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Vegetatives Nervensystem

Das vegetative Nervensystem (VNS) oder autonome Nervensystem (ANS) bildet zusammen mit dem somatischen Nervensystem das periphere Nervensystem von Wirbeltieren. Die „Autonomie“ bezieht sich auf den Umstand, dass über das VNS biologisch festliegende, automatisch ablaufende innerkörperliche Anpassungs- und Regulationsvorgänge vermittelt werden, die deswegen vom Menschen willentlich nicht direkt, also allenfalls indirekt beeinflusst werden können. Der Begriff „autonomes Nervensystem“ wurde vom britischen Physiologen John Newport Langley geprägt.

Über das vegetative Nervensystem werden zur Aufrechterhaltung der inneren Homöostase die lebenswichtigen Funktionen („Vitalfunktionen“) wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel kontrolliert. Auch andere Organe oder Organsysteme werden vom vegetativen Nervensystem innerviert, so beispielsweise die Sexualorgane, endokrine und exokrine Organe wie die Schweißdrüsen, das Blutgefäßsystem (Blutdruck) oder die inneren Augenmuskeln (Pupillenreaktion).

Man untergliedert das vegetative Nervensystem in

Wirkung

Das sympathische und das parasympathische System zeigt antagonistische Wirkungen. Über den Sympathikus werden anregende, leistungsfördernde (ergotrope) Anreize vermittelt, während über den Parasympathikus gegenläufige, beispielsweise erholungsfördernde (trophotrope) Impulse laufen. Bei der Pupillenreaktion im Auge wirken die beiden Teilsysteme dagegen synergistisch.

Kontrollmöglichkeiten

Über das VNS regulierte Körperfunktionen wie Pulsrate, Blutdruck oder Muskeltonus werden indirekt über alle Arten von will- und unwillkürlichen Aktivitäten beeinflusst. Sie können deswegen am leichtesten über die Steuerung von Willkürbewegungen "kontrolliert" werden: Steigerung körperlicher Aktivität, aber auch ihre Verringerung bis zur Bewegungslosigkeit und Ruhe führt über die automatischen Regulationswege zu vermehrter oder nachlassender Aktivität auch vegetativ regulierter Funktionen, im muskulären Bereich so etwa zu Steigerung der Muskelanspannung ("Verspannung") oder auch zum Zittern bzw. zu einer mehr oder weniger "tiefen" Entspannung. Eine Beeinflussungsmöglichkeit subtiler Art ist auch über bewusst gestaltete oder wie im Traum spontane mentale Vorstellungen von körperlicher Aktivität oder Inaktivität einschließlich ihrer gefühlsmäßigen Aspekte möglich (bekanntestes Beispiel: Albträume). Vegetativ wirksame Verfahren bekannter Art sind z. B. Yoga, Taijiquan, Biofeedback, Autogenes Training und Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR).