt die sechs autonomen Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga, Toamasina und Toliara. Ein Drittel der Senatsangehörigen wird vom Präsidenten ernannt, die übrigen gewählt. Jede Provinz verfügt über ein Provinzparlament, deren Angehörige direkt vom Volk gewählt werden. Die Regierungschefs der einzelnen Provinzen werden vom Präsidenten ernannt. Im Zuge moderater Dezentralisierung wurde Madagaskar darüber hinaus in 22 Regionen eingeteilt. Auch ihnen stehen vom Präsidenten ernannte Chefs vor.

Verwaltungsgliederung

Madagaskar ist in sechs autonome Provinzen (faritany mizakatena) unterteilt, die wiederum in 22 Regionen gegliedert sind. Jede Region ist wiederum in Kreise (fivondronana) untergliedert, von denen es insgesamt 111 gibt. Während der turbulenten Ereignisse Anfang 2002 unterstützten fünf Gouverneure der Provinzen außerhalb von Antananarivo Ratsiraka. Daraufhin wurden sie von Ravalomanana abgesetzt, nachdem sich dieser durchgesetzt hatte, und durch Présidents des Délégations Spéciales ersetzt. Am 4. April 2007 ließ Ravolamanana ein Referendum über eine Änderung der Verfassung abhalten, das eine neue Verwaltungsgliederung ohne Provinzen festlegte. Nach einer Übergangsfrist bis Oktober 2009 werden die Regionen die oberste Ebene der Gliederung sein.

Analamanga
Bongolava
Itasy
Vakinankaratra
Diana
Sava
Amoron'i Mania
Atsimo Atsinanana
Haute-Matsiatra
Ihorombe
Vatovavy-Fitovinany
Betsiboka
Boeny
Melaky
Sofia
Alaotra Mangoro
Analanjirofo
Atsinanana
Androy
Anosy
Atsimo Andrefana
Menabe
Provinz Fläche
(km²)
Bevölkerung
(VZ 2001)
Antananarivo 58.283 4.580.788
Antsiranana 43.046 1.188.425
Fianarantsoa 102.373 3.366.291
Mahajanga 150.023 1.733.917
Toamasina 71.911 2.593.063
Toliara 161.405 2.229.550
gesamt 587.041 15.692.034

Außenpolitik

Bis zur sogenannten sozialistischen Revolution 1975 unterhielt Madagaskar ausschließlich Beziehungen zum Westen, öffnete sich dann aber beiden Seiten. Die bisher ignorierten Staaten Volksrepublik China und Sowjetunion eröffneten daraufhin Botschaften in Madagaskar.

Die Beziehungen zum Westen nahmen dadurch Schaden und normalisierten sich erst nach einigen Jahren wieder völlig. Besonders Frankreich hat großes Interesse an der ehemaligen Kolonie. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor Russland das Interesse am Inselstaat, China leistete dagegen weiterhin Entwicklungshilfe.

Das Land unterhält gute Beziehungen zu Deutschland. Der Präsident hat deutsche Berater, die ihn unterstützen. Deutschland leistet auch Entwicklungshilfe, die vor allem durch die GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) umgesetzt wird.

Siehe auch: Madagassische Botschaft in Falkensee

Wirtschaft

Allgemeines

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 4,54 Mrd. Euro (2002: 3,8 Mrd. Euro), das sind 271 Euro pro Person (2002: 231 Euro/Person). Madagaskar zählt damit nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: Noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 49 % (siehe auch: Tabelle: Die höchste Armut weltweit).

Außenhandel

Madagaskar exportiert vor allem Kaffee, Fischereiprodukte, Vanille, Gewürznelken und Zucker. In jüngerer Zeit kommen Produkte des Bergbaus hinzu. Importiert werden Nahrungsmittel, Investitionsgüter, Konsumgüter und Erdöl.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Verkehr

Das Eisenbahnsystem wird von der Réseau National des Chemins de fer Malgache betrieben. Trotz einer Fahrzeugspende aus der Schweiz (alte Triebwagen der Forchbahn) liegt der Betrieb weitgehend still. Die Fluggesellschaft Air Madagascar ist eines der großen Unternehmen des Landes.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Madagaskar
  2. Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung an der Universität Hamburg
  3. 1947 L'insurrection à Madagascar – Jean Fremigacci – Marianne
 Wiktionary: Madagaskar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Madagascar – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Madagaskar – geografische und historische Karten
 Wikiquote: Madagassische Sprichwörter – Zitate

Koordinaten: 18° 45′ S, 46° 50′ O