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King David Hotel

Das King David Hotel (hebräisch: מלון המלך דוד, Malon ha-Melech David) ist ein bekanntes Hotel in Jerusalem.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es ist eine Gründung der Palestine Coperation von Sir Robert Waley Cohen und wurde 1931 eröffnet. Seither beherbergte es mehrere Monarchen, so 1931 König Alfons XIII. von Spanien, 1936 Haile Selassie von Äthiopien und 1942 Georg II. von Griechenland.

Der Anschlag vom 22. Juli 1946

Weltweit bekannt wurde das Hotel für den Bombenanschlag am 22. Juli 1946 durch die von Menachem Begin geführte radikal-zionistische Untergrundorganisation Irgun. Das Hotel beherbergte damals einige Abteilungen der britischen Mandatsregierung und Büros des Generalstabs der britischen Armee für Palästina. Der größte Teil des Komplexes wurde aber immer noch als Hotel genutzt. Ursprünglich war der Anschlag auf das Hotel ein Plan mehrerer jüdischer Untergrundorganisationen im Rahmen der „Jüdischen Rebellion” gegen die britische Mandatsmacht. Jedoch zogen sich Haganah und Palmach nach der „Operation Agatha” der Palestine Police und britischer Truppen aus den Vorbereitungen des Anschlags zurück. Von nun an plante die Irgun den Anschlag allein. Das Criminal Investigation Department der Palestine Police hatte seit längerer Zeit Hinweise darauf, dass das Hotel angegriffen werden sollte. Obwohl der Chef der Polizei auf eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen drängte, war das einzige Resultat eine Verstärkung der Stacheldrahtumzäunung („A Job Well Done” S. 299).

Angriff

Am späten Vormittag des 22. Juli fuhr eine Gruppe als arabische Arbeiter verkleideter Irgunmitglieder zum Lieferanteneingang des Hotels und luden mehrere Milchkannen gefüllt mit Sprengstoff ab. Von dort brachten sie die Milchkannen in ein Restaurant im Untergeschoss - mindestens 350 kg Sprengstoff. Dabei mussten sie an einem Raum vorbei, in dem die Royal Signals ihren Dienstraum hatten. Ein Offizier der Royal Signals trat aus dem Raum, wahrscheinlich um zu erfahren, was der Lärm sollte. Er wurde sofort von einem der Angreifer niedergeschossen, ebenso wie ein Polizist, der ihm zu Hilfe eilte. Der weitere Verlauf ist unübersichtlich. Es gibt Zeugenaussagen, die von einer kleinen Explosion im Vorfeld berichten, andere von zwei Explosionen. Die Polizei vermutete, dass dies zu einem Ablenkungsmanöver gehörte. Diese Explosion rettete das Leben vieler Menschen, die aus dem Hotel auf die Straße liefen, um zu sehen, was geschehen war. Nach dem offiziellen Bericht des Hauptquartiers (HQ) der britischen Streitkräfte in Palästina vom 23. Juli 1946 fand eine Detonation um 12:25 Uhr statt. Zur gleichen Zeit wussten die britischen Sicherheitskräfte im und am Hotel bereits, dass zwei ihrer Kameraden im Untergeschoss niedergeschossen worden waren. Um 12:20 Uhr, so der offizielle Bericht des HQ vom 23. Juli, verließ die Gruppe der Irgun das Hotel, um zu fliehen. Es kam nun zum Schusswechsel zwischen herbeieilenden britischen Sicherheitskräften und den Kämpfern der Irgun. Hierbei wurde einer der Angreifer, Aharon Abramowitsch, getötet und zwei weitere verletzt. Um 12:37 Uhr erfolgte die Explosion des Sprengsatzes im Untergeschoss.

Telefonische Warnung

Von Anfang an bestanden die Irgun und ihr Anführer Menachem Begin darauf, die Sicherheitskräfte rechtzeitig über den Anschlag informiert zu haben. Man habe telefonisch drei Mitteilungen abgesetzt: eine an die Palestine Post, eine an die französische Botschaft, die ungefähr 200 Meter Luftlinie vom Hotel entfernt liegt und eine an das Hotel direkt. Edward Horne, der von 1941 bis 1946 Polizist in Palästina war, versucht in seinem Buch „A Job Well Done”, die Ereignisse darzustellen, wie sie sich der Polizei zufolge zugetragen hat. Es gab drei Anrufe. Der erste traf bei der Palestine Post um 12:35 Uhr ein. Eine Frauenstimme warnte vor einer Explosion und forderte die Evakuierung des Hotels, da eine Explosion bevorstünde. Die Zeitung hat die Sicherheitskräfte informiert. Die Polizei reagierte, indem sie die Telefonzentrale des Hotels anrief. Der zweite Anruf ging beim französischen Generalkonsulat ein. Die Polizei konnte eine Person ermitteln, die sich erinnerte, eine Nachricht erhalten zu haben. Zu welchem Zeitpunkt konnte die Person nicht sagen. Eine Frauenstimme, die vorgab von der Irgun zu sein, habe irgendetwas von einer Bombe gesagt. Man nahm den Anruf wohl nicht zu ernst, entschloss sich aber, die Fenster zu öffnen und sich von den Fenstern fern zu halten. Die britischen Behörden wurden nicht informiert. Der dritte Anruf erfolgte an das Hotel direkt. Die Uhrzeit konnte die Polizei nicht feststellen. Die Telefonzentrale des Hotels konnte sehr wahrscheinlich den zuständigen Sicherheitsoffizier nicht finden, der mit seinen Leuten versuchte, der Unruhe im Hotel auf den Grund zu gehen.

Bergung

Nach der Explosion wurde umgehend das Gebiet um das Hotel abgesperrt und später eine Ausgangssperre verhängt. Pioniere der britischen Armee mit schwerem Gerät sowie einzelne Personen suchten in den Trümmern nach Überlebenden.

Die Opfer

Mit Entsetzen verfolgte die Öffentlichkeit die steigende Anzahl von Getöteten, Verwundeten und Vermissten. Doch auch bei den Opferzahlen gehen die Angaben auseinander. Einige sprechen von 91 Opfern, andere von 92, 93 und sogar 176. Ebenso gehen die Angaben über die Nationalität der Opfer auseinander. Da ist von 16 oder 28 getöteten Briten, von 17 oder einem Drittel getöteter Juden die Rede. Ohne Zweifel war aber der größte Teil der Opfer arabischer Herkunft. Die Opfer waren überwiegend Zivilisten. Lediglich 16 der Opfer waren britische Staatsangehörige. Drei Polizisten, zwei Briten und ein Araber waren unter den Getöteten. Keines der Opfer der Bombenexplosion war aktiver britischer Soldat.

Israel bezeichnet dies als einen Befreiungsschlag für Israels Unabhängigkeit von der Besatzungsmacht, Großbritannien nennt den Anschlag einen Terrorakt.

Die ehemalige Irgun-Aktivistin Sarah Agassi, die zu den Tätern gehörte, sagt, der Anschlag sei „kein Terror” gewesen. „Wir haben für unsere Unabhängigkeit gekämpft. Wir wollten, dass die Briten verschwinden.” Mit heutigen Extremistenorganisationen wie der islamischen Hamas oder der Hisbollah, gegen die Israel im Libanon militärisch vorgeht, habe dies nichts zu tun. „Die Palästinenser können in andere Länder gehen. Dies ist unser Land. Das kann man in der Bibel nachlesen.”

Israels Ex-Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, die jüdischen Attentäter seien Helden gewesen. Hamas und Hisbollah seien hingegen unmoralisch, weil sie niemals vor ihren Anschlägen warnen würden.

Nach 1948

Die Briten bauten das bisherige Hotel zur Festung aus, bevor sie es am 4. Mai 1948, kurz vor Ende der Mandatszeit, räumten. Kurzzeitig wurde es während der Kämpfe um Jerusalem von der israelischen Armee genutzt, am Ende des Ersten Arabisch-Israelischen Krieges überblickte das King David Hotel von israelischer Seite aus das Niemandsland an der Waffenstillstandslinie Richtung Altstadt.

Nach der Eroberung Ost-Jerusalems durch Israel im Sechstagekrieg wurde es wiedereröffnet und gehört heute zu Israels führenden 5-Sterne-Hotels. Es ist eines der Gründungsmitglieder der The Leading Hotels of the World.

Zum 60. Jahrestag des Anschlag fand 2006 eine Gedenkfeier durch Israel statt, die britische Botschaft protestierte gegen die Gedenkfeier. [1]

Trivia

Der Anschlag wird im Film Exodus von einem Passagier des Schiffes „Exodus“, gespielt von Sal Mineo, ausgeführt, während die Fahrt der realen Exodus erst im Juli 1947 stattfand und die Passagiere nicht an Land durften.

Literatur

Edward Horne. A Job Well Done. Anchor Press, 1982.

 Commons: King David Hotel – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° 46' 28" N, 35° 13' 21" O