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Halsgraben

Mit Halsgraben wird ein künstlich angelegter Graben bezeichnet, der eine Burganlage von dem sie umgebenden Gelände abschneidet und sie somit unzugänglich macht. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Wehrsystems einer Burg.

Ursprünglich wurde in der Burgenkunde der Begriff Halsgraben nur für Burgen in Spornlage verwendet. Diese sind auf Grund ihrer Lage an drei Seiten von steil abfallenden Berghängen geschützt. Ein wirkungsvoller Angriff konnte deshalb immer nur von der Bergseite erfolgen. Eine Trennung der Anlage vom Landrücken erfolgte aus praktischen Gründen immer an der engsten Stelle des Bergsporns, dem „Flaschenhals“, daher der Name. Die Burg war dann nur noch über eine Brücke – meist Zugbrücke – erreichbar.

Bisweilen wird der Begriff Halsgraben heutzutage aber auch auf anders geartete Burganlagen angewendet, wenn diese an einer oder zwei ihrer Seiten einen tiefen, nicht mit Wasser gefüllten Burggraben besitzen, während sie auf den übrigen Seiten durch unzugängliches Gelände geschützt sind.

Viele ehemalige Halsgräben sind in der heutigen Zeit dicht bewachsen und nur noch mit Mühe auszumachen.

Beispiele für Burgen mit Halsgräben im klassischen Sinne sind die Burg Liebenstein, das Schloss Rochlitz, die Burg Kriebstein und die Isenburg.

Werden weitere Teile einer Burg, z.B. Vor- und Hauptburg mit einem solchen Graben voneinander getrennt, spricht man von Abschnittsgraben.

Literatur