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Burg Reichenberg (Rheinland-Pfalz)

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Burg Reichenberg

Burg Reichenberg, Gesamtansicht Burgberg

Entstehungszeit: 1319
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Reichenberg
Geographische Lage 50° 9′ 30,57″ N, 7° 45′ 35,91″ O7Koordinaten: 50° 9′ 30,57″ N, 7° 45′ 35,91″ O
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Burg Reichenberg ist eine mittelalterliche Burganlage oberhalb der Gemeinde Reichenberg im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Durch die Lage im Hasenbachtal hinter St. Goarshausen am Rhein ist sie relativ unbekannt, jedoch eine der bedeutendsten und ungewöhnlichsten Burganlagen von Rheinland-Pfalz.

Geschichte

Bauherrn waren die Grafen von Katzenelnbogen, die sich von Untervögten zu einem der mächtigsten Herrengeschlechter des deutschen Mittelalters entwickelt hatten. Baubeginn war unter Graf Wilhelm I. 1319. Bei seinem Tod 1331 waren nur die bewohnbare Schildmauer mit den beiden 40 Meter hohen Flankierungstürmen, die östliche Vorburg und die Fundamente der westlichen Hauptburg vollendet. 1352 teilten die Erben Eberhard und Wilhelm II. von Katzenelnbogen die Burg unter sich auf. Wilhelm II. drehte die ursprüngliche Konzeption um und errichtete seine Burg auf dem Gelände der Vorburg. Bis 1358 wurde ein weiträumiger Wohnbau errichtet, der mit nach Osten und Süden ausgerichteten Kasematten - den ältesten in Deutschland - gesichert wurde. Der dreigeschossige, halbrunde Wohngebäude weist für Mitteleuropa ungewöhnliche Säulenkonstruktionen auf und zeigt architektonische Details, die auf syrische Kreuzfahrerburgen zurückgehen.

1479 ging die Burg durch Erbfall an Hessen und verblieb dort lange Zeit bei Hessen-Rheinfels-Rotenburg. 1649–51 erfolgte nach einer Belagerung eine Restaurierung. Das Bauwerk verlor jedoch schnell seinen militärischen Wert und wurde bald nur noch als Verwaltungssitz genutzt, wozu Kornlager und Scheunen gebaut wurden. Bis 1806 war Reichenberg hessische Festung und wurde ab 1821 dann „auf Abbruch“ - der aber im Wesentlichen unterblieb - an Moses Aron verkauft. Der Burgenliebhaber Archivar Friedrich Gustav Habel erwirbt die Burg 1836 und trägt wesentlich zur Erhaltung bei. 1880 wurde durch Baron Wolfgang von Oettingen im Westen ein historisierender Wohnbau neu errichtet. Die Familie von Oettingen besaß die Burg bis ins Jahr 1956 und unternahm große Anstrengungen zur Sicherung des Bauwerkes.

Heute

Nachdem 1814 bereits der eine Turm der Schildmauer wegen Einsturzgefahr gesprengt wurde, stürzte 1971 auch der zweite ein. Auch beim Saalbau gab es einen Teileinsturz, so dass heute die Zwischendecken fehlen. Auch weitere Teile sind einsturzgefährdet. Bisher erfolgte Sicherungsmaßnahmen sorgten deshalb in erster Linie durch Stahlgerüste vor weiterem Verfall. Das Schicksal der Burg ist nach dem Konkurs des letzten Besitzers momentan ungewiss.

Siehe auch

Literatur