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Naturschutz

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

Der Begriff Naturschutz umfasst alle Untersuchungen und Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Eine nachhaltige Nutzbarkeit der Natur durch den Menschen wird angestrebt. Der Naturhaushalt soll als Lebensgrundlage des Menschen und aufgrund des eigenen Wertes der Natur geschützt werden.

Inhaltsverzeichnis

Ziele des Naturschutzes

Ziel des Naturschutzes in Deutschland ist es, Natur und Landschaft auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten (§ 1 Bundesnaturschutzgesetz). Er ist somit öffentliche Aufgabe und dient dem in Artikel 20a Grundgesetz verankerten Staatsziel. In der Schweiz wird es durch die Verfassung Art. 78 und das auf den Verfassungsartikel basierende Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) geregelt. Viele Menschen, die im Naturschutz arbeiten oder dessen Arbeit unterstützen, verbinden damit auch weitergehende Erwartungen und Motive, die sich aus der geistesgeschichtlichen Herkunft des Naturschutzes ergeben. Dazu gehören z. B. ethische Gründe (Tierschutz) oder emotionale (Heimatverbundenheit). Obwohl ohne die Motivationen dieser Menschen sehr viel weniger praktische Naturschutzarbeit geleistet würde, bleiben sie in diesem, auf den öffentlichen Naturschutz konzentrierten Artikel außer Betracht.

Aus dem Wissen heraus, dass eine Übernutzung und Zerstörung von Natur und Landschaft dramatische und katastrophale Folgen für den Siedlungsstandort, die Gesundheit und die Nahrungsmittelerzeugung des Menschen haben können, werden Wiederherstellung, Erhalt und die langfristige und nachhaltige Nutzbarkeit des Naturhaushaltes angestrebt.

Schutzgüter des Naturschutzes

Zum Naturhaushalt gehören abiotische und biotische Bestandteile des Naturhaushaltes, sowie deren Wechselwirkungen. Als abiotisch werden Böden, Gewässer, Klima, Luft, Biotope, sowie auch das Landschaftsbild angesehen. Biotische Bestandteile des Naturhaushaltes sind Fauna und Vegetation. Wechselwirkungen laufen zwischen den Bestandteilen als komplizierte Interaktionen ab (Landschaftsökologie). Die einzelnen Bestandteile dieses komplexen Systems des Naturhaushaltes sind zu schützen, weil sie sonst ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Eingeschränkte oder verlorene Funktionen können schwerwiegende Auswirkungen auch auf den Menschen haben. Funktionen des Naturhaushaltes für den Menschen sind Siedlungsraum und Wirtschaftsstandort (Nahrungsmittel, Rohstoffe, Verarbeitung, Verkehr), Erholung, Gesundheit.

Wichtige Gegenstände des Naturschutzes sind Naturlandschaften, Naturdenkmäler u. a. Schutzgebiete und Landschaftsbestandteile, sowie seltene, in ihrem Bestand gefährdete Pflanzen, Tiere, und Biotope, in ihren Ökosystemen und mit ihren Standorten. Der Naturschutz beschäftigt sich daher auch mit den Standortfaktoren: Bodenschutz, Mikroklima, Luftreinhaltung und Lärmschutz, sowie anderen potenziell schädlichen Einflüssen wie zum Beispiel Licht, Bewegung, Zerschneidung und Isolation von Lebensräumen. In den letzten Jahrzehnten hat auch der Naturschutz innerhalb menschlicher Siedlungen und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen an Bedeutung gewonnen.

Die praktische Naturschutzarbeit wird vor allem auf regionaler und lokaler Ebene geleistet. Die rechtlichen Instrumente des Naturschutzes sind allerdings in vielen Ländern auf nationaler Ebene verankert. Innerhalb der Europäischen Union gewinnen auch europaweite Programme und Regelungen an Bedeutung (z. B. Natura 2000[1], oder auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die indirekt große Auswirkungen auf den Naturschutz haben wird).

Folgen für die lokale Bevölkerung

Mit der Einrichtung von Naturschutzgebieten besteht die Gefahr, dass mit dem Schutz der Natur Menschen und ihre traditionellen Wirtschaftformen vertrieben werden. Mit der industriellen Nutzung der Natur durch die Pharma- und Biotech-Industrie wird die Einrichtung von Naturschutzgebieten heute zunehmend als Lösung für die Verinngerung der Artenvielfalt angesehen. Somit befindet sich ein "beträchtlicher Teil der Weltbevölkerung" in der "Zange zwischen »Naturschutz« und profitgetriebener Naturzerstörung" (Pedersen). [2]

Unterschied zum Umweltschutz

Der Naturschutz betrachtet alle Nutzungen von Böden und Gewässern, die seine Belange beeinträchtigen können; dies können auch solche sein, die für Menschen uninteressant sind (z. B. bei Ödland). Der Umweltschutz betrachtet alle Aktivitäten des Menschen, die mit einer Gefahr für Ökosysteme und die Artenvielfalt verbunden sein könnten. Während der Naturschutz seinen Blick auf den Naturhaushalt als Ganzes richtet und schädliche menschliche Einflüsse am Ort ihres Einwirkens bekämpfen möchte, zielt der Umweltschutz eher darauf ab, die menschlichen Aktivitäten, die die Ursache von Umweltschäden sind, zu bekämpfen. Beiden gemeinsam ist, dass die zu lösenden Probleme teils globale, teils regionale oder lokale sind.

Einige Beispiele

Rechtliche Instrumente des Naturschutzes

In Deutschland ist die Gesetzgebungskompetenz für den Naturschutz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Der Bund besitzt nur eine Kompetenz zur Rahmengesetzgebung, aufgrund derer er das Bundesnaturschutzgesetz erlassen hat. Die Länder haben jeweils eigene Landesnaturschutzgesetze, die das früher als Landesrecht fortgeltende Reichsnaturschutzgesetz von 1935 abgelöst haben. Hinzu kommen zahlreiche internationale Abkommen sowie Programme und einzelne Richtlinien der Europäischen Union. Die zentrale wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz ist das Bundesamt für Naturschutz.

In der Schweiz besteht im Bereich des Landschaftsschutzes eine geteilte Zuständigkeit von Bund und Kantonen (Art. 78 Abs. 1 und 2 BV); im Bereich des eigentlichen Naturschutzes (Biotop- und Artenschutz) hat der Bund dagegen eine umfassende Gesetzgebungskompetenz (Art. 78 Abs. 4 und 5 BV), welche er auch weitgehend ausgeschöpft hat (Art. 18 ff. des Natur- und Heimatschutzgesetzes).

Naturschutz als Studium und Beruf

Naturschutz ist in Deutschland wie auch in den meisten anderen Ländern eine staatliche, rechtlich geregelte Aufgabe. Um sie zu bewältigen, wurde vor allem seit den 1970er Jahren eine große Zahl von Behörden, z. B. Naturschutzbehörden der Landkreise, und anderen staatlichen und kommunalen Einrichtungen geschaffen, von solchen, die der Forschung dienen, bis zu Bildungsakademien. Das zentrale Planungsinstrument zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes, so ist es rechtlich festgelegt (§§ 5 ff. Bundesnaturschutzgesetz), ist die Landschaftsplanung. In dieser stehen „die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts“, die „Tier- und Pflanzenwelt“ und „die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft“ im Mittelpunkt, wie es im §1 des Bundesnaturschutzgesetzes heißt.

In einem umfassenden Sinne an der Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes zu arbeiten, ist daher Aufgabe des Berufs der Landschaftsplaner. Um etwa ein Referendariat in einer für Umwelt- und Naturschutzfragen zuständigen Behörde beginnen zu können, ist im allgemeinen ein Studium der Landschaftsplanung oder "verwandter Studiengänge" erforderlich. Landschaftsplanung ist ein interdisziplinärer Studiengang; er setzt sich aus ökologischen, sozial- und geisteswissenschaftlichen, ingenieur- und planungswissenschaftlichen Fachinhalten zusammen.

In Deutschland kann man Landschaftsplanung an fünf Universitäten sowie an einer Reihe von Fachhochschulen studieren. Die universitären Ausbildungsstätten (Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengänge) sind:

Technische Universität München (Wissenschaftszentrum Weihenstephan)[5]

Gesamthochschule Kassel[6]

Technische Universität Berlin[7]

Leibniz-Universität Hannover[8]

Technische Universität Dresden[9]

Hochschule Anhalt (FH) [10]

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen als ein Schwerpunkt im Rahmen des Bachelor-Studiums Landschaftsplanung [11]

Studiengänge, die ebenfalls auf „Natur und Landschaft“ ausgerichtet sind, aber nicht planungswissenschaftlichen Charakter haben, gibt es an den Universitäten Oldenburg[12], Greifswald[13], Münster[14] und der Fachhochschule Wiesbaden[15]. Auf spezielle Naturschutzaufgaben kann man sich an manchen Universitäten auch im Rahmen eines Studiums der Biologie (z. B. Universität Marburg[16]) oder der Forstwissenschaften (z. B. Universität Göttingen[17]) vorbereiten.

Geschichte des Naturschutzes in Deutschland

Die Geschichte des Naturschutz in Deutschland lässt sich nicht auf einen Ursprung reduzieren, da der Naturschutzgedanke im 18. und 19. Jahrhundert von vielen geisteswissenschaftlichen Strömungen wie dem Utilitarismus oder dem Naturalismus, aber auch von Religionen und Ästhetik beeinflusst wurde. Einer der entscheidenden Bahnbrecher des Naturschutzes war der Naturforscher und Forstwissenschaftler Johann Matthäus Bechstein (1757-1822). Als erster Akt des praktischen Naturschutzes kann in Deutschland der Aufkauf eines Steinbruches im Jahr 1836 angesehen werden.

Wichtige Ereignisse:

Literatur

Wissenschaftliche Literatur

Aus einer kritischen, menschenrechtlichen Perspektive

Populärwissenschaftliche Literatur

Siehe auch

Referenzen

  1. http://europa.eu.int/comm/environment/nature/natura.htm
  2. Klaus Pedersen: Naturschutz und Profit. Menschen zwischen Vertreibung und Naturzerstörung. Münster 2008. (Zitat Klappentext) Einleitung
  3. http://europa.eu.int/comm/environment/nature/habdirde.htm http://europa.eu.int/
  4. http://europa.eu.int/eur-lex/de/consleg/pdf/1979/de_1979L0409_do_001.pdf
  5. Lehrstuhl für Landschaftsökologie
  6. http://www.uni-kassel.de/fb6/start/fr_landschaftsplanung.html
  7. Landschaftsplanung an der TU Berlin
  8. Leibniz Universität Hannover - Studienfach Landschaftsarchitektur und Umweltplanung
  9. TUD - Institut für Landschaftsarchitektur - Studiengang der Landschaftsarchitektur
  10. http://www.hs-anhalt.de/studium_lehre/bewerber/studienangebote/direktstudium/index.html
  11. [1]
  12. Studieninfos für die Landschaftsökologie in Oldenburg
  13. Studieninfos für die Landschaftsökologie in Oldenburg
  14. Institut für Landschaftsökologie: Studiengang
  15. FHW UMIB index
  16. Philipps-Universität Marburg - Fb. 17 - Biologie : Studienberatung
  17. Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
  18. H. Klose (1939): Ernst Rudorffs Heimatland unter Landschaftsschutz. Naturschutz, 20, S. 121.