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Teststand Strahltriebwerk

Jedes Strahltriebwerk muss nach Neuproduktion oder Überholung auf einem eigens dafür zugelassenen Teststand den Nachweis auf die zertifizierte Leistung Schub erbringen, bevor es für den Flugbetrieb freigegeben werden darf.

Teststände werden grundsätzlich in verschiedene Kategorien aufgeteilt:

Bei dem Prüflauf geht es im Wesentlichen darum, zum einen die mechanische Integrität, in Form von Dichtigkeitstest und Vibrationstest, zum anderen im eigentlichen Leistungslauf die erforderlichen Leistungsparameter, z.B. Schub zu demonstrieren. Dabei werden viele verschiedene Parameter auf die von dem Triebwerkshersteller definierten Vorgaben überprüft und auf standardisierte Bedingungen, unter anderem den sogenannten ISA-Konditionen korrigiert, um eine Vergleichbarkeit der Leistungsparameter zu erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Freifeld-Teststand

Auf einem Freifeld-Teststand wird das Triebwerk an einem überdimensionalen Galgen fixiert und kann ohne eine Begrenzung Luft frei ansaugen sowie den Abgasstrahl ohne Behinderungen an die Umwelt wieder abgeben. Der daraus entstehende Nachteil ist, dass die Geräuschentwicklung dieselbe ist, wie wenn ein Triebwerk unter dem Flügel eines Flugzeuges arbeitet. Solche Teststände finden sich daher nur in extrem dünn besiedelten Gegenden.

Gebäude-Teststand

Diese Variante ist die am meisten verbreitete Form. Es war bis vor wenigen Jahren üblich, dass große Fluggesellschaften wie z.B. Lufthansa ihre Antriebe selber überholten und dann entsprechende Testläufe vornahmen. So betreibt die Lufthansa z.B. in Hamburg und Frankfurt in direkter Nähe zu ihrer Wartungsstation am Flughafen entsprechende Teststände. Der Nachteil dieser Teststände besteht darin, dass die Geometrie, insbesondere Ansaugquerschnitt und Abgasmischrohr, einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Leistungsparameter haben. Diese Werte müssen über einen Ringvergleich mit dem Triebwerkshersteller einmalig für jeden Triebwerkstyp ermittelt werden und behalten dann für zukünftige Testläufe Gültigkeit. Die Werte werden üblicherweise in Computerprogrammen hinterlegt und automatisch bei den notwendigen Berechnungen berücksichtigt.

Die Bauform solcher Teststände ist vielfältig. Üblicherweise werden heute nur Querschnittsformen eines liegenden "U" gebaut, vertikale Luftansaugung, horizontale Triebwerkspositionierung und vertikaler Umlenkung des Abgasstrahles um 90° in die Atmosphäre.

Entwicklungs-Teststände

Ein Entwicklungs-Teststand kann sowohl ein Gebäude als auch ein Freifeld-Teststand sein. Der Unterschied zu den MRO-Testständen besteht im Wesentlichen in der Anforderung an die Messtechnik. Es werden schnell bis zu 3000 Messstellen erreicht, die dazu mit einer höheren Aufzeichnungsrate (bis zu 2 kHz) und einer höheren Messgenauigkeit zu erfassen sind.

MRO-Teststand

Ein MRO-Teststand ist in der Regel ein normaler Gebäude-Teststand, wie bereits erwähnt an fast jedem großen Flughafen auf dieser Welt zu finden. Für einen normalen Testlauf werden zwischen 100 und 300 Parameter erfasst, wobei die hohe Anzahl über die modernen Triebwerke und deren Regler (FADEC) zu erklären sind.