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Timo Boll

Timo Boll (* 8. März 1981 in Erbach (Odenwald)) ist ein Tischtennisprofi, der derzeit mit Borussia Düsseldorf in der 1. Tischtennis-Bundesliga spielt. In der aktuellen Weltrangliste steht er auf Position 7 (Stand Juni 2008). Seit dem 31. Dezember 2003 ist er mit Rodelia (geb. Jacobi) verheiratet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Entdeckung

Bereits mit vier Jahren kam Timo Boll zum Tischtennis und wurde damals von seinem Vater trainiert. 1986 wurde er Mitglied des TSV Höchst und spielte dort auf Vereinsebene. Mit acht Jahren wurde er vom hessischen Landestrainer entdeckt, der ihn daraufhin förderte. 1990 begann er im Trainingszentrum Pfungstadt zu trainieren, vier Jahre später wechselte er zum FTG Frankfurt, mit dem er an der Oberliga teilnahm, wodurch andere Vereine auf ihn aufmerksam wurden. So auch der TTV Gönnern, der ihn 1995 verpflichtete. Timo Boll wurde an Position fünf der Mannschaft gesetzt, verlor jedoch in der gesamten Saison nur ein Spiel und trug damit seinen Teil zum Aufstieg des Teams in die erste Bundesliga bei. 2007 ging Timo Boll zum Deutschen Tischtennis-Rekordmeister Borussia Düsseldorf.

Bundesliga und internationale Juniorenerfolge

Mit seinen 14 Jahren[1] trägt Timo Boll zusammen mit Frank Klitzsch den Titel des jüngsten Spielers der Bundesliga. Gönnern erreichte entgegen den Erwartungen den Klassenerhalt und stieg seitdem auch nicht mehr ab. Die ersten internationalen Erfolge feierte Timo Boll bei den Schüler-Europameisterschaften in Den Haag 1995, wo er drei Mal Gold gewann. Nach dem zweiten Platz in seiner ersten EM der Jugendklasse 1996, gewann er in den beiden folgenden Jahren den Titel im Einzel und weitere Medaillen im Doppel und mit der Mannschaft. Die Schule beendete er mit der mittleren Reife.[2]

Profikarriere

Seinen ersten Erfolg in der Allgemeinen Klasse feierte Boll mit dem Halbfinaleinzug im Doppel der internationalen italienischen Meisterschaften 1997 zusammen mit Steffen Fetzner. Den ersten Wettkampf in Diensten der deutschen Nationalmannschaft bestritt er beim Europaliga-Match gegen Polen, in dem er sein Einzel und Doppel gewann. Ein Jahr später wurde er mit seinem Verein durch ein 4:3 gegen den TTC Frickenhausen deutscher Pokalsieger. Dass der inzwischen nach dem Sponsor umbenannte TTV RE-BAU Gönnern sich in der deutschen Spitze etabliert hatte, bestätigte er mit dem zweiten Pokalsieg gegen Borussia Düsseldorf 2001.

In der Weltspitze

2002 schaffte Timo Boll mit seinem Sieg beim Europe-Top-12-Turnier gegen Vladimir Samsonov den Einstieg in die absolute Weltspitze und wurde gleichzeitig als zehnter bester Deutscher der Weltrangliste, indem er Jörg Roßkopf überholte. Bei der Europameisterschaft in Zagreb erreichte er im Einzel und Doppel mit Zoltan Fejer-Konnerth die Goldmedaille, die Mannschaft unterlag im Finale mit 2:3 nur knapp dem schwedischen Team. Mit dem Gewinn des chinesischen Weltcup in Jinan, in dessen Verlauf er den Weltmeister Wang Liqin und den Olympiasieger Kong Linghui klar schlug, rundete er sein Jahr ab und legte den Grundstein für die erste Position der Weltrangliste, von der er Ma Lin im Januar 2003 verdrängte. Bei der EM im Jahr 2003 war Vladimir Samsonov, der auch die weißrussische Mannschaft zum Finalsieg gegen die deutsche Auswahl führte, zu stark für Timo Boll. Nach seinem Ausscheiden in der Einzel-WM in der zweiten Runde verlor er den Titel des Weltranglistenersten, konnte dennoch im Jahr 2003 noch einige Turniersiege verbuchen.

Verletzung und Comeback

Die erste Hälfte des Jahres 2004 wurde von Rückenproblemen geprägt. Dies behinderte auch die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen 2004, bei denen er im Viertelfinale gegen Jan-Ove Waldner ausschied. Nach einem weiteren Zeitraum, der von öffentlicher Kritik geprägt war, konnte Timo Boll am Ende des Jahres wieder Turniersiege in Polen, Österreich und Deutschland, sowie den Halbfinaleinzug des Pro Tour Finales in Peking, bei der er Ma Lin nur knapp mit 3:4 unterlag, verbuchen. Beim Einstieg in die Saison 2005 hatte Boll wiederum Probleme, erreichte jedoch bei der Weltmeisterschaft im Doppel zusammen mit Christian Süß die Silbermedaille. Nach Korrektur einer Schiedsrichterfehlentscheidung zu den Gunsten seines Gegners im Einzel-Achtelfinale, in dem er ausschied, erhielt er vom ITTF den Fair-Play-Preis. Den Rest des Jahres bewältigte Boll erfolgreich. Höhepunkt war der Gewinn der Champions League mit Gönnern und das Weltcupturnier in Lüttich, bei dem er alle drei chinesischen Topspieler besiegen konnte. Im Jahr 2007 gewann er die Europameisterschaftstitel im Einzel, im Doppel und im Team.

Wechsel zu Borussia Düsseldorf

Im Dezember 2006 unterschrieb Timo Boll einen Dreijahresvertrag bei Borussia Düsseldorf. Der Verein hatte zuvor schon in den Jahren 1999, 2002 und 2004 versucht, Deutschlands besten Spieler abzuwerben, war jedoch erfolglos geblieben, da sich Boll immer für seinen Heimatverein entschieden hatte. Der Wechsel war jedoch aufgrund der finanziellen Lage Gönnerns und fehlender Spitzenspieler und Erfolge abzusehen. Auch ausländische Vereine, wie der RV Charleroi [3] hatten versucht, ihn für sich zu gewinnen, doch Boll entschied sich wegen der guten Trainingsbedingungen im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 und wegen der Möglichkeit, dort mit seinem Doppelpartner Christian Süß trainieren zu können, für Düsseldorf [4]. Zusammen mit Timo Boll hat Düsseldorf sich große Ziele gesetzt, zu denen ein Champions-League-Sieg gehört. [2].

Technik

Timo Boll ist Linkshänder und spielt, wie für Europäer gewöhnlich, mit der Shakehand-Schlägerhaltung. Sein Spezialschlag ist der Vorhand-Topspin mit viel Effet. Boll spielt hauptsächlich den Belag Butterfly Sriver L, max. (2,3 mm), sowohl auf der Vor- als auch auf der Rückhand. Sein aktuelles Holz ist das seinen Namen tragende "Butterfly Boll Spirit". Sein derzeitiger Doppelpartner ist Christian Süß. (alles Stand Januar 2008)

Vertrag

Am 1. Juli 2007 begann sein Drei-Jahres-Vertrag mit Borussia Düsseldorf, wo er vertragsgemäß nicht in jedem Bundesligaspiel zum Einsatz kommen wird, um sich mehr auf internationale Turniere konzentrieren zu können in denen er gute Leistungen zeigen sollte.

Trivia

Bei einer Wahl in China zum attraktivsten Sportler der Welt landete er auf dem ersten Platz, noch vor einem Star wie David Beckham.[5]

Auszeichnungen

Titel und Erfolge im Überblick

Internationale Titel:

Weitere Erfolge:

Einzelnachweis

  1. Bericht über den Vereinswechsel
  2. a b Bericht über den Wechsel zu Düsseldorf
  3. Bericht der WZ zum Wechsel
  4. Kommentar Bolls zum Wechsel
  5. Tischtennis-WM: Drei Chinesen und ein Boll, FAZ.NET, 20. Mai 2007
Personendaten
Boll, Timo
deutscher Tischtennisspieler
8. März 1981
Erbach, Odenwald