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Massaker Polytechnische Hochschule Montréal

Das Massaker geschah am 6. Dezember 1989 an der École Polytechnique de Montréal, Québec. Marc Lépine betrat das Gebäude und erschoss 14 Frauen. 13 andere Menschen, darunter vier Männer, wurden verwundet.

Am 21. November 1989 kaufte sich Lépine ein Ruger Mini 14 Jagdgewehr beim lokalen Sportwaffenhändler. Am 6. Dezember, kurz nach 17 Uhr , betrat er die École Polytechnique de Montréal, eine Fachschule für Maschinenbau, die der Université de Montréal angegliedert ist.

Er bewarb sich für einen Studienplatz dort, wurde aber abgelehnt. Er beklagte, er werde aufgrund der affirmative action (dem durch Gleichstellungsgesetze bedingte Bevorzugung von Frauen in typischen Männer-Berufen wie -Ausbildungen) benachteiligt; er sagte, eine Frau habe anstelle von ihm den Studienplatz bekommen. Einige Quellen geben dieser Begründung Gewicht, doch es existieren Hinweise, Lépine habe nicht die vorgeschriebenen Vorbereitungskurse abgeschlossen.

Marc Lépine betrat zuerst eine Maschineningenieur-Klasse, und zwang die Männer, hinauszugehen. Dann begann er herumzuschreien, dass er Feministinnen hasste; und eröffnete das Feuer. Die Schiesserei wurde im Gang und in anderen Zimmern fortgesetzt, wo er auf andere Frauen schoss, welche er traf. Er tötete 14 Frauen, davon 12 Ingenieursstudentinnen, eine Medizinstudentin und eine Universitätsmitarbeiterin. Dreizehn andere – davon mindestens vier Männer – verletzte er mit Schüssen, bevor er sich selber richtete.

Lépine hinterließ einen dreiseitigen Brief, in dem er behauptete, dass Feministinnen sein Leben ruiniert hätten. Beigelegt war eine Liste von 19 prominenten Kanadierinnen, die er gerne getötet hätte, und in dem er seiner Bewunderung für den Amokläufer Denis Lortie Ausdruck gab, der 1984 drei Staatsbeamte umgebracht hatte.

Opfer

Die Folgen

Das Massaker schockierte Québec und alle Kanadier. Die Landes- und Montreals Stadtregierung erklärten drei Tage Staatstrauer. Als Lépines Motive klar wurden, erhob sich eine Welle der Unterstützung für die Feministen und gegen Gewalt gegen Frauen. Der 6. Dezember wurde zum Nationalen Gedenktag gegen Gewalt gegen Frauen, Symbol wurde das der roten Schleife nachempfundene weiße oder violette Band, eine Gedenkstätte wurde errichtet.

Die Folgen für die Beteiligten waren hart, viele leiden noch heute an posttraumatischen Störungen. Der Student Sarto Blais konnte die Ereignisse nicht verkraften und erhängte sich einige Monate später, seine Eltern begingen ebenfalls Selbstmord.

Politische Folge waren strengere Waffengesetze, die 1995 verabschiedet wurden.