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Liedermacher

Der Begriff Liedermacher bezeichnet im deutschsprachigen Raum einen Sänger, der Musik und Texte seines Programms überwiegend selbst geschrieben oder originär bearbeitet hat.

Der Vortrag eines Liedermachers basiert im Kern auf eigener Interpretation und musikalischer Begleitung. Auch wenn die Aufführung gelegentlich mit einer Begleitband erfolgt, liegt meist großes Gewicht auf dem anspruchsvollen, oft witzig-kritischen Text.

Inhaltsverzeichnis

Verhältnis zu Songwriting und Chansons

Der Singer-Songwriter (englisch) im Verständnis Bob Dylans ist vom Begriff des Liedermachers vor allem regional (nordamerikanischer Raum) und stilistisch abzugrenzen. Es gibt darüber hinaus neben dem deutschen Liedermacher den chansonnier (französisch), den cantautore (italienisch) bzw. cantautor (spanisch) sowie den bard (russisch). Die Inhalte haben in der Regel Bezug zur Erfahrungswelt des Liedermachers und sind persönlich oder auch politisch geprägt.

Berühmte chansonniers sind u.a. Jacques Brel, Jacques Dutronc und Serge Gainsbourg. Bekannte cantautores sind u.a. León Gieco (Argentinien), Violeta Parra, Víctor Jara (beide Chile) sowie Daniel Viglietti (Uruguay). Die wohl bedeutendsten bardy aus Russland bzw. der Sowjetunion waren Wladimir Wyssozki und Bulat Okudschawa.

Stilrichtungen

Das Genre des Liedermachers enthält wegen der individuellen Ausdrucksform eine Vielzahl unterschiedlicher musikalischer und textlicher Stil-Ausprägungen:

Typisch für Liedermacher ist die gleichzeitige Zugehörigkeit zu mehreren dieser Kategorien. So singt Reinhard Mey auch humorvolle sowie gesellschaftskritische Lieder.

Weitere bekannte Liedermacher finden sich in der Kategorie „Liedermacher“.

Liedermaching

Seit den 1990er Jahren hat sich im deutschsprachigen Raum eine neue Form, das so genannte „Liedermaching“, entwickelt. Die Vertreter dieser Gattung setzen sich textlich sowie musikalisch deutlich vom klassischen Liedermacher ab. Als Begründer der Liedermaching-Szene gilt unter anderem das Bonner Liedermacherduo Joint Venture (1993–2000, bestehend aus Götz Widmann und Martin „Kleinti“ Simon).

Weitere Vertreter dieses Genres sind Mike Godyla und die Monsters of Liedermaching (seit 2003).

Rechtsextreme Liedermacher

Waren seit den 1960er Jahren vor allem sozialkritische Inhalte die Domäne von Liedermachern, so gibt es seit einigen Jahren auch rechtsextreme Liedermacher. 2003 listete das Bundesamt für Verfassungsschutz unter anderem die folgenden „rechtsextremistischen Liedermacher“ auf: Jörg Hähnel, Veit Kelterborn, Annett Moeck, Michael Müller und Frank Rennicke. Einige davon sind wegen Volksverhetzung vorbestraft und inhaftiert, manche ihrer Aufnahmen sind indiziert[1].

Literatur

 Wiktionary: Liedermacher – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Referenzen

  1. Blick nach Rechts 2003