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Robert Todd Lincoln

Robert Todd Lincoln (* 1. August 1843 in Springfield, Illinois, USA; † 26. Juli 1926) war der erste Sohn von Abraham Lincoln und Mary Ann Todd, sowie der einzige von vier Söhnen des Präsidenten, der das Erwachsenenalter erreichte.

Robert Lincoln graduierte an der Phillips Exeter Academy, anschließend studierte er von 1861 bis 1864 an der Harvarduniversität, wo er sich in der juristischen Fakultät Harvards einschrieb. Er war Mitglied der Studentenverbindung Delta Kappa Epsilon.

Er beendete die Studien in Harvard jedoch nicht, sondern schloss sich zunächst der Unionsarmee an. Im Rang eines Captains diente er im amerikanischen Bürgerkrieg im Stab Ulysses S. Grants, in einer Position, in der er von direkten Kampfhandlungen nicht betroffen wurde.

Im Jahre 1863 (nach anderen Quellen 1864) rettete Edwin Booth ihm das Leben. Booth war der Bruder des späteren Mörders von Abraham Lincoln. Robert Todd war auf einem Bahnsteig in Jersey City zwischen zwei Waggons eines haltenden Zuges geraten.

Nach der Ermordung seines Vaters im Mai 1865 zog er mit seinem Bruder Thomas (Tad) Lincoln (1853 bis 1871) und seiner Mutter nach Chicago um. Dort nahm er die Jurastudien an einem Baptisten-Kolleg wieder auf, der Vorgänger-Einrichtung der heutigen Universität von Chicago. Er beendete diese Ausbildung am 25. Februar 1867 erfolgreich. Ein Jahr später heiratete er Mary Eunice Harlan, die Tochter des Senators James Harlan. Sie hatten zwei Töchter und einen Sohn:

1875 kam es zu einer harten Auseinandersetzung zwischen Lincoln und seiner Mutter. Weil Lincoln deren Lebensweise als zunehmend exzentrisch empfand, strengte er 1875 ein Gerichtsverfahren gegen sie an, um Kontrolle über ihre Finanzen zu erhalten. Lincolns Mutter wurde darauf hin in eine psychiatrischen Einrichtung in Batavia, Illinois eingewiesen, nach drei Monaten jedoch wieder frei gelassen. Das Zerwürfnis war endgültig.

1877 lehnte Lincoln ein Angebot des Präsidenten Rutherford B. Hayes ab, welcher ihm ein hohes Amt im Außenministerium angeboten hatte. Stattdessen wurde er von 1881 bis 1885 unter den Präsidenten James A. Garfield und Chester A. Arthur Kriegsminister. Schließlich diente er von 1889 bis 1893 als US-Botschafter in Großbritannien.

Danach arbeitete Lincoln wieder als Rechtsanwalt, wurde dann Syndikus und anschließend Präsident und Vorstandsvorsitzender der Pullman Palace Car Company, wo er bis zu seinem Ruhestand 1922 arbeitete. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er am 26. Juli 1922, bei der Einweihung des Lincoln Memorial in Washington.

Lincoln starb am 26. Juli 1926 in Manchester, Vermont, und wurde später auf dem Nationalfriedhof Arlington neben seiner Frau und seinem Sohn beigesetzt.

Personendaten
Lincoln, Robert Todd
Sohn von Abraham Lincoln und amerikanischer Generalkonsul
1. August 1843
Springfield, Illinois, USA
26. Juli 1926
Manchester, Vermont, USA