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Bergkamen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 37′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Unna
Höhe: 65–70 m ü. NN
Fläche: 44,8 km²
Einwohner: 52.054 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 1162 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59192 (alt: 4709, davor 4619)
Vorwahlen: 02307,
02389 (Stadtteil Rünthe),
02306 (Stadtteil Oberaden)
Kfz-Kennzeichen: UN
Gemeindeschlüssel: 05 9 78 004
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
59192 Bergkamen
Webpräsenz:
www.bergkamen.de
Bürgermeister: Roland Schäfer (SPD)
Lage der Stadt Bergkamen im Kreis Unna

Bergkamen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Verwaltungsmäßig gehört die Stadt zum Kreis Unna im Regierungsbezirk Arnsberg sowie zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe und zum Regionalverband Ruhr. Landesplanerisch ist Bergkamen ein Mittelzentrum in der Ballungsrandzone des Oberzentrums Dortmund. Die erst am 1. Januar 1966 durch den Zusammenschluss von fünf kleineren Gemeinden entstandene neue Gemeinde Bergkamen – Overberge kam erst zwei Jahre später hinzu – war früher als größte Bergbaustadt Europas ein Begriff. Heute befindet sich Bergkamen mitten im wirtschaftlichen Strukturwandel und ist bekannt für seine Vielfalt an Sport- und Freizeitangeboten und sein besonderes kulturelles Angebot.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bergkamen liegt im mittleren Westen der Bundesrepublik Deutschland, in Westfalen, am Ostrand des industriell geprägten Ruhrgebiets, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Großstädten Hamm und Dortmund.

Südlich der Stadt verläuft der Hellweg mit dem sich anschließenden Mittelgebirge des Sauerlandes, unmittelbar nördlich grenzt das Münsterland an Bergkamen. Im Osten liegt die fruchtbare Soester Börde.

Die Nordgrenze der Stadt wird von der Lippe, die Ostgrenze von der Bundesautobahn 1 gebildet. Die Südgrenze verläuft ungefähr im Bereich der A 2. Entlang der Westgrenze fließt die Seseke, ein Zufluss zur Lippe.

Der Datteln-Hamm-Kanal bindet Bergkamen an das europäische Wasserstraßennetz an.

Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist mit 148,5 m ü. NN die „Adener Höhe“ auf der künstlich aufgeschütteten Bergehalde Großes Holz, einer Landmarke im Ruhrgebiet.

Nachbarstädte

In direkter Nachbarschaft befinden sich Kamen, Lünen und Werne (alle im Kreis Unna) und die kreisfreie Großstadt Hamm.

Stadtgliederung

Die Stadt Bergkamen besteht seit dem 1. Januar 1966 aus folgenden Ortsteilen:


Wappen

Das Wappen der Stadt Bergkamen zeigt sechs im Wechsel von Rot und Weiß kranzförmig angeordnete Sechsecke auf gelbem Grund.

Die Zahl 6 weist darauf hin, dass die Stadt Bergkamen durch den Zusammenschluss von sechs Gemeinden (den heutigen Stadtteilen) entstanden ist. Die Anordnungsform der Sechsecke soll die chemische Strukturformel für Benzol (C6H6)= versinnbildlichen und damit auf die damalige industrielle Grundlage der Stadt (Steinkohle, Kokerei, Kohlechemie) hinweisen.

Die verwendeten Farben gelb, rot und weiß erinnern an die ehemalige Territorialzugehörigkeit des heutigen Bergkamener Stadtgebietes zur Grafschaft Mark.

Die Wappen der vormals selbständigen Gemeinden Weddinghofen, Rünthe und Oberaden sind auf einer Gedenktafel am Rathauseingang abgebildet. Auf der Außenseite eines sechseckigen Brunnens in der Fußgängerzone in Stadtzentrum Ost sind zusätzlich die Wappen der Gemeinden Overberge und Heil abgebildet.

Geschichte

Die Geschichte des Raumes der Stadt Bergkamen reicht zurück bis zu den Römern. Im Spätsommer des Jahres 11 v. Chr. wurde im Zuge der geplanten Expansion des Römischen Reiches vom Rhein bis zur Elbe von römischen Legionen unter dem Oberbefehl des Feldherrn Drusus, einem Stiefsohn des Kaisers Augustus, bei ihrem Vorstoß entlang der Lippe auf einem Hügel im heutigen Stadtteil Bergkamen-Oberaden das Römerlager Oberaden, ein Legionslager für zwei Legionen und Hilfstruppen errichtet. Im Jahre 8 v. Chr. wurde das Lager nach Unterwerfung der germanischen Stämme der Sugambrer und der Brukterer planmäßig wieder aufgegeben.

Seit der Entdeckung des Römerlagers im Jahre 1905 durch den Pfarrer Otto Prein wurden in mehreren Grabungskampagnen Teile der Anlage erforscht. Das 56&nsp;ha große Lager gehört zu den wichtigsten frühgeschichtlichen Bodendenkmälern Westfalens. Es ist das größte römische Militärlager nördlich der Alpen und das älteste bekannte Lager in Westfalen. Einige Funde und Rekonstruktionen finden sich im Stadtmuseum Bergkamen.

Aus sächsisch-fränkischer Zeit stammt eine noch gut erkennbare Doppelwall-Ringanlage im Nordosten des Stadtgebietes, die sogenannte Bummannsburg, die als Bodendenkmal unter Schutz steht.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestanden im Raum der heutigen Stadt Bergkamen nur kleinere Dörfer und Einzelgehöfte. Zu nennen ist das Gut Haus Velmede, das seit dem Jahre 1636 Sitz eines Teils der Familie von Bodelschwingh ist, der im 19. Jahrhundert zwei preußische Minister und auch Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der Krankeneinrichtungen in Bethel bei Bielefeld, entstammten. Unmittelbar östlich der Stadtgrenze, auf dem Gebiet der Stadt Hamm, liegt das Haus Reck, ein alter Adelssitz aus dem 15. Jahrhundert.

Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Ruhrbergbau den hiesigen Raum. 1890 wurde der erste Schacht für das spätere Bergwerk Zeche Monopol Schacht Grimberg 1/2 abgeteuft. Damit begann durch den Arbeitskräftebedarf des Bergbaus der starke Bevölkerungsanstieg in den Gemeinden des heutigen Stadtgebietes. So verneunfachte sich die Bevölkerung der Altgemeinde Bergkamen zwischen 1890 und 1912.

1946 ereignete sich Deutschlands schwerstes Grubenunglück auf der Zeche Monopol Schacht Grimberg 3/4 in 939 Metern Tiefe. 405 Bergleute kamen um.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1966 schlossen sich die Gemeinden Bergkamen, Rünthe, Weddinghofen, Oberaden und Heil zur Großgemeinde Bergkamen zusammen, der am 14. Juni 1966 von der Landesregierung NRW die Stadtrechte verliehen wurden. Die Gemeinde Niederaden, die sich ursprünglich ebenfalls Bergkamen anschließen wollte, entschied sich jedoch für die Eingemeindung in die Stadt Lünen. Durch das sogenannte Unna-Gesetz kam schließlich zum 1. Januar 1968 als sechster Ortsteil die Gemeinde Overberge hinzu.

Politik

Wahl zum Rat der Stadt

Die Kommunalwahl in NRW vom 26. September 2004 brachte für die 44 Sitze des Rates der Stadt Bergkamen folgendes Ergebnis:

Das Personenwahlbündnis BergAUF Bergkamen wird vom Verfassungsschutz der MLPD nahe stehend zugeordnet.

Unter den 396 Kommunen Nordrhein-Westfalens gab es bei der letzten Kommunalwahl lediglich drei Kommunen mit einer absoluten Ratsmehrheit der SPD (ohne Stimme des Bürgermeisters): Rödinghausen, Bönen und Bergkamen.

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[2] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr SPD CDU FDP Grüne GAL Grüne GAL Berg AUF
1975 64,5 28,1 5,7
1979 64,5 29,3 4,9
1984 57,8 29,1 7,1 3,6
1989 62,4 24,6 3,6 9,4
1994 63,6 24,9 9,7
1999 48,5 39,4 4,2 7,9
2004 51,7 32,0 3,7 8,4 4,3

Bürgermeisterwahl

Die Bürgermeisterwahl vom 26. September 2004 brachte im ersten Wahlgang folgendes Ergebnis:

Damit ist Roland Schäfer zum zweiten Mal nach 1999 direkt zum hauptamtlichen Bürgermeister Bergkamens gewählt worden.

Stadtdirektoren

Bürgermeister

Abgeordnete für Bergkamen

Daneben waren über die jeweilige Landesliste bis Oktober 2005 noch folgende Bergkamener Mitglied des 15. Deutschen Bundestages:

Bei der Bundestagswahl am 18. September 2005 reichte für beide der jeweilige Listenplatz nicht.

Städtepartnerschaften

Bergkamen unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Durch das Städtische Gymnasium Bergkamen und sein Jugendsinfonieorchester "Bachkreis Bergkamen" entstand eine Partnerschaft mit

Der Kreis Unna unterhält eine langjährige Partnerschaft mit

In diesem Rahmen führt die Bergkamener Volkshochschule seit vielen Jahren entsprechende Sprachreisen durch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Bergkamens Wirtschaft wurde bis vor wenigen Jahrzehnten vom Bergbau (Steinkohle) geprägt. Die Zechenschließungen haben jedoch die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen lassen. Zur Zeit stehen im Stadtgebiet mehr als 110.000 m² Gewerbe- beziehungsweise Mischgebietsflächen für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe zur Verfügung. Mittel- bis langfristig werden über 340.000 m² verfügbar sein.

Gewerbebetriebe

(Stand 10/2007)

Ansässige Großunternehmen

die frühere Schering AG, ein ehemaliger großer, deutscher Pharmakonzern, dessen Hauptsitz in Berlin, dessen Hauptproduktionsstandort der Wirkstoffe aber in Bergkamen war, wurde 2006 von der Bayer AG mit Hauptsitz in Leverkusen übernommen.
ehem. Crompton Corp., nach Zusammenschluss der beiden US-amerikanischen Chemieunternehmen Crompton Corp. und Great Lakes Manufacturing im Bereich Industriechemikalien
Herstellung von Basismaterial für Lack, Bautenschutzmittel, Klebstoffe und Druckfarben für die weiterverarbeitende Industrie
Ein größerer Arbeitgeber ist auch das Kraftwerk Bergkamen.
1989 von Peter Pohlmann gegründet, betreibt dieses in Bergkamen ansässige Unternehmen eine Vielzahl von Filialen in ganz Deutschland

Verkehr

Straßenverkehr

Die Stadt Bergkamen liegt am Kamener Kreuz und ist über zwei Autobahnen sowie zwei Bundesstraßen an das deutsche Fernstraßennetz angebunden:

Der Verlauf der Bundes- (B) und Landesstraßen (L) durch das Bergkamener Stadtgebiet:

Diese Bundesstraße verläuft von Westen aus Lünen kommend durch den Stadtteil Oberaden und führt in Richtung Kamen durch den ländlichen Süden des Stadtteils Weddinghofen. Nahe der Stadtgrenze zu Kamen ist die B 61 über die Anschlussstelle Kamen-Bergkamen mit der Autobahn A 2 verbunden. Die Straße führt durch Kamen und erreicht noch einmal im Süden des Stadtteils Overberge das Bergkamener Stadtgebiet und verlässt es Richtung Hamm.
Diese Bundesstraße bildet von Süden kommend aus Richtung Kamen zum großen Teil die Grenze zwischen den Stadtteilen Bergkamen-Mitte und Overberge. Weiter nördlich führt sie durch den Stadtteil Rünthe und verlässt das Stadtgebiet in Richtung Werne.
Diese Landesstraße beginnt östlich des Ortskerns von Bergkamen-Oberaden an der B 61. Sie führt durch Weddinghofen, Bergkamen-Mitte und Overberge und verlässt Bergkamen in Richtung des Hammer Stadtteils Pelkum
Diese Landesstraße führt aus Lünen kommend durch die Stadtteile Heil und Rünthe und verlässt Bergkamen in Richtung Hamm. Direkt an der Grenze des Stadtteils Rünthe zu Hamm ist die L 736 über die Anschlussstelle Bergkamen-Hamm mit Autobahn A 1 verbunden.
Diese Landesstraße beginnt in Stadtteil Heil. Sie verläuft hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung durch Oberaden und verlässt Bergkamen in Richtung des Kamener Stadtteils Methler
Eine neue Streckenführung innerhalb der Stadt Bergkamen ist schon seit über zwanzig Jahren im Gespräch, aber höchst umstritten.

Schienenverkehr

Die DB-Güterverkehrslinie Hamm – Recklinghausen (Hamm-Osterfelder Bahn) durchquert das Stadtgebiet von Westen nach Osten. Bis 1983 wurde die zweigleisig ausgebaute Strecke auch für den Personennahverkehr genutzt. Der Bergkamener Bahnhof befand sich zwischen den Stadtteilen Mitte und Rünthe im dünn besiedelten Gebiet nahe des heutigen Naturschutzgebietes "Beversee". Ein zweiter Bahnhof befand sich im Stadtteil Oberaden an der Lünener Straße (B61).

Die nächsten Bahnhöfe für Schienen-Personenverkehr liegen in den Nachbarstädten Kamen, Lünen und Werne. Die nächstgelegenen Bahnknotenpunkte sind Hamm und Dortmund.

Busverbindungen

Der öffentliche Personennahverkehr in Bergkamen wird von der VKU durchgeführt. Ein zentraler Omnibusbahnhof befindet sich direkt am Bergkamener Rathaus.
Folgende Schnellbuslinen der VKU verbinden Bergkamen mit größeren Nachbarstädten:

Seit 2005 verfügt Bergkamen mit der Schnellbuslinie S30 über eine attraktive Verbindung nach Dortmund.
Die Streckenführung (Bergkamen Busbahnhof – Weddinghofen – Dortmund Derne – Dortmund Reinoldikirche – Dortmund Zentraler Omnibusbahnhof) und kurze Fahrzeiten sorgen für eine hohe Akzeptanz für die in der Regel mit einem Doppeldeckerbus bediente Schnellbusline.

In und durch Bergkamen verkehren drei Regiobus-Linien der VKU :

Sie bedienen das komplette Stadtgebiet.

Stadtbahn

Eine Stadtbahnlinie, die Bergkamen mit Dortmund verbinden soll, ist in Planung (Regionalstadtbahn). Sie könnte später weiter bis Hamm führen.

Wasserstraßennetz

Der Datteln-Hamm-Kanal bindet Bergkamen an das europäische Wasserstraßennetz an. Bergkamen besitzt zwei industriegewerbliche Häfen am Datteln-Hamm-Kanal. Außerdem befindet sich an diesem Kanal in Bergkamen ein Sportboothafen, die Marina Rünthe. Sie zählt zu den größten Freizeithäfen in Nordrhein-Westfalen.

Flughäfen

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Dortmund, der Flughafen Düsseldorf International und der Flughafen Münster/Osnabrück.

Bildung

In Bergkamen sind fast alle Schulformen vertreten. Weiterhin verfügt Bergkamen über eine Jugendkunstschule, eine Musikschule und eine Volkshochschule. Die Stadtbücherei ist erst vor wenigen Jahren in das Gebäude am Stadtmarkt eingezogen.

Förderschulen

Bergkamen-Heil

Bergkamen-Oberaden

Bergkamen-Weddinghofen

Grundschulen

Bei dem Anmeldeverfahren der I-Männchen (Kinder im ersten Schuljahr) sind mittlerweile die Schulbezirksgrenzen entfallen.

Bergkamen-Mitte

Bergkamen-Oberaden

Bergkamen-Overberge

Bergkamen-Rünthe

Bergkamen-Weddinghofen

Weiterführende Schulen

Kultur und Freizeit

Historische Stätten

Das Römerlager Oberaden im Ortsteil Oberaden ist als Zwei-Legionen-Lager mit 54 ha Grundfläche das größte römische Militärlager nördlich der Alpen und zugleich das älteste Legionslager in Westfalen. Am 30. April 2006 wurde der Archäologische Lehrpfad Römerlager Oberaden des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Bergkamen der interessierten Öffentlichkeit übergeben.
Die Bummannsburg befindet sich in einem Wald nahe der Autobahn A1 im Stadtteil Rünthe. Trotz des starken Baumbewuchses sind die Wälle der sächsisch-fränkischen Doppelwall-Ringanlage noch gut zu erkennen. Die Anlage diente den Bauern aus der Umgebung als Fluchtburg. Heute ist innerhalb der Anlage ein Waldlehrpfad angelegt.

Denkmalgeschützte Gebäude

Die nachfolgend aufgeführten Bergkamener Gebäude stehen unter Denkmalschutz:

Von April 1933 bis Oktober 1933 wurde das Sozialgebäude der in den 1920er Jahren entstandenen Bergarbeitersiedlung "Kolonie Schönhausen" als Sammellager für Regimegegner genutzt. Etwa 900 Menschen wurden während dieser Zeit von hier aus in größere Lager (z.B. Brauweiler) oder Vernichtungslager weitergeleitet.
Im Schacht 3 der Zeche Werne in Rünthe begannen im Winter 1915 die Bergleute mit der Kohleförderung. Wegen der durch die Weltwirtschaftskrise bedingten Absatzflaute wurde der Schacht 3 wie viele andere Schachtanlagen im Jahr 1930 stillgelegt. Da nach Kriegsende die Verkehrswege stark beschädigt waren, nutzte man den Schacht ab 1946, um die Rünther Bergleute schnell vor Ort zu bringen. Erst 1960 wurde der Schacht endgültig stillgelegt. Die ehemalige Waschkaue der Zeche wird als Kulturzentrum genutzt und steht unter Denkmalschutz.
Im Gutshof "Schulze-Heil" von 1864 ist die Ökologiestation des Kreises Unna untergebracht. In der Ökologiestation befinden sich mehrere regionale Institutionen und Verbände des Umwelt- und Naturschutzes. Folgende Anlagen sind während der Öffnungszeiten zu besichtigen:
Führungen durch den Musterschweinestall und den Fleischzerlegebetrieb sind nach Voranmeldung möglich. In der Verkaufsstelle der Ökologiestation können regionale Produkte wie Apfelsaft, Gelees, Honig, etc. erworben werden. In der Ökologiestation können zudem regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen besichtigt werden.

Sport und Freizeit

Am Datteln-Hamm-Kanal liegt das Westfälische Sportbootzentrum mit der Marina Rünthe, einem der modernsten und größten Freizeithäfen Nordrhein-Westfalens mit etwa 250 Liegeplätzen und kompletter Bootsinfrastruktur. Im Hafen gibt es ein Hotel sowie mehrere Restaurants, Bistros, Biergärten und Fitnessangebote. Mit dem Fahrgastschiff „Santa Monika“ ist die Fahrt nach Hamm und zum Schiffshebewerk Henrichenburg möglich.
Im Ortsteil Weddinghofen befindet sich das Wellenbad Bergkamen. Mit über 2.000 m2 Wasserfläche, einer 50-m-Rutsche und 24.000 m2 Liegefläche ist dieses Anlage auch für Besucher aus den Nachbarstädten ein attraktives Freizeitangebot.
Ein "Geheimtipp" ist das im Stadtteil Heil gelegene Naturfreibad. Eingebettet zwischen Wiesen und Feldern mit teilweise durch alten Baumbestand abgeschatteten gepflegten Liegewiesen bietet dieses in einem Seitenarm der Lippe angelegte Freibad Entspannung pur.
Das Hallenbad im Stadtteil Mitte verfügt über ein 312 m2 großes Mehrzweckbecken mit Hubboden (Wassertiefe: 0,90 – 3,80 m). Die Wassertemperatur beträgt 27 °C. Zusätzlich ist ein 100 m2 Nichtschwimmerbecken mit einer Wassertiefe von bis zu 45 cm vorhanden. Die Sprunganlage verfügt über ein 1-m- und ein 3-m-Brett.
Die Eissporthalle im Stadtteil Weddinghofen mit 1.800 m2 Eisfläche lockt pro Saison über 50.000 Besucher aus Bergkamen und den Nachbarstädten an.
Der ADFC und die Stadt Bergkamen haben eine 25-km-Radtour zu den wichtigsten Kunstobjekten im Stadtgebiet ausgearbeitet.
Die Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen liegt als Aussichtspunkt auf dieser Route.
Die als Radweg ausgebaute stillgelegte Bahntrasse ermöglicht es, ungestört vom Autoverkehr durch die Stadtteile Overberge und Rünthe von Kamen nach Werne zu fahren.

Parkanlagen und Naherholungsgebiete

Im Jahr 2001 wurde im Stadtzentrum West der "Wasserpark" fertiggestellt. Die Fläche des Parks beträgt ca. 22.000 m². Das Regenwasser aus der nördlich des Parks gelegenen „City“ dient zur Versorgung des künstlich angelegten 4.500 m² großen Wasserbereiches. Am Nordufer des Wasserbereichs verläuft eine Promenade, am Südufer eine Schilfzone. Gerne nutzen Anwohner und Mitarbeiter der nahe gelegenen Verwaltung und Handelsbetriebe diesen Park um sich bei einem Spaziergang vom Alltag zu erholen.
Zwischen Nordberg und Gewerbegebiet Grimberg 1/2 liegt im Stadtteil Mitte der Zechenpark. In den letzten Jahren wurde der vormals verwilderte Park gründlich saniert. Unter hohen Bäumen finden hier alle Altersgruppen Möglichkeiten ungestört die Natur zu genießen. Wegen des schönen Spielplatzes eignet sich dieser Park für Familien mit Kindern als Ziel für einen Spaziergang
Dieser im Stadtteil Oberaden gelegene Wald verfügt über viele Spazierwege. Der auf einer Waldlichtung gelegene Spielplatz ist sehr schön angelegt.
Seit den 1970er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Halde Großes Holz als künstlicher Hügel aus Bergbau-Abraum angelegt. Durch die besondere Systematik der angelegte Wege besteht hier die Möglichkeit die körperliche Belastung bei der Wanderung auf den Gipfel selbst zu wählen. Entweder man wählt die als Serpentinen angelegten langen Wege, oder die zwischen den Serpentinen angelegten direkten steilen Wege. Vom Gipfel der Halde hat man einen fantastischen Ausblick. Jeweils in der Silvesternacht wird die Halde von vielen Bürgern als Aussichtspunkt auf das Feuerwerk der umliegenden Städte benutzt.
Der als Waldfriedhof angelegte 22 Hektar große Hauptfiedhof der Stadt Bergkamen liegt im Ortsteil Weddinghofen. Das großzügig angelegte Gelände wurde am 2. Februar 1980 nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt. Wegen der breiten, sehr gut befestigten Wege und der moderaten Steigungen ist das Gelände auch für Menschen, die auf Gehilfen oder den Rollstuhl angewiesen sind, sehr gut für einen ruhigen Spaziergang geeignet. Die Aufteilung des Friedhofes und die hohen Bäume vermitteln das Gefühl, sich in einem gepflegten Wald zu befinden.
Der Beversee bildete sich durch die bergbaubedingte Absenkung der Geländeoberfläche. Das Gebiet gehört mit einer Gesamtfläche von circa 100 Hektar zu den größten Naturschutzgebieten in Nordrhein-Westfalen und bietet auch selten gewordenen Pflanzen und Tieren eine Heimat. Von einer Aussichtsplattform am Seeufer kann man die vielfältige Vogelwelt beobachten. Schön angelegte und gut ausgeschilderte Rundwanderwege ermöglichen erholsame Spaziergänge, ausgehend vom Parkplatz an der Werner Straße. Innerhalb des Gebietes befinden sich viele Einschlagstellen von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese sogenannten Bombentrichter sind überwiegend mit Wasser gefüllt und haben sich als kleine Tümpel in die Landschaft integriert.
Südwestlich der Bundesstraße 61 an der Stadtgrenze zu Kamen befindet sich das Naturschutzgebiet Mühlenbruch. Ein Parkplatz ermöglicht Spaziergängern bis an das Gebiet heranzufahren. Gepflegte Wanderwege ermöglichen eine Rundwanderung durch das Gebiet.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jeweils donnerstags findet in Bergkamen-Mitte der größte Wochenmarkt der Region mit vielen Besuchern auch aus den angrenzenden Gemeinden statt.
An jedem ersten Septemberwochenende findet der Bergkamener Gesundheitstag auf dem Zentrumplatz im Stadtteil Mitte statt. Mit über 3000 Besuchern ist er eine der größten Veranstaltungen dieser Art im östlichen Ruhrgebiet.
An Halloween lockt der Lichtermarkt im Stadtteil Mitte viele Besucher in die Stadt. In buntes Licht getaucht bilden Akteure und Besucher ein einzigartiges Lichtkunstwerk.
Am ersten Wochenende im Juni lädt die Marina Rünthe zum Hafenfest ein.
Regelmäßig finden im Gewerbegebiet Rünthe und im Gerwerbegebiet Werner Straße/Landwehrstraße kommerzielle Trödelmarkte statt.

Moderne Stadtkunst

Im Bergkamener Stadtgebiet befinden finden sich viele Betonfiguren von Prof. Lothar Kampmann: im Stadtteil Oberaden am Museumsplatz sechs Figuren, im Bereich des Hallenbades im Ortsteil Mitte acht Figuren und eine Figur (Pferd) am Hauptfriedhof in Bergkamen-Weddinghofen.
Im Juli 2005 begann der weltbekannte Kölner Aktionskünstler HA Schult die triste Fassade des ungenutzten "City-Turms" mit bunten auf Holzplatten gemalten Gartenhäuschen zu verschönern. Gerne möchte HA Schult mit Hilfe von Sponsoren die Anzahl von derzeit 10 an der Ostseite befestigten Häuschen auf später 70 Häuschen an der gesamten Fassade erhöhen.
Das „Blaue Band“ verbindet das Stadtzentrum Ost (Präsidentenstraße/Nordberg) und das Stadtzentrum West (Rathausviertel) als zum Teil wasserführender Bachlauf und zum Teil als blauer Mosaikstreifen. Die Plastiken an den Endpunkten des blauen Bandes sind von Bolette Holm und Ole Hempel.
Auf dem Platz von Wieliczka an der Ecke Präsidentenstr./Pestalozzistr. befindet sich eine Edelstahlplastik von Günter Tollmann.
An Ende der Fußgängerzone (Ecke Präsidentenstr./Fritz-Husemann-Str.) befindet sich eine Plastik des polnischen Künstlers Andrzej Irzykowski
Vor dem Rathaus am Busbahnhof befindet sich die „Erdpyramide“ von Timm Ulrichs. Die Spitze der umgedrehten Pyramide zeigt exakt zum Erdmittelpunkt. Von dem Kunstwerk ist nur die Metallabdeckung der „Unterseite“ sichtbar. Die Inschrift der Abdeckung enthält neben der Bezeichnung des Kunstwerks den Namen des Künstlers die Maße der (imaginären) Pyramide (1 m × 1 m × 6.364.416 m) und Koordinaten des Standortes.
Das Kunstobjekt „Internationaler-Integrations-Skulpturenplatz“ von Prof. Lothar Kampmann befindet sich im Stadtteil Rünthe an der Ecke Rünther Str./Schlägelstr. Es bestehent aus drei Mauern mit einer Reliefgestaltung, Figuren und einem Tisch mit Sonnenuhr. Lothar Kampmann hat das Projekt 1968 gemeinsam mit Mehmet Uyanik und Andrzej Pollo realisiert.


„Das blaue Licht“ von Horst Rellecke
Lichtkunstwerk „no agreement today, no agreement tomorrow“ von Andreas M. Kaufmann
Lichtkunstwerk „Maßstab“ von Maik und Dirk Löbbert
Lichtkunstwerk „Der Blick in die Zukunft“ von Horst Rellecke
Bergkamen hat sich zu einer Hochburg der Lichtkunst entwickelt und ist mit mehreren Lichtkunstwerken im Kulturprojekt Hellweg - ein Lichtweg vertreten.

Natur

Museen und Galerien

Schwerpunkte des Stadtmuseums im Stadtteil Oberaden sind neben der Ausstellung von Funden, Modellen und Nachbildungen aus der Römerzeit die Industrie-, Siedlungs- und Stadtgeschichte, sowie folgende Themenbereiche:
Die städtische Kunstgalerie „sohle 1“ ist die älteste kommunale Kunstgalerie der Bundesrepublik. In der Kunstszene genießt diese Galerie seit Ihrem Bestehen eine große Anerkennung. Zusätzlich zu den Ausstellungen informiert eine Druckwerkstatt über verschiedene Drucktechniken.

Theater

Bauwerke

Platz der Partnerstädte
Ein 1966 erbautes und zur Zeit nicht genutztes Hochhaus mit 15 Stockwerken

Panoramabild

Bergkamen 2001 Blick von Süden (Autobahn A2) auf die Stadtteile Weddinghofen und Mitte (City, Kolonie Schönhausen und Nordberg). Im Hintergrund das Bergwerk „Haus Aden“ in Oberaden, die Bergehalde „Großes Holz“, das Kohlekraftwerk in Heil und der Förderturm der Schachtanlage „Neu Monopol“

Persönlichkeiten der Stadt

Literatur

Quellen

  1. LDS NRW: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004
 Commons: Bergkamen – Bilder, Videos und Audiodateien