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Rochlitz

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Rochlitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Mittweida
Verwaltungsge-
meinschaft:
Rochlitz
Höhe: 163 m ü. NN
Fläche: 23,71 km²
Einwohner: 6481 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09306
Vorwahl: 03737
Kfz-Kennzeichen: MW
Gemeindeschlüssel: 14 1 82 350
Stadtgliederung: Kernstadt, 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 1
09306 Rochlitz
Webpräsenz:
www.rochlitz.de
Bürgermeister: Joachim Knappe (FDP)

Rochlitz ist Große Kreisstadt im Landkreis Mittweida im Freistaat Sachsen. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rochlitz mit Königsfeld, Seelitz und Zettlitz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geografische Lage

Die Stadt liegt an der Zwickauer Mulde und ist bekannt durch den Rochlitzer Berg und den dort anstehenden und abgebauten Rochlitzer Porphyr. Von der Jahrhundertflut im August 2002 war die Stadt stark betroffen.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Zettlitz, Seelitz, Wechselburg und Königsfeld.

Stadtgliederung

Ortsteile sind Breitenborn, Noßwitz, Penna, Stöbnig, Wittgendorf und Zaßnitz.

Einwohnerentwicklung


Geschichte

Mittelalter

Bereits in mittelslawischer Zeit, das heißt im 9. bis 10. Jahrhundert, bestanden im heutigen Stadtgebiet mehrere dörfliche Siedlungen. Von diesen Siedlungen leitete sich der Ortsname (altsorbischer Name Rochelinzi) ab. Vermutlich am Ende des 11. Jahrhunderts entstand unterhalb der Burg und des östlichen Suburbiums mit der Petrikirche eine Markt- und Kaufmannssiedlung im Gebiet des heutigen Mühlplatz mit dem Hohen Haus, die sicherlich mit der Lage an der Zaßnitzer Furt durch die Mulde in Zusammenhang steht. Noch im 19. Jahrhundert wurde dieser Bereich als Alte Stadt bezeichnet. Ebenfalls im 11. Jahrhundert wurde ein die Reichsburg versorgender Wirtschaftshof im nördlichen Teil des heutigen Stadtgebietes mit dem Burgwall Keßling in Rochlitz-Poppitz angelegt, der später nach Königsfeld verlegt wurde.

Um 1200 wurde unter Graf Dedo V. dem Feisten oder einem seiner Söhne Dietrich (1190–1207) und Konrad (1207–1210), möglicherweise auch erst unter Markgraf Dietrich von Meißen (ab 1210) die Rechtsstadt Rochlitz mit der Stadtkirche St. Kunigunde gegründet. Die Stadtanlage hebt sich insbesondere durch ihren langgestreckten Straßenmarkt heraus, der eine Analogie im nahegelegenen Geithain besitzt. Archäologische Ausgrabungen und erhaltene romanische Reste wie die Fenster am Westturmriegel der Kunigundenkirche ermöglichen Aussagen zu ihrem Ursprungsbau, einer querhauslosen Kurzbasilika der gleichen Zeitstellung. Trotz ihrer zentralen Lage am unteren Marktende fungierte bis zur Reformation die ältere, extra muros (außerhalb der Stadtbefestigung) gelegene St.-Petrikirche ebenfalls als Pfarrkirche für die westlichen Teile der Stadt. Bei stadtarchäologischen Untersuchungen wurden im Gebiet um die Kunigundenkirche Funde aus dem späten 12./frühen 13. Jahrhundert festgestellt, während die weiter westlich gelegenen Gebiete offensichtlich erst mit einiger zeitlicher Verzögerung bebaut worden sind.

Eine Stadtmauer umgab Rochlitz erst wohl erst im späten 13. Jahrhundert, zuvor haben anscheinend lediglich Wall, Graben und Gebück bestanden. 1288 wird dann die Mauer anlässlich eines Teileinsturzes erstmals genannt. Die Stadt Rochlitz selbst wird erst 1336 ersterwähnt, der Rat 1360. Das früheste nachweisbare Siegel der Stadt mit der Umschrift sigillum civitatis rochlizensis hängt an einer Urkunde von 1364. 1367–73 erfolgte die Erneuerung der Stadtmauer beziehungsweise die Errichtung der äußeren Stadtmauer. Vor 1379 erwarb der Rat die niedere Gerichtsbarkeit. 1380 erhielt die Stadt das Bleichprivileg] und es wurde eine zweite Landesbleiche neben Chemnitz eingerichtet. 1430 fielen die Hussiten in der Stadt Rochlitz ein. Im 15. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit. 1464 erfolgten der Erwerb der Obergerichtsbarkeit und die Erweiterung des Weichbildes. In der Spätgotik wurde die Kunigundenkirche von 1417–1476 unter Einbeziehung romanischer Bausubstanz im Westen neu erbaut. Die beiden Keramikfiguren von Heinrich II. und Kunigunde stammen aus der Zeit um 1476, im Inneren zeigt die Kirche eine Ausstattung des frühen 16. Jahrhunderts. (Schnitzaltar von 1513). Für die Zeit um 1500 wird eine Zahl von etwa 2000 Einwohnern angenommen.

Frühe Neuzeit

Im Jahr 1537 wurde in Rochlitz durch Herzogin Elisabeth die Reformation eingeführt. Bereits 1534 war der „Alte“ Friedhof mit Beinhaus im Bereich des heutigen Clemens-Pfau-Platzes angelegt worden. 1538 wurde auf dem aufgelassenem Kunigunden-Friedhof mit dem Bau einer Lateinschule (1876 abgebrochen, heute Gebäude der Bibliothek) begonnen, die schon 1595 mit Mitteln Sophies wieder umgebaut wurde. 1563 gesellte sich noch ein Neubau der Hospitalkirche (Heilig-Geist-Kirche) zu dem Ensemble hinzu (Abbruch 1904). In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand auch die östlich des heutigen Marktes und dem Rathaus gelegene „Mittelzeile“, wohl anstelle hölzerner Krambuden, was eine wesentliche Verkleinerung des ehemaligen Untermarktes bedeutete. Am 2. März 1547 fand vor den Toren der Stadt die Schlacht von Rochlitz im Schmalkaldischen Krieg statt, der bedeutendste militärische Erfolg der vereinigten protestantischen Streitkräfte vor der vernichtenden Niederlage in der Schlacht bei Mühlberg.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Stadt und Schloss mehrfach belagert und eingenommen. Außerdem wurde die Stadt 1632 von einem Stadtbrand heimgesucht. Ein weiterer großer Stadtbrand traf die Bürger bereits wieder 1681. Bei dem folgenden Wiederaufbau fand die Firstschwenkung zu traufseitigen Häusern statt. Ab 1682 war Rochlitz Garnisonsstadt einer Infanterie-Einheit. 1691 weilte der Wund- und Augenarzt Johann Andreas Eisenbart (1663–1727) in Rochlitz. Aus dem Jahr 1688/89 stammt die Dreiturmfront der Kunigundenkirche, der barocke Vorbau wurde 1709 angefügt und beherbergte mir der Kunigundenbibliothek die erste öffentliche Bibliothek der Stadt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Rochlitz an das entstehende sächsische Postsystem angeschlossen. Hiervon zeugen zwei Distanzsäulen von 1723 (1820 erneuert), ab 1734 (1743?) bestanden ein Postamt und regelmäßiger Postverkehr. 1769 wurde in Rochlitz eine Wollmanufaktur begründet.

19. und 20. Jahrhundert

Ein weiterer Stadtbrand wütete 1802, der Wiederaufbau der Stadt veränderte das Bild stark. Aus dieser Zeit stammen vor allem die Bürgerhäuser am Markt und der Turm der Kunigundenkirche (1804). Er fand seinen Abschluss mit dem Neubau des Rathauses 1826–1828. 1816 wurde eine erste Steinbrücke über die Mulde gebaut, ab 1830 begann der Abbruch der Stadtbefestigungen. 1834 wurde eine allgemeine Städteordnung erlassen. Die Gründerzeit bedeutete auch für Rochlitz einen erheblichen Aufschwung und eine beträchtliche Vergrößerung der Stadt.

Zu nennen sind hier: 1872 Anschluss an das Eisenbahnnetz, 1874–76 Neubau der „1. Bürgerschule“ (Muldenschule), 1885 Abbruch des „Pulverturms“, Stadterweiterungen ab 1889 in Richtung Bahnhof, Anlage der Bismarckstraße, 1889/90 Bau des „Kaiserlichen Hauptpost- und Telegraphenamtes“, 1895 des „Königlich-Sächsisches Lehrerseminars“, 1897 des Kriegerdenkmals auf dem Topfmarkt (bis 1942), etc. In den „Goldenen Zwanzigern“ wurde ab 1922 die Kleinsiedlung („Gartenstadt“) mit der Straße „Am Anfang“ angelegt und 1922/23 ein zweites Rochlitzer Gaswerk am Mönchswinkel errichtet. Eine besondere Sehenswürdigkeit stellt der Marktbrunnen dar, der 1929 von dem bekannten Dresdner Bildhauer Prof. Georg Wrba (1872–1939) geschaffen worden ist.

Im „Dritten Reich“ konnten die Nationalsozialisten schon frühzeitig im Stadtrat Fuß fassen und 1934 den parteilosen Bürgermeister Dr. Rudolf Herrmann mit Hilfe einer politischen Intrige absetzen. Schon 1933 wurden Adolf Hitler und Paul von Hindenburg Ehrenbürger der Stadt. 1933/34 wurde die heutige Muldenbrücke errichtet und nach dem Reichsstatthalter Martin Mutschmann benannt. 1936 feierte man das „Fest der Landschaft Rochlitz – 1000 Jahre deutsch“. Der umständliche Titel verrät, dass es sich dabei um ein historisches Konstrukt handelt. Tatsächlicher Anlass war aber weniger das sehr weit hergeholte historische Ereignis – das Rochlitzer Gebiet war spätestens unter dem 936 verstorbenen König Heinrich I. unter deutsche Herrschaft geraten – als konkrete wirtschaftliche Gründe, vor allem die Förderung des Fremdenverkehrs. Die Initiative dazu ist jedoch nicht von den nationalsozialistischen Machthabern, sondern vom Vorsitzenden des Rochlitzer Geschichtsvereins und ehrenamtlichen Leiter des Museums, Studienrat Dr. Albert Bernstein, ausgegangen. Ab 1938 hielt mit der „Mechanik GmbH“ auch die Rüstungsindustrie Einzug in der Stadt, und wahrscheinlich vom 19. September 1944 bis 28. März 1945 wurde hier KZ-Nebenlager als „Außenkommando Rochlitz (Sachsen)“ des KZ Flossenbürg mit etwa 600 inhaftierten jüdischen Frauen betrieben.

Die Befreiung vom Nationalsozialismus erlebte die Stadt am 14. April 1945 durch Einheiten der 44.Inf.6. Panzerdivision, 3.US-Armee US-Armee. Die Mulde bildete die Demarkationslinie zwischen Amerikanern und Russen. Bis zum Rückzug der Amerikaner aus dem Stadtgebiet am 30.Juni 1945 und ihrem Rückzug westwärts Richtung Thüringen nach Hessen.(Operation Goodbye) Ab Mitte Mai treten Truppen der Roten Armee nahe des Muldenufers in in der Ortschaft Döhlen auf. Ihr Hauptlager soll auf einem Feld (???) nahe Aitzendorf bestanden haben. Die vereinbarte Ufergrenze und den Demarkationsbereich eröffnen Russen und Amerikaner ab dem . Roten Armee . 22. Juni 1945. An der Muldenbrücke wurde im April 2003 durch den Rochlitzer Geschichtsverein eine Gedenktafel angebracht die an die Befreiung der Stadt, die Besetzung des Gebietes und die schweren Verwundungen des amerikanischen Soldaten Chester Elliott erinnert. Mit Chester verbindet den Geschichtsverein seit 1994 eine sehr freundschaftliche Beziehung. Nach dem Krieg wurden ab Juli 1945 zielgericht Enteignungen geplant. Aus den bestehenden Betrieben gingen durch neue, veränderte und dem kommunistischen Klassenbild entsprechende Gründungsformen sowie durch Beschlüsse der örtlichen Sowjets die Grundsteine für die späteren drei Großbetriebe der Stadt hervor (siehe unten).

In der DDR-Zeit erfuhr Rochlitz eine beträchtliche Erhöhung der Einwohnerzahl und Ausbreitung in das Umland durch die Errichtung der Wohngebiete "Am Friedenseck" („Sternsiedlung“) 1955–61, „Am Regenbogen“ 1960–65, „Wilhelm-Pieck-Straße“ 1977/78 und „Am Eichberg“ ab 1982/83 in Poppitz (in der Bevölkerung spöttisch „Golanhöhen“ genannt in Anspielung auf die politischen Konflikte im Nahen Osten zur Zeit ihrer Errichtung). Die Mehrzahl der Bevölkerung arbeitete in den drei Großbetrieben VEB Elektroschaltgeräte Rochlitz (1952–1991), VEB Stern Radio Rochlitz und VEB Orsta-Hydraulik.

Städtepartnerschaften

Rochlitz unterhält zwei Städtepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Da Rochlitz keine Kriegsschäden erlitt, ist die kleine Stadt bis heute in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten und trotz Brände von mittelalterlichen Bauwerken geprägt. Selten für Sachsen ist die ehemalige Stadtgestalt aus einem ringsum umbauten Marktplatz ohne Straßennetz.

Bauwerke

Naturdenkmäler

Sport

Freizeit

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Rochlitz war ein Nebenbahnknoten mit Strecken nach Großbothen im Norden und Glauchau im Südwesten (Muldentalbahn), nach Waldheim im Osten, nach Chemnitz im Süden und nach Narsdorf im Westen, doch mittlerweile wurde der Personenverkehr auf allen Strecken eingestellt (nach Waldheim 1997, nach Chemnitz 1998, nach Großbothen 1999, nach Narsdorf 2000, nach Glauchau 2001). Die nächsten Bahnhöfe, die noch bedient werden, sind Geithain und Narsdorf an der Hauptbahn Leipzig–Chemnitz.

In Rochlitz beginnt die Bundesstraße 7 nach Gera. Außerdem verlaufen durch Rochlitz die Bundesstraßen 107 ChemnitzGrimma und 175 ZwickauDöbeln.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Verwaltung

Territorialverwaltung

Rochlitz war einige Jahrhunderte lang Sitz von Einrichtungen der Territorialverwaltung.

Durch die "Generalinstruktion an die Kreis- und Amtshauptleute" vom 22. Juni 1816 wurde die Stadt ab 1816 Sitz des Amtes Rochlitz der II. Amtshauptmannschaft der Kreishauptmannschaft Leipzig. Im Zuge der Neugliederung des Königreiches Sachsen benannte man 1835 das Amt Rochlitz in Amtshauptmannschaft Rochlitz um, welches nun Bestandteil der neu benannten Kreisdirektion Leipzig war. Mit dem Organisationsgesetz vom 21. April 1873 wurde 1874 allerdings wieder die Bezeichnung Kreisdirektion abgeschafft und Rochlitz war nun Sitz der Amtshauptmannschaft Rochlitz der Kreishauptmannschaft Leipzig. Im Dritten Reich veränderte man 1939 nochmals die Verwaltungsbezeichnungen. Rochlitz war nun Sitz des Landkreises Rochlitz im Regierungsbezirk Leipzig. Dieser Landkreis war allerdings sowohl von der Bezeichnung als auch der Größe her nur von kurzer Dauer. 1952 wurden in der DDR die Länder aufgelöst und als mittlere Verwaltungsebene die Bezirke eingeführt. Ebenso veränderte sich im Rahmen einer großen Kreisreform der Zuschnitt der ehemaligen Landkreise zum Teil sehr stark. Dabei wurde auch der Kreis Rochlitz mit der Kreisstadt Rochlitz im Bezirk Karl-Marx-Stadt geschaffen. Zuständige Verwaltungsbehörde war nun der Rat des Kreises Rochlitz. Mit dem Beitritt der DDR zur BRD und der Wiedereinrichtung von Ländern und Landkreisen gab es schließlich von 1990 bis 1994 noch ein Landratsamt Rochlitz, welches den Landkreis Rochlitz verwaltete. Mit der Schaffung des Landkreises Mittweida, in dem der Landkreis Rochlitz aufging, endete die Jahrhunderte alte Bedeutung und Funktion von Rochlitz als Verwaltungssitz.

Justizverwaltung

Die ältesten Aufzeichnungen existieren bisher aus dem Jahre 1436. Sie besagen, das der Stadtrat Inhaber der höheren und niederen Gerichtsbarkeit sowie Inhaber der Erbgerichtsbarkeit in Köttern, Poppitz und Spernsdorf, den sogenannten Ratsdörfern war. Der nächste Nachweis läßt sich erst aus dem Jahr 1834 erbringen. In diesem Jahr wird mit Einführung der Allgemeinen Städteordnung das Stadtgericht Rochlitz eine eigenständige Behörde neben dem Stadtrat. 1835 entsteht zusätzlich noch ein Ratslandgericht für die gerichtlichen Angelegenheiten der Ratsdörfer. Um 1850 werden Räume auf dem Schloss Rochlitz für die Justiz eingerichtet, wo sie bis 1990 verbleibt. Erweitert wird das Ganze um ein Zellengebäude für die Untersuchungshaftanstalt, welches 1852 auf dem Schloß errichtet wird und bis 1961 in seiner Funktion genutzt wird. Prominentester Gefangener war August Bebel. 1855 gehen Ratslandgericht und 1856 das Stadtgericht in dem neu gegründetem Justizamt Rochlitz auf. Diese hat jedoch nicht lange Bestand. Schon 1856 wird das Gerichtsamt Rochlitz als Nachfolger des örtlichen Justizamtes auf Grund des Gesetzes über die Einrichtung der Behörden erster Instanz für die Rechtspflege und Verwaltung vom 11. August 1855 eingerichtet. Im selben Jahr wird ebenfalls das Königliche Bezirksgericht Rochlitz mit der Zuständigkeit für die Gerichtsamtsbezirke Rochlitz, Colditz, Geithain, Geringswalde, Hartha, Leisnig und Penig eingerichtet, welches aber nur bis zu seiner Auflösung im Jahre 1860 Bestand hat. Ab Oktober 1879 wird das Amtsgericht Rochlitz als Nachfolger für die juristischen Belange des Gerichtsamtes Rochlitz geschaffen. Nach dem 2. Weltkrieg nimmt das Amtsgericht am 6. Dezember 1945 wieder seine Tätigkeit auf. 1952 wird dann im Rahmen einer Justizreform das Kreisgericht Rochlitz als Nachfolger des ansässigen Amtsgerichts geschaffen. Nach der politischen Wende in der DDR zieht das Kreisgericht 1990 vom Schloss in das frei gewordene Gebäude der ehemaligen SED-Kreisleitung Rochlitz. Mit der Auflösung des Landkreises Rochlitz wird 1994 auch das Amtsgericht Rochlitz aufgelöst.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur